Ein bisschen Frieden. Ein paar Argumente

Dieser Blog ist kein Politik-Blog und soll es auch nicht werden. Schon oft habe ich im vergangenen Jahr überlegt, ob ich trotzdem mal meine Meinung kund tun soll zum einen oder anderen Thema. Schließlich steht mein Reiseblog für Offenheit, Toleranz und Neugierde allem vermeintlich Fremden gegenüber, ich möchte meine eigenen Beiträge kritisch auf rassistische und verallgemeinernde Formulierungen untersuchen und zeigen, dass viele Orte und vor allem Menschen auf der Welt absolut nicht unseren Vorstellungen und Klischees entsprechen. Trotzdem bin ich zumindest auf heldenwetter stumm geblieben, als abartig viele Menschen mit rassistischen und rechtsextremen Parolen durch Dresden zogen, als die Politik in Deutschland Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro zu so genannten „sicheren Drittstaaten“ erklärte und dabei sogar die Grünen mitstimmten, und auch, als Asylbewerberunterkünfte brannten. Ich hatte Angst, meine Leser zu überfordern oder Debatten anzustoßen, denen ich nicht gerecht werden kann. Ich glaube, mein Politikwissenschafts-Hintergrund macht es für mich noch schwieriger, einen Blogpost zu so einem Thema zu schreiben – wie viel Hintergrundwissen kann ich von meinen Lesern erwarten, ab wann wird es den meisten zu langweilig?!

Foto von Denis Bocquet

Jetzt möchte ich trotzdem mal etwas schreiben, ein paar Gedanken notieren. Warum gerade jetzt? Letzte Woche bin ich über die Facebook-Seite von Pro Asyl auf den Blog Eier und Herz gestoßen, der gerade eine Kampagne am Laufen hat, die das, was ich  denke und fühle, nicht besser in Worte fassen könnte: „Wer flüchten musste, verdient ein wenig Frieden. End of story.“ Als ich die bewegenden Texte sah, die die Macher auf plakatartige Grafiken gepackt haben, musste ich direkt an einen Facebook-Post denken, der mir kurz vor Weihnachten die Galle hochgetrieben hatte: Eine Schülerin postete in eine Jena-Gruppe, dass sie in den nächsten Tagen in einer örtlichen Asylbewerberunterkunft Kinderspielzeug abgeben wollte, und fragte, ob jemand vielleicht noch ein paar alte Sachen übrig hätte. Die ersten Kommentare waren keinesfalls „Na klar, ich guck mal im Keller!“ oder „Toll, dass du so etwas organisierst!“ Stattdessen schaukelten sich verschiedene Leute gegenseitig mit ihren Hassbotschaften hoch. Wie man denn überhaupt darauf kommen könnte, Spielsachen an „Asylanten“ (sic!) zu verschenken, und nicht zuerst an arme deutsche Kinder zu denken! Und überhaupt – die bekämen doch sowieso alles in den Hintern geschoben, während der arme Deutsche für alles schwer arbeiten müsse. Abschrecken sollte man „die“ generell, damit sie da blieben, wo sie hingehören, und ja nicht noch mehr „von der Sorte“ nach Deutschland kämen… Ganz ehrlich, mir drehte sich der Magen um.

Niemand flieht freiwillig

Stell dir vor, du wirst verfolgt, nur, weil du deine freie Meinung sagst – wie ich hier in meinem Blog. Stell dir vor, du musst bei einem Verstoß gegen ohnehin nicht mit gültigem Menschenrecht im Einklang stehende Gesetze nicht nur mit einer Gefängnisstrafe rechnen, sondern mit Folter und vielleicht sogar Tod, oder damit, dass einem deiner Familienmitglieder etwas passieren könnte. Stell dir vor, deine Kinder dürfen nicht zur Schule gehen, nur, weil du bist, wer du bist. Stell dir vor, es ist Krieg in deinem Land, Schüsse, Bomben, Menschen kehren vom Einkaufen nicht mehr zurück. Stell dir vor, in Deutschland sind Städte wie Berlin, München und Frankfurt mittlerweile wie ausgestorben, weil alle Menschen fliehen mussten. Stell dir vor, du musst dein Leben in einen einzigen Rucksack packen und fortgehen, dein eigenes Haus gegen ein Zelt tauschen. Wo du ankommst, ist nicht sicher, du kannst nicht einmal wissen, ob du überhaupt ankommen wirst. Einen Teil deiner Familie musst du zurücklassen, du weißt nicht, ob du sie jemals wiedersehen wirst.

