Schlagwort: Natur

Geschichten

Der Kampf gegen die Elemente: Wettereskapaden in Irland

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Das irische Wetter hat zwei Eigenschaften: unberechenbar und unbarmherzig.

Kein Wunder, dass es in Irland nicht nur Hunde und Katzen regnet, sondern dass der irische Wind laut den Iren „eine Abkürzung durch dich durch nehmen“ würde, wenn er könnte, und dass die Sonne „die Steine spaltet“.

Dabei haben wir, als wir uns zu den berühmten Klippen von Moher aufmachen, eigentlich bisher eine wettertechnisch sanfte Woche hinter uns. Wenn es regnete, konnten wir uns immer rechtzeitig ins Auto retten – und Steine verätzt die Sonne Anfang März wohl auch noch nicht so ganz. Wir wiegen uns also noch in trügerischer Sicherheit. Weiterlesen

Geschichten

Worüber soll man sich auch Sorgen machen?

Loop Head Wild Atlantic Way

Kilkee nimmt drei Seiten im Irland-Reiseführer ein und besteht letztlich gefühlt doch nur aus einer Straße und einem Strand. Weit muss man gehen bei Ebbe, um zum Wasser zu kommen, und wie man so über den vollkommen leeren Sand spaziert, denkt man sich, dass hier im Sommer bestimmt die Hölle los sein muss. Also, in der einen Woche, die der irische Sommer dauert.

Jetzt im März, wo einem der eiskalte Wind durch die Haare fährt, ist man trotz vier Lagen Kleidung froh, sich wieder ins Auto retten zu können. Das Faszinierende am County Clare ist, dass man nicht einmal wirklich aussteigen muss: Die Küstenstraße, der „Wild Atlantic Way“ führt so nah an den Klippen vorbei, dass jeder Blick aus dem Fenster uns begeisterte „Ohh“s und „Ahh“s entlockt. Mächtig schwappt die Gischt in die Schluchten und Ritzen, die die Felsen gebildet haben, am Himmel kreisen die Seevögel. Weiterlesen

Impressionen

Quer durch die Alpen, Teil 2: Staunen in Berchtesgaden

Berchtesgaden Königssee

Wenn man aus so einem Ort wie Bled in Slowenien wegfährt, dann denkt man, es könne nicht mehr besser werden. Und vor allem: auf keinen Fall noch märchenhafter. Und dann steht man in Berchtesgaden.

Okay, ich gebe es zu, ich wundere mich zunächst mal über die Touristenmassen, die zusammen mit mir in Richtung des Bootsanlegers am Königssee strömen. Es ist ein Tag Anfang Oktober, der sich anfühlt wie mitten im November, kalt und grau, und es ist früh morgens. Reisegruppen und Schulklassen zwängen sich in die Boote, Babys werden aus regenschutzfolienbepackten Kinderwägen gezogen. Ich erinnere mich an die vielen Instagram-Bilder und Reiseblog-Fotos vom Königssee, stets in absoluter Einsamkeit, hübsche blonde Bloggerin vor See und Felswand, und muss grinsen. So viel zum Thema falsche Erwartungen. Weiterlesen

Geschichten

Wildnis auf dem Teller: Wild Food in Lappland

wild food finnland

Wild-Food-Kochkurs heißt der Programmpunkt. Wir sind in Finnisch-Lappland, wo die Winter lang sind und die Rentiere entspannt über die leeren Landstraßen spazieren, und zumindest in meinem Kopf spielen sich, als ich den Begriff zum ersten Mal höre, Szenen ab, in denen bärtige Männer mit karierten Hemden in reißenden Bächen stehen und Lachse mit der Hand fangen. Oder so ähnlich. Wild eben. Weiterlesen

Geschichten

Irgendwann ist immer das erste Mal

Traumpfad Eltzer Burgpanorama

Irgendwann ist immer das erste Mal. Und, auch wenn es mir viele nicht glauben können, bis vor einigen Wochen bin ich noch nie zuvor alleine gewandert. Ich bin bereits mehrmals alleine gereist, doch diese Reisen gingen immer in Städte. Wenn es in die Natur ging, schloss ich mich größeren Gruppen an. Klar, in Deutschland war ich auch häufig alleine spazieren. Aber das waren kurze Strecken, zwei Stunden durch Park und Stadtrand. So richtig für mehrere Stunden mitten in die Natur, ganz ohne jemanden an meiner Seite? Noch nie.

Dass sich das änderte, war letztendlich eher Zufall als fester Beschluss: Ich suchte mir nicht in Cheryl Strayed-Manier einen Weg, der das Land von Nord nach Süd durchquerte, um zu mir selbst zu finden, und ich gelangte auch nicht zu tiefer spiritueller Erkenntnis auf dem Jakobsweg.

Ich bin ins Maifeld gereist und den Traumpfad Eltzer Burgpanorama gewandert. Und danach noch ein bisschen weiter. Und hab dabei tatsächlich so einige Erkenntnisse gewonnen – von denen eine lautet: Alleine wandern ist ziemlich großartig.

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Geschichten

Die Wissenschaft vom Dampf: Sauna in Finnisch-Lappland

Sauna Finnland

Wer an Finnland denkt, denkt vermutlich an Rentiere, den Weihnachtsmann – und an Saunas. Keins der Dinge ist in Lappland ein bloßes Klischee: Wer auf den Straßen unterwegs ist, begegnet auf kurz oder lang einem Rudel der großen Geweihträger. Der Weihnachtsmann war im September natürlich noch nicht anzutreffen, aber wenn der erste Schnee liegt, kommt er vorbei.

Und die Saunas? Ohne die würde das Leben in Finnland wohl zum Erliegen kommen. „Wenn ein Haus keine Sauna hat, ist etwas sehr falsch mit diesem Haus“, erklärt uns Eveliina, bevor wir uns zum ersten Mal zum Schwitzen begeben. Eveliina ist selbst ernannte Sauna-Elfe und begleitet uns gemeinsam mit Gehilfe Joonas bei unseren ersten richtig finnischen Sauna-Versuchen. Wobei: Viel falsch machen kann man eigentlich nicht in einer richtig finnischen Sauna – aber dazu später mehr. Weiterlesen

Geschichten

Die Melancholie des Sommerendes: Radfahren im Allgäu

Pfronten Allgäu

„Heute ist der letzte Tag des Sommers.“ Ich weiß nicht, wie oft ich solche Worte diesen Sommer über gehört habe. Nie haben sie gestimmt – immer wurde es noch einmal warm und sonnig.

Der letzte Tag, das letzte Wochenende des Sommers, so hieß es auch an dem Wochenende, das ich Ende August zusammen mit meinem Freund in Pfronten im Allgäu verbrachte. Diese ganz spezielle „Wenn-nicht-jetzt-wann-dann“-Stimmung des kurzen Sommers in Deutschland und ganz Mittel- und Nordeuropa hatte uns vollkommen ergriffen. Und so schwangen wir uns aufs Fahrrad und erkundeten so viele Orte wie möglich, badeten in jedem See, der sich dafür anbot, legten uns ins frisch gemähte Gras, genossen das Rot des Sonnenuntergangs. Weiterlesen

Geschichten

Gastartikel: Wo das rote Herz Australiens schlägt

Uluru Australien

Australien ist ein Kontinent, der mich immer relativ wenig interessiert hat. Klar, es mag dort spannende Natur geben, aber so spannend, dass es einen Flug einmal quer um den Planeten rechtfertigt? Dazu noch die Dichte an Giftschlangen und Riesenspinnen – muss nicht sein. Dass Australien aber ein ganz eigener Zauber innewohnt, das zeigt mir und euch heute Annemarie von Travel on the Brain, die von ihrem absolutem Lieblingsort erzählt: Dem Uluru.

Annemarie ist tatsächlich mit ihrem englischsprachigen Blog bekannt geworden – und mit ihren wunderschönen Instagram-Bildern. Inzwischen bloggt sie auch auf deutsch und hat passend dazu ein deutsches Buch über ihre Abenteuer in Australien und Neuseeland verfasst, das sie euch unter dem Artikel auch vorstellt. Aber jetzt genug der Vorrede – lasst euch von Annemarie nach Australien mitnehmen! Weiterlesen

Geschichten

Ferien auf dem Bauernhof – für Große

Papagayo Norte

„Nein, du kannst kein normales Taxi nehmen, das muss ein Pick-up sein!“ Skeptisch blicke ich auf das Hotel, das über der kleinen Stadt Cayambe auf einem Hügel thront. Weit sieht der Weg nicht aus, aber ja, ich muss zugeben, dass es ordentlich hoch liegt, ein gutes Stück über dem Ort. Ich zucke mit den Schultern und steige ein. Kurz geht es durch die Stadt, doch schließlich verstehe auch ich, warum das mit dem Taxi schwierig geworden wäre: Auf und ab rattern wir über Feldwege, das Auto ist für lateinamerikanische Verhältnisse top in Schuss und scheint mir dennoch um die Ohren zu fliegen. Hunde versperren den Weg, schließlich ein paar Schafe, die sich nach einem Hupen jedoch flink von der Fahrbahn wegbewegen. Dann sind wir da, in der Hostería Papagayo Norte, nordöstlich der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Weiterlesen

Geschichten

Da, wo die Wale geboren werden

Puerto Lopez Ecuador

Ich steige in ein Mototaxi und fühle mich angekommen. Der Wind, der die Haare zerzaust, der Staub, der durch die Ritzen kriecht, das Ruckeln auf den ungeraden Straßen, die die dreirädrigen Gefährte häufig zum äußersten Wanken bringen und sie manchmal auch umkippen lassen. Ich folge dem Rauschen des Meeres hinunter zum Strand, brauner Sand, graublaue Weite, helle Gischt. Fast niemand ist unterwegs, einsame Fischerboote wackeln auf den Wellen oder stehen verlassen im Sand, blau, grün und gelb getüncht, mit Zeichnungen von Fischen und religiösen Namen versehen. Welle um Welle erreicht den Strand und gleitet wieder zurück in den Pazifik, diese endlose Wassermasse, die mehr als ein Drittel der Erde einnimmt. Palmen schütteln ihre Blätter im Seewind, Pelikane halten mit eleganten Flügelschlägen dagegen. Obwohl keine Sonne scheint und es Winter ist, haut einen die Hitze einfach um, T-Shirts und Flip-Flops sind hier im gesamten Jahr der Dresscode, wobei: Die Herren verzichten auch gerne auf Letzteres und recken einem ihre Wampe entgegen. Träge liegt ein Hund am Straßenrand, wie so oft fragt man sich, ob er überhaupt noch atmet. Weiterlesen