3 Things we should re-think about the world

To this post, I was kind of inspired by Miss Peppermint. In my interview with her, I asked her what kind of topics she would like to read more about in other blogs. She answered that she is interested in what other people are „fighting for“, what kind of topics move them. I have a lot of topics that matter to me, but returning from Peru and having attended a lot of seminars about racism that really made me re-think my education and thought patterns, one of the topics I want to fight for is how we, Europeans and North Americans, better known as „the West“ are seeing „the rest“, or correctly said, countries of the Global South.

This blog entry isn’t meant like a accusation. It’s only supposed to give everyone who never had contact to the topic of racism something to think about.

Zu diesem Blogeintrag hat mich Miss Peppermint inspiriert. In meinem Interview mit ihr habe ich sie gefragt, worüber sie gerne mehr in anderen Blogs lesen würde. Sie meinte, es würde sie interessieren, wofür andere Blogger „kämpfen“ und welche Themen sie bewegen. Ich habe viele Themen, die mich interessieren und mir wichtig sind, aber seitdem ich aus Peru wieder da bin und verschiedene Seminare zum Thema Rassismus besucht habe, die mich wirklich zum Nachdenken über mein eigenes Verhalten, meine Sprache und Erziehung gebracht haben, ist es für mich eine wichtige Sache geworden, wie wir in Europa und Nordamerika, oder im „Westen“, über den Rest der Welt, also den Globalen Süden, sprechen, berichten und denken.

Bitte versteht diesen Blogeintrag nicht als erhobenen Zeigefinger, sondern als Denkanstoß – vor allem für alle, die mit dem Thema Rassismus noch nicht konfrontiert wurden.

1. The „discovery“ of America

„We don’t call that discovery. We call that the arrival of the Spanish, the stupid sons of a b*tch.“ When I first heard that sentence, I found it kind of funny. I thought it was a joke. But it’s not. Not one person, from Mexico to Chile, would call the year of 1492 the „discovery of America“. And it’s logic, why should they? Their ancestors had been living in the place later on called America for years and years before the Spanish arrived, and they were well aware of their own continent. Plus, the Spanish brought death, slavery and ongoing suppression of indigenous people. The term „discovery of America“ is racist and euro-centric – it’s associated with the indigenous people being „un-civilized“ and needing help of Spanish „discoverers“, and makes the cruelties of the Spanish seem positive. Still, that term can be found in every school book.

„Wir nennen das nicht Entdeckung. Wir nennen das die Ankunft der Spanier, der dummen Hurensöhne.“ Als ich diesen Satz zum ersten Mal gehört habe, fand ich ihn ziemlich lustig. Ich dachte, das wäre ein Witz. Aber es ist keiner. Nicht eine Person zwischen Mexiko und Chile würde 1492 als das Jahr der „Entdeckung Amerikas“ bezeichnen. Und das ist ziemlich logisch, warum sollten sie auch? Schließlich lebten ihre Vorfahren auf dem Teil der Welt, der später Amerika genannt wurde, schon seit Jahrtausenden, bevor die Spanier ankamen, und waren sich des eigenen Kontinents sehr wohl bewusst. Außerdem brachten die Spanier Tod, Sklaverei und bis heute angehende Unterdrückung indigener Völker. Der Begriff „Entdeckung Amerikas“ ist rassistisch und eurozentrisch. Man assoziiert damit die indigenen Völker mit „unzivilisierten“ Wilden, die die Hilfe der Spanischen „Entdecker“ brauchten, und verharmlost die Gewalttaten der Spanier. Trotzdem steht er in jedem Schulbuch.

 via wikipedia

2. Our world map

That map looks pretty different, huh? But it’s not wrong. It’s a mathematic rule that if you try to display a ball (earth) on something flat (map), there are different ways to do it, different projections, depending on what you focus on. So there also exist a lot of different world maps. Our common world map is only one possibility, and its focus is on displaying the right forms of the countries. Still, it does not display the right sizes of countries and continents. The map above does. The forms are wrong, but the size proportions are correct. And suddenly Africa and South America seem pretty big, right? There also exist maps that have the South Pole on top. To come to a point… never forget that everything is a question of perspective.

Die Karte sieht ziemlich ungewohnt aus, oder?Aber sie ist nicht falsch. Die Mathematik besagt, dass es, wenn man versucht, eine Kugel (Erde) auf etwas Flachem (Karte) abzubilden, eine Menge verschiedener Wege gibt, das zu tun, verschiedene Projektionen, immer abhängig davon, worauf man den Fokus legt. Deswegen gibt es auch sehr viele verschiedene Weltkarten. Unsere gewöhnliche Weltkarte ist nur eine Möglichkeit, die Welt darzustellen, und sie hat den Fokus auf den richtigen Formen der Länder und Kontinente. Aber sie stellt die Größen falsch dar. Die Karte oben hat die richtigen Größenverhältnisse, auch wenn die Formen falsch sind. Und plötzlich sehen Afrika und Südamerika ziemlich groß aus, oder? Es gibt auch Karten, die den Südpol oben haben. Um zum Punkt zu kommen… vergesst nie, dass alles eine Frage der Perspektive ist.