Ganz einfach: Niemand flieht freiwillig. Eine Flucht ist kein lustiger Auslandsaufenthalt, sondern bei einer Flucht geht es um Leben oder Tod. Es ist für uns in Deutschland Lebende ein großes Glück, dass wir das wohl niemals nachempfinden werden können, aber eben deshalb ist es wichtig, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Niemand flieht, weil er denkt, es könnte woanders doch irgendwie ein bisschen netter sein. Menschen fliehen, weil sie sich nach den Werten sehnen, die für uns selbstverständlich sind: Frieden, Freiheit, das Recht auf ein ruhiges, halbwegs glückliches und vor allem sicheres Leben. Wir stehen in der moralischen Pflicht, zumindest diese Basis-Bedürfnisse zu erfüllen. Warum? Weil uns das Gleiche hätte passieren können – wären wir in einem anderen Land geboren. Auf unseren Geburtsort haben wir genauso viel Einfluss wie auf unsere Hautfarbe, und beides sollte nicht beeinflussen, ob wir unser Leben in Frieden und Freiheit führen können. End of story.

Flüchtling sein in Deutschland ist gar nicht so schön

Wer in Deutschland ankommt, um Asyl zu beantragen, landet in einer Sammelunterkunft. Meistens liegen die am Rande von Städten oder irgendwo auf dem Land, so dass es den Menschen nahezu unmöglich ist, Kontakte zu Nicht-Asylbewerbern zu knüpfen – oder überhaupt irgendetwas zu tun, außer zu Hause herumzusitzen und auf den positiven oder negativen Bescheid zu warten, denn auch arbeiten ist ihnen anfangs verboten. Oft sind Beamte überfordert oder nicht vorhanden, so fällt ein Asylbescheid manchmal nur deshalb negativ aus, weil Dokumente fehlen – aus dem Grund, dass der Bewerber kein Deutsch spricht und die Formulare nicht versteht. Und das liegt wiederum daran, dass keine Deutschkurse angeboten werden und kaum Kontakt zu Deutschen besteht – wer noch kein anerkannter Flüchtling ist, braucht die Sprache aus Sicht der Behörden nicht. Und das, obwohl bis zur Bearbeitung eines Asylantrags bis zu zwei Jahre vergehen können. Vollkommene Isolation, Langeweile, das Leben in einer Parallelwelt sind die Folgen – obwohl sich die meisten Asylbewerber wohl etwas anderes wünschen würden.

Asylbewerber und Flüchtlinge erhalten das, was ihnen der Staat zugesteht, nur zum Teil in Bargeld, der Rest wird in Marken für bestimmte Lebensmittel oder Sachen ausgeteilt. Nur über einen kleinen Teil des Geldes dürfen sie also selbst entscheiden. Anfang dieses Jahres wurde der Satz, den Asylbewerber monatlich erhalten, angehoben, da das Bundesverfassungsgericht entschied, er wäre für den Lebensunterhalt unzureichend. Ein Asylbewerber erhält im Monat weniger als ein alleinstehender Hartz-4-Empfänger und darf über sein Geld nicht frei verfügen. Und das, obwohl jemand, der gerade in Deutschland angekommen ist, nichts hat, auf das er zurückgreifen kann, keine Möbel, keine Küchengeräte, keine Bücher, keine Kinderspielsachen. Flüchtlinge und Asylbewerber haben außerdem keine Krankenversicherung. Vorsorgeuntersuchungen sind nicht drin, nicht einmal beim Zahnarzt, man darf nur zum Arzt, wenn etwas weh tut. Über die Notwendigkeit entscheiden medizinische Laien in der Ausländerbehörde. An psychologische Hilfe für die Traumata, die Flüchtlinge auf ihrem langen Weg in die Sicherheit erleiden mussten, ist nicht zu denken.

Ein Drittel der Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, sind die, die am allerwenigsten mit der Situation zu tun haben und am meisten darunter leiden müssen: Kinder. Für sie fehlt es oft gänzlich an Spielzeug, denn für die Unterkünfte, in denen Asylbewerber und Flüchtlinge leben, gibt es keine Standards. Jede Kommune kann für sich entscheiden, was es zum Essen gibt, welche Räume zur Verfügung gestellt werden und was angeschafft wird. Da kann es schon mal passieren, dass Kinder apathisch an die Decke starren, weil es nichts gibt, mit dem sie sich beschäftigen könnten, dass Zahnbürsten nur an Asylbewerber verteilt werden, die älter als 12 Jahre sind, oder dass Babys unter Durchfall leiden, weil es keine passende Nahrung für sie gibt. Und das in einem der reichsten Länder der Welt.

