Hausarbeiten überleben {Blogparade Studentenleben}

Einer meiner Dozenten fasste den Verlauf hin zur Themenfindung für eine wissenschaftliche (oder zumindest halbwegs wissenschaftliche Haus-)Arbeit mal ungefähr so zusammen: „Ihnen fällt ein Thema ein. Dann verwerfen Sie es wieder, weil sie sich denken, das Thema ist Quatsch. Sie grübeln lange darüber nach. Sie fangen an, an sich selbst zu zweifeln. Irgendwann sitzen Sie auf dem Klo und bekommen ganz plötzlich eine neue Idee. Die bequatschen Sie mit Ihrem Kollegen und stellen fest, dass doch die erste Idee ganz gut war.“ Hat man ein Thema gefunden, geht es ähnlich weiter. Für mich gleicht das Hausarbeitschreiben immer einer mentalen Achterbahnfahrt: Am Ende eines Bibliothekstages bin ich absolut zuversichtlich, freue mich über das, was ich geschafft habe, und sehe ein Licht am Ende des Tunnels, und am Mittag des nächsten stecke ich schon wieder in irgendeinem Zwiespalt, habe einen neuen Text entdeckt, mit dem ich die Hälfte wieder neu aufrollen muss, oder habe das Gefühl, dass ich niemals fertig werde, und bin tief verzweifelt. Manchmal ändern sich diese Gefühle auch innerhalb eines Tages im Stundentakt.


Was ich damit sagen will: Hausarbeiten machen ein sozial- oder geisteswissenschaftliches Studium erst aus. Wenn man ein spannendes Thema hat, können Hausarbeiten Spaß machen, und da die Kommilitonen den gleichen Abgabetermin haben, stehen lustige Bibliotheks-Sessions auf der Tagesordnung. (Bei uns wurde zwischen halbwegs produktiven Phasen gerne mal eine Runde Stadt-Land-Fluss gespielt. Oder, wie das bei Politikwissenschaftlern heißt: Stadt, Land, Diktator, Minderheit.) In einer Hausarbeit lernt man ein Vielfaches von dem, was man in Vorlesungen hört oder für eine Prüfung in sich hineinprügelt, denn das, worüber man eine Hausarbeit geschrieben hat, bleibt einfach hängen. Aber Hausarbeiten können einen eben auch zur absoluten Verzweiflung treiben. Vor allem, wenn man eine solche Arbeit in einer oder zwei Wochen quasi am Stück schreibt, bleibt kaum gedanklicher Raum für etwas anderes. Alles im Kopf kreist um Gliederungspunkte, Formulierungsfragen und Deadlines. Man wird zum Fachidioten. Ich habe im zweiten Semester zu dieser Zeit mal meinen Schlüssel im Spind eingesperrt und musste das Schloss vom Hausmeister knacken lassen – einfach, weil meine Gedanken überall, aber nicht im realen Leben waren.

Nach sechs Semestern und vielen geschriebenen Arbeiten stehe ich nun vor der Themensuche für meine Bachelorarbeit. Und möchte zur Feier des „Ich seh ein Licht am Ende des Tunnels!“ ein paar Tipps weitergeben, wie man eben nicht an Hausarbeiten verzweifelt.

Tut mir leid, dass dieser Beitrag zwischen allen Reise-Themen ein bisschen Off Topic ist. Aber ich bin nunmal Nebenjob-Bloggerin und Vollzeit-Studentin, und so kam mir die Blogparade von Stud-ENTEN-leben gerade recht. Vom 1. bis zum 14. Juli geht es auf verschiedenen Blogs über alle möglichen Themen rund ums Studium. Es gab beispielsweise schon Artikel zum WG-Leben, Alternativ-Tipps zur Mensa oder zur Studienwahl überhaupt. Die Blogparade ist, wie ich finde, eine nette Mischung aus Tipps für Studienanfänger oder solche, die es werden wollen, und Möglichkeiten zum In-Erinnerungen-Schwelgen für alte Hasen wie mich. Dazu gibt es auch sehr spezielle Themen: Jule von Floral Heart hat zum Beispiel über ihr Duales Studium geschrieben, und bei Cagla gibt es einen Artikel über das Studieren mit Behinderung.

So, nun aber: Mein kleiner Hausarbeiten-Überlebensguide.

Denk daