Schlagwort: Peru

Geschichten

Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen: Chaosgeschichten aus aller Welt

Ich habe eine beinahe beunruhigende Tendenz dazu, egal, wo ich gerade bin, Dinge zu erleben, die mir, wenn ich sie zu Hause erzähle, erst mal niemand glaubt. Und das nicht im positiven Sinne.

Nein, auf meinen Reisen scheint häufig Murphy’s Law zu greifen: Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und eine davon in einer Katastrophe endet, dann wird es jemand genau so machen. Der „jemand“ bin in den meisten Fällen ich. Und normalerweise auch die Notleidende der Katastrophe.

Ich habe bei vielen dieser Geschichten überlegt, ob sie es wert sind, auf dem Blog verewigt zu werden – meistens sind sie jedoch relativ fix erzählt und keinen eigenen Artikel wert. Andererseits weiß ich spätestens dank Marieke, dass sehr viele Menschen gerne Geschichten rund um Leid, Drama und Chaos lesen. Darum habe ich beschlossen, eine kleine Compilation anzulegen: Meine besten Chaosgeschichten aus sechs Jahren Reisen. Viel Spaß! 🙂

Wer Lust hat, kann mir übrigens sehr gerne seine krassesten Geschichten in den Kommentaren verraten – ich möchte schließlich auch ein bisschen lachen!

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Geschichten

Ein Ort zum Bleiben: Huanchaco in Nordperu

Huanchaco

Allgegenwärtig ist das Rauschen der Wellen in Huanchaco, man hört es, wo man geht und steht, man gewöhnt sich daran und doch zaubert es einem ein Lächeln aufs Gesicht, wenn man es wieder bemerkt, allein die Vorstellung: Da draußen, keine zweihundert Meter entfernt, liegt der Pazifische Ozean, so groß wie alle Kontinente der Welt zusammen, da vorne liegt mehr als die Hälfte des Wassers, was es auf dieser Erde gibt. Immer hätte ich gedacht, in den Bergen, in der Natur, fühlt man sich klein, doch das geht auch am peruanischen Pazifikstrand. Weiterlesen

Erfahrungen

Wenn Nationalstolz durch den Magen geht

Peruanisches Essen

Seit meiner Zeit in Ecuador und Peru ist mittlerweile mehr als ein Monat vergangen. Und so kann ich, glaube ich, ziemlich gut feststellen, was ich am meisten vermisse: Die vielen lebhaften, bunten, trubeligen Märkte, wie es sie vor allem in Lima an jeder Ecke gibt. Ein kunterbuntes Durcheinander aus den verschiedensten Obst- und Gemüsesorten, Gewürzen und Chilischoten, die häufig allein aufgrund der Masse phänomenal aussehen, ein Labyrinth aus Gerüchen, ein Gewirr aus Stimmen. Jede Abzweigung entführt einen in eine andere Abteilung, hier noch Limonen, dort auf einmal Frühstücksstände und gegenüber – natürlich – das rohe Fleisch, das blutig und oft von Fliegen umschwirrt von dicken Haken hängt, der rohe Fisch, der mit seinem Gestank den halben Markt überlagert, da helfen auch die Räucherstäbchen nichts, die die Verkäufer hoffnungsvoll angezündet haben. Die kleinen Marktrestaurants haben an Tafeln angeschrieben, was es zum Mittagessen gibt, und wieder einmal kann man sich nicht entscheiden. Wenn man überhaupt noch Hunger hat, denn das viele Obst sah wieder einmal viel zu verlockend aus, auch wenn man bei vielen Dingen nicht mal weiß, welchen Teil man davon eigentlich isst. Und auf manchen Märkten gibt es in irgendeiner Ecke sogar noch Übersinnliches zu bestaunen, Kerzen, Kräuter und Figürchen zum Beschwören guter oder vielleicht auch böser Geister.