3. Single Stories

„Show a people as one thing, as only one thing, over and over again and that is what they become.“ Ever been in another country? Ever heard crazy-sounding prejudices about where you’re from? When I was in Peru, I was kind of surprised about the things people thought about Germany. One time, somebody told me that „In Germany people always drink beer directly from the bottles“. What?! Where did he hear that? Or better, „Germans never drink alcohol. They only drink mineral water“. Probably, he met one or two Germans in his life – and these persons didn’t drink any alcohol.

And when I heared these prejudices, I thought about my own. Don’t we all have bias about certain nations? All these prejudices we have come from single stories – we didn’t get enough information about a faraway country, so we assume that all the place is like what we heard. And the same way, big, world-influencing and racist ways of thinking are born. In Peru, many people I met believed that in Germany didn’t exist poverty. They had only heard of good economy, met people who could afford a flight halfway around the world, seen tourist in expensive restaurants and bars. And the other way round, many Germans I talked to couldn’t imagine that in Peru also exist skyscrapers, international fast food chains, expensive fashion stores, business people or high-standard universities.

Of course, it’s impossible to be free of prejudices. But it’s a step in the right direction to think about the information we get from media, how diverse it is, or simply to open our minds, travel and tell other people about our experiences.

„Zeige ein Volk als eine Sache, als nur eine Sache, immer und immer wieder, und sie werden dazu.“ Wart ihr schon mal in einem anderen Land? Habt ihr schon mal verrückt klingende Vorurteile über eure Herkunft gehört? Als ich in Peru war, war ich wirklich überrascht über einige Sachen, die die Menschen dort von Deutschland dachten. Einmal hat mir jemand gesagt, dass „die Deutschen Bier immer aus der Flasche trinken.“ Was?! Wo hatte er das denn her? Oder noch besser – „Die Deutschen trinken nie Alkohol, die trinken immer nur Mineralwasser.“ Wahrscheinlich hatte er in seinem Leben höchstens zwei Deutsche getroffen, und die tranken keinen Alkohol.

Und als ich solche Sachen hörte, machte ich mir auch Gedanken über meine eigenen Vorurteile. Haben wir nicht alle Vorstellungen von anderen Ländern? Alle diese Vorurteile kommen von „Einzelnen Geschichten“ – wir wissen nicht genug von einem weit entfernten Land, deswegen nehmen wir an, das wenige, was wir wissen, würde auf das gesamte Land zutreffen. Und genauso entstehen große, das Weltgeschehen beeinflussende und rassistische Denkweisen. In Peru dachten viele Menschen, die ich getroffen habe, dass in Deutschland keine Armut existiere. Sie hatten nur von guter Wirtschaftslage gehört, Menschen getroffen, die sich einen Flug einmal um die halbe Welt leisten konnten und Touristen in teuren Restaurants und Bars gesehen. Und anders herum konnten sich viele Deutsche, mit denen ich gesprochen habe, kaum vorstellen, dass es in Peru auch Hochhäuser, internationale Fast-Food-Ketten, teure Modeläden und Universitäten mit hohem Standard gibt.

Natürlich ist es unmöglich, von Vorurteilen frei zu sein. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, über die Informationen, die wir über die Ferne so bekommen, nachzudenken, oder sich einfach zu öffnen, zu reisen und unsere Erfahrungen zu teilen.

[ssba]

10 Gedanken zu “3 Things we should re-think about the world”

  1. Ich finde das sehr gut. 🙂 ich hoffe auch, dass sich das viele durchlesen, da es sehr wichtig ist. Mir wurde dieses Thema im Studium nahe gebracht. Ich habe viele Austauschstudenten von überall auf der Welt als Freunde und hatte zwei Semester das Seminar "Interkulturelle Handlungskompetenz". Man hinterfragt mehr und spricht auch mit anderen Kulturen über genau solche Unterschiede. Seit dem verstehe ich andere Verhaltensweisen in bestimmten Situationen viel besser und frage mich oft, wie ich auf jene Personen wirke.

    Liebe Grüße, Mona

  2. Der Post ist ja großartig!
    Ich muss gestehen, darüber habe ich noch nie wirklich nachgedacht.
    Die Sache mit der Weltkarte fasziniert mich geradezu. Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie so,wie ich sie kenne richtig ist. Punkt.
    Wirklich guter Post!

    Natürlich werde ich euch alle Einsendungen zeigen. Immer gleich, wenn etwas eintrudelt. Und über die Posts soll dann auch die Abstimmung laufen.
    Ich hoffe, es lassen sich ein paar Teilnehmer finden.

  3. Wirklich gut geschrieben! Der erste Punkt bewegt mich am meisten. Das mit den Vorurteilen kenn ich auch, was ich schon alles über deutsche gehört habe 😀 da wird einen das erst bewusst…

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    love, luka.

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