Einmal vom Problem abnabeln, bitte!

Deutschland ist nicht nur ein reiches Land, es hat zudem Flüchtlingszahlen, über die Länder wie Pakistan, Libanon oder Äthiopien nur lachen können. Neun von zehn Flüchtlingen leben im Globalen Süden, da die meisten Menschen eher in ein Nachbarland fliehen als mehrere tausend Kilometer weiter. Schließlich geht es dem Großteil einfach nur darum, die schlechte Zeit zu überbrücken und so schnell wie möglich in die Heimat zurückkehren zu können, die wenigsten können sich mit dem Gedanken anfreunden, im Ausland zu bleiben.

Von den fast 12 Millionen Syrern, die flüchten mussten, sind fast 8 Millionen als Binnenflüchtlinge im eigenen Land geblieben, von den restlichen knapp vier Millionen ist schätzungsweise eine Million in den Libanon geflohen. Der Libanon ist ohnehin ein kleines Land mit vielen Problemen, auf seine vier Millionen Einwohner kann man nun noch eine Million Syrer draufrechnen – nicht auszudenken, was da für Schwierigkeiten mit sich kommen. Nur ein Bruchteil der internationalen Flüchtlinge kommt in Europa an, und Deutschland hat es durch die Dublin-II-Verordnung erfolgreich geschafft, sich ganz aus der Affäre zu ziehen: Die Verordnung besagt, dass Asylerstanträge in dem Land gestellt werden müssen, in dem ein Flüchtling zuerst EU-Boden betreten hat. Wenn man in Deutschland feststellt, dass ein Flüchtling in Italien oder Griechenland angekommen ist, wird er dahin zurückgeschickt. Das verlagert das Problem an die EU-Außengrenzen, an Länder wie Malta oder Italien, die ohnehin schon mit der Situation überfordert sind und in denen die Auffanglager extrem schlechte Bedingungen bieten. Deutschland hat sich gut aus der Affäre gezogen, denn es ist nur von EU-Ländern umgeben. Eine legale Möglichkeit, nach Deutschland zu fliehen, gibt es deshalb nicht mehr. Dabei ist Asyl nicht nur eine moralische, sondern durch die Genfer Konventionen auch eine rechtliche Pflicht.

Ganz ehrlich, und noch einmal zusammengefasst: Ich kann verstehen, wenn man Angst hat vor Dingen oder Menschen, die einem fremd vorkommen. Ich kann verstehen, dass man Sorgen hat oder sich benachteiligt fühlt. Aber ich kann nicht verstehen, wie man Menschen, die grauenvolle Dinge durchmachen mussten, nicht mal ein kleines bisschen Frieden gönnen kann. End of story.

[ssba]

25 Gedanken zu “Ein bisschen Frieden. Ein paar Argumente”

  1. Liebe Ariane, vielen lieben Dank für diesen Beitrag! Ich finde es super, dass du oft so klar Position beziehst, dass wurde ich mir von viel mehr Bloggern wünschen, auch wenn der Fokus der Blogs nicht auf Politik liegt. Manche Themen sind doch einfach zu wichtig. Ich hab noch eine Ergänzung, wenn ich darf: es wird ja oft als Argument in Stellung gebracht, es handele sich mehrheitlich um Männer, die Asyl suchen. Aber würdet ihr eurer Familie eine so gefährliche Reise wie die Flucht nach Europa zumuten? Oder nicht lieber darauf hoffen, Asyl zu bekommen und die Familie sicher nachholen zu können? Eben.
    Viele Grüße,
    Maxi

    1. Danke dir für diesen Kommentar! 🙂
      Das ist wirklich ein super Argument. Viele beschweren sich ja darüber, es würden nur Männer fliehen, und sehen das als Bestärkung ihrer These, "die" kämen nur, um zu schmarotzen. Wieder so eine Hassbotschaft, die sich durch Unwissenheit verbreitet… Global gesehen sind fast die Hälfte der Flüchtlinge weltweit weiblich, aber davon trauen sich (und ihren Kindern) verständlicherweise die wenigsten zu, auf so gefährlichem Wege nach Europa zu kommen. Die meisten Frauen bleiben als Binnenflüchtlinge zurück oder leben in angrenzenden Staaten.