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Gedanken

Grenzgänge: Im Nirgendwo zwischen Ecuador und Peru

Lambayeque Peru

„Por qué será que los ecuadorianos son unos sinverguenzas?“, warum sind die Ecuadorianer nur so unverschämt? Die Grenzbeamte schüttelt den Kopf und sieht auf mich herunter. Ich zucke mit den Schultern und bete innerlich, sie möge mir doch einfach schnellstmöglich einen Stempel in den Pass drücken. Unverschämt, damit meint sie ein älteres Ehepaar, das gerade an die Beamte herantrat, um sich über die lange Warteschlange zu beschweren. Ein paar Meter weiter erneute Diskussionen, es geht tatsächlich darum, dass man zum Überqueren ein kleines Formular ausfüllen muss, das die Beamten sechsmal auf eine Seite gedruckt haben. Da es keine Schere gibt, um aus einem Blatt sechs zu machen und diese den Leuten in die Hände zu drücken, müssen erst mal alle in Ecuador bleiben, rechtlich zumindest, faktisch stehen wir schon auf peruanischem Boden. „Son unos sinverguenzas sí o no?“, sie sind unverschämt, oder?, schiebt die Frau hinterher und wirft einen bitterbösen Blick auf die Diskutierenden. Ich versuche zu beschwichtigen und erkläre, dass wir alle gestresst sind aufgrund der Schlange, die bis zur Straße hinaus reicht. Tatsächlich frage ich mich, wie es sein kann, dass das Fehlen einer Schere einen ganzen Grenzposten lahm legt.

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Impressionen

Über den Dächern von Lima

– Dieser Artikel enthält Werbung. Einen Hinweis dazu kannst du am Ende dieses Artikels lesen. – 

Eines der ersten Dinge, das den meisten Menschen bei einer Peru-Reise auffällt: Beinahe alle Wohnhäuser in Lima gleichen sich perfekt in der Bauart. Gut, in Miraflores und Barranco gibt es zudem schicke, moderne Appartment-Gebäude, doch Einfamilienhäuser sehen auch hier nicht anders aus als in den ärmeren Stadtteilen im Norden oder Süden.

Ein kleiner Vorgarten mit Blumen oder Kakteen trennt das Haus von der Straße und wird nach außen hin von einem Zaun oder einer hohen Mauer umschlossen. Dahinter mehrere Stockwerke, relativ schnörkellos aufeinandergebaut. Verputzt und bunt gestrichen ist nur die Wand, die zur Straße zeigt, rechts, links und hinten wird typisch pragmatisch auf jeglichen Schmuck verzichtet. Außerdem könnte es ja noch sein, dass die Nachbarn von rechts oder links aufstocken – und die sinnloserweise verputzte Mauer nun gar nicht mehr zu sehen wäre!

Und ganz oben? Da erstreckt sich ein Flachdach, auf fast jedem Haus in Lima. Weiterlesen

Erfahrungen

Die spannendsten und skurrilsten Märkte in Lima

Wenn ich die peruanische Hauptstadt in drei Worten beschreiben müsste, würde ich wohl „vielseitig“, „groß“ und „chaotisch“ wählen. Wer alle drei Eigenschaften zur gleichen Zeit erleben möchte, muss nur einen der vielen Märkte in Lima besuchen. Ob man etwas braucht oder nicht, ist dabei zweitrangig, denn die meisten Märkte sind für sich schon ein richtiges Erlebnis. Besonders Freitagabend und am Wochenende treten sich die Menschen fast gegenseitig auf die Füße, alles um einen herum wuselt und alle paar Meter läuft unterschiedliche Musik. Reizüberflutung total – und an jeder Ecke neue Skurrilitäten. Weiterlesen

Erfahrungen

Zehnmal Kurioses aus Peru

Bembos Cusco

Da sitze ich auf lauter Fotos und Erfahrungen aus Wales und nun auch noch von der Nordsee, die geteilt werden wollen – und schreibe einen Artikel über Peru. Nun gut, manchmal muss man einfach das tun, worauf man gerade Lust hat, oder?! Nachdem ich den wunderbaren Artikel „Kurioses aus Asien“ im Weltenbummler Mag gelesen habe, kam mir die Idee, ein paar kuriose Erinnerungen an Peru zusammenzustellen, und kaum hatte ich die Idee, fing ich auch schon an zu schreiben. Über vieles, was du hier nun lesen kannst, habe ich in früheren Artikeln bereits berichtet – aber ich dachte mir, es wäre schön, nochmal ein paar sympathische Schrägheiten zusammenzufassen, die mich zu Reaktionen irgendwo zwischen Kopfschütteln, lachen und weinen gebracht haben. Weiterlesen

Erfahrungen

Travelguide Peru: Kulturen, Leute, Mentalitäten

Ganz ehrlich, die „Land und Leute“-Kategorie im Reiseführer ist oft unbefriedigend, oder? Vorurteile über „die Peruaner“ reihen sich dabei meist neben völlig übertriebende Sicherheitshinweise und unfaire Wertungen. Mein kleiner Travelguide soll dennoch eine solche Kategorie enthalten, aber ich möchte sie ein bisschen anders gestalten. Anstatt euch zu erklären, wie alles ist, möchte ich einfach ein paar Dinge auflisten, die dir bezüglich Kultur und Mentalität der Menschen in Peru begegnen können und nicht zwingend werden, denn jede und jeder macht andere Erfahrungen – und das in keiner wirklichen Reihenfolge, sondern einfach zusammengewürfelt. Ich schreibe über meine Erfahrungen, das was ich erlebt habe und wie ich damit umgegangen bin – und hoffe, es hilft euch, falls ihr eine Reise plant! Weiterlesen

Erfahrungen

Pie de limón, ein Kuchen aus Peru

Irgendwie überschlug es sich die letzten Monate über mit Blogparaden. Zweimal ging es um Tipps zum Thema Bloggen, natürlich gab es eine Aktion zum Frühling, ich hab über den Tellerrand geschaut und Fernweh geschürt. Im Mai gibt es nun eine Blogparade, die weder thematisch sehr eingegrenzt noch jahreszeitlich passend ist, mir aber trotzdem richtig gut gefällt. Es geht um die Zitrone – alles, was zum Thema Zitrone passt, ist erlaubt. Eigentlich hatte ich ja vor, mir irgendein fancy DIY auszudenken, irgendetwas, das einem eben gerade nicht direkt in den Sinn kommt, wenn man an Zitronen denkt. Tja – wie ihr seht, bin ich letztendlich doch bei einem Rezept gelandet. Dafür ist das Rezept, das ich euch heute zum Thema Zitrone präsentiere, aber nicht einfach irgendeines, sondern eines meiner liebsten aus Peru: Pie de limón. Weiterlesen

Geschichten

Allerheiligen auf dem zweitgrößten Friedhof der Welt. Oder auch: Warum sich in Peru Himmel und Erde ganz besonders nah sind.

13. August 2011.
Langsam schiebt sich der riesige Reisebus durch die schlecht befestigten, dreckigen Straßen. Uns allen ist es sichtlich unangenehm, hier zu sitzen, in diesem Fremdkörper, der durch seinen makellosen Zustand und die grellweiße Farbe noch mehr aufzufallen scheint zwischen den niedrigen Ziegelbauten mit Wellblechdächern und dem für die peruanische Küstenwüste so charakteristischen Graubraun. Die Straße ein schmaler grau betonierter Streifen, auch der Blick in die Ferne zeigt grau, der dichte Nebel hat sich wieder wie eine Decke über die Stadt gelegt und scheint die Bewohner nach und nach ersticken zu wollen. Endlose Reihen an dicht in die Hügel gedrückten Häusern so weit das Auge reicht, dann verliert sich alles im dichten Grau. Je weiter man fährt, desto mehr Häuser kommen einem entgegen, es nimmt kein Ende, es kommt immer noch ein Hügel mit Häusern, die nach oben hin immer mehr zu schmalen Hütten werden, mit diesen typischen gelben Treppen, auf denen die Bewohner jeden Tag hunderte von Stufen nach oben steigen müssen. Am Rande von Lima kommt einem die Stadt wirklich endlos vor, auch, weil kaum ein Platz verschont wurde, jeder Quadratmeter ist dicht an dicht bebaut, überall Häuser, alle unterschiedlich und doch aus der Ferne heraus so gleich. Die Hügel scheinen die Stadtgrenze zu beschreiben und doch geht es dahinter noch weiter, gibt es noch mehr Häuser auf noch mehr Hügeln. Chaos scheint vorzuherrschen, und das trotz des Schachbrettmusters, in dem hier wie in ganz Lateinamerika die Straßen angelegt sind. Die düstere Stimmung lässt die Szenerie noch trister erscheinen, auch die teils bunt angestrichenen Fronten der Häuser oder die grellen Ladenschilder können daran nichts ändern. Die wenigen Pflanzen, die es gibt, Kakteen und niedrige Bäume, haben sich farblich der grauen Umgebung angepasst. Weiterlesen