  2. Liebe Ariane, vielen lieben Dank für diesen Beitrag! Ich finde es super, dass du oft so klar Position beziehst, dass wurde ich mir von viel mehr Bloggern wünschen, auch wenn der Fokus der Blogs nicht auf Politik liegt. Manche Themen sind doch einfach zu wichtig. Ich hab noch eine Ergänzung, wenn ich darf: es wird ja oft als Argument in Stellung gebracht, es handele sich mehrheitlich um Männer, die Asyl suchen. Aber würdet ihr eurer Familie eine so gefährliche Reise wie die Flucht nach Europa zumuten? Oder nicht lieber darauf hoffen, Asyl zu bekommen und die Familie sicher nachholen zu können? Eben.
    Viele Grüße,
    Maxi

  3. Danke für ein klares Statement zu diesem Thema – genau meine Meinung. Und ich habe auch schonmal mit mir gehadert, etwas politisches zu schreiben, genau aus dem Grund dem nicht gerecht werden zu können. Aber in der Öffentlichkeit klar Stellung für die Menschlichkeit beziehen kann man nicht oft genug, deswegen habe ich damals auch meinen Anti-Pegida-Post geschrieben. liebe grüße und weiter so mit den klaren Worten!

    1. Danke für diesen Kommentar! Deinen Anti-Pegida-Artikel fand ich auch ganz stark, es sollte mehr Bloggerinnen geben, die hier Position beziehen – dafür sind wir doch schließlich irgendwie auch da 🙂

  4. sehr schöner beitrag, ich finde, du solltest öfter mal politische posts raushauen 🙂 ist doch wichtig, dass jemand, der ahnung davon hat, seine stimme auch nutzt! ich persönlich kenne mich zu wenig mit den hintergründen aus, bin aber definitiv interessiert an politik…
    ich habe auch schon überlegt, wie ich mich persönlich einbringen kann, um irgendwas an der flüchtlingssituation zu verbessern. würde ich mich jetzt nicht selbstständig machen, würde ich mich ehrenamtlich engagieren, aber ich bin ja auch noch im altenheim.. wenn die flüchtlinge wenigstens arbeiten dürften, könnte ich ihnen so helfen. aber das geht auch nicht.

    1. Danke! Das nehm ich mir gern zu Herzen 🙂
      Ich habe leider auch selbst sehr wenig Zeit momentan, aber bei uns gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, einmal die Woche Flüchtlingen bei ihren Deutschhausaufgaben zu helfen bzw. sich mit ihnen auf deutsch zu unterhalten, um sie ein bisschen beim Lernen zu unterstützen. Das find ich eine tolle Sache! So einfach und doch bestimmt mit großer Wirkung. Aber du bist ja selbst ohnehin so engagiert, deine Berichte aus dem Altenheim fand ich wirklich ergreifend.

  5. Danke für diesen Artikel, der es ganz einfach auf den Punkt bringt. Gerade hier in Sachsen kann man oft einfach nur fassungslos den Kopf schütteln, wenn man sieht, wie die Menschen auf Flüchtlinge reagieren. Die Ereignisse der letzten Wochen (Freital, Meißen…) sind unfassbar. Das bringt mich echt zum Weinen. Eine den Umständen entsprechend gute Nachricht gab es jedoch vor ein paar Tagen: In meinem Stadtteil soll eine alte Schule als Asylbewerberheim eingerichtet werden und auf der Informationsveranstaltung wurde ganz viel nachgefragt, wie man sich engagieren kann, wie man auch seine Kinder da integrieren kann – und die Stadt wurde scharf kritisiert: Weil sie zu wenig für Flüchtlinge tut. So etwas bringt einen kleinen Hoffnungsschimmer in diese furchtbare Thematik. Und dennoch: Es bleibt noch unendlich viel zu tun.

    1. Danke für den Kommentar! Das klingt toll – so kleine Hoffnungsgeschichten hört man gerne. Oft kommen die ja gerade aus größeren Städten, während Dörfer und kleinere Orte im absoluten Chaos versinken :/ Zum Thema Freital hat mich letztens dieser Blog schockiert, der Hass-Facebook-Posts sammelt – wie kann man nur so grauenvolle Dinge schreiben, auch nur denken?! Das ist so verstörend!

  6. Hey Ariana,

    super Beitrag! Warum solltest Du nicht politisch werden, grade Du als Reiseblogger? Reiseblogger tingeln in der Weltgeschichte rum, setzen sich mit fremden Kulturen auseinander, bereisen "sichere Herkunftsländer" und blicken hinter die Kulissen. Reisen hat doch irgendwie ein bisschen was politisches. Ich hab den Beitrag erst überflogen, aber er ist toll geschrieben, gute Mischung aus subjektiver Meinung und objektiver Sicht! Top!

    LG,
    Anna von Weltenfinder

  7. Wow ich hab Gänsehaut bekommen.. ein wirklich, toller und vor allem sehr wahrer Bericht.. Es ist unmöglich, wenn ich höre, dass wieder ein Asylbewerberheim abgebrannt ist, es ist furchtbar, wenn ich Hassbotschaften lese, wie du sie aus der Jena-Gruppe beschrieben hast – hab selbst Anfang des Jahres auch so etwas lesen dürfen und war am würgen vor so viel.. Unwissenheit und Hass und.. allem.
    Das erste Bild finde ich dafür auch sehr passend – wir haben im Grunde so ein Glück in Deutschland zu leben, keine Angst zu haben, dass wir abends vielleicht nicht mehr nach Hause zurückkehren werden, unsere Familie nicht mehr zu sehen.. Wir können froh sein reichlich Essen zu bekommen, Kleidung zu haben, unseren Kindern Spielzeug zu kaufen, während viele der Flüchtlinge evtl nicht einmal mehr wissen, ob ihre Kinder noch leben..
    Deinen letzten Punkt find ich auch sehr schön beschrieben.. wenn man sich das alles mal durch den Kopf gehen lässt ist es mehr als hart, dass Deutschland im Grunde noch viel zu wenig hilft.. Dass der Staat Menschen, die Hilfe brauchen, die um Hilfe bitten und sich nicht mehr wünschen, als aufgenommen zu werden, wieder zurück schickt, weil sie ja nicht zuerst in Deutschland auf EU Boden aufgetreten sind – eine Schande!
    Dennoch wünsch ich dir ein schönes Wochenende und hoffe, dass die Menschheit ihre Augen mal etwas mehr öffnet und sieht, was wirklich zählt..

    1. Danke für den Kommentar! Ja, da hast du wirklich sehr recht! Schreib doch auch etwas über das Thema, ich denke, das ist etwas sehr Einfaches, was man tun kann, andere aufklären, Argumente liefern und Statements abgeben 🙂

  8. Mal wieder alle Daumen hoch, Ariane. Auch dieser Beitrag zeigt mir mal wieder, warum Heldenwetter einer meiner Lieblingsblogs ist.

    Du hast sehr schöne Worte gefunden und deinen Standpunkt wunderbar verständlich erklärt. Großartig!

  9. Hey Ariane,
    ich finde das richtig gut, dass Du so deutlich Stellung nimmst. Gerade als Reiseblogger beschäftigt man sich doch sehr ausgiebig mit anderen Kulturen. Für viele ist das alles so weit weg und betrifft immer die Anderen. Dabei betrifft es uns alle und Menschen die Hilfe benötigen, muss geholfen werden.

  10. Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen: Toller Beitrag!
    Vor siebzig Jahren waren viele unserer Vorfahren selber Flüchtlinge oder dann Spätaussiedler. Einige von denen (oder ihre Sprößlinge) sind leider jetzt diejenigen, die hier bei uns am lautesten schreien und schimpfen, aber viele der älteren Herrschaften haben ihr eigenes Schicksal auch nicht vergessen. Sie erinnern sich sehr gut daran, wie freundliche Menschen ihnen ein wenig Essen, Schutz und Geborgenheit in einer menschenunwürdigen Situation geschenkt haben. Und sie erinnern sich an diejenigen, die genau das nicht getan haben. Abseits aller Verpflichtungen zur Nächstenliebe und Hilfe frage ich mich: Will irgendjemand von uns wirklich zu denen gehören, an die man sich in siebzig Jahren nur noch als "den Mann mit dem harten Gesicht und den wütenden Händen" oder "die Frau mit den bösen Augen" erinnert? Welches Erbe wollen wir hinterlassen, welches Vorbild liefern wir unseren Kindern?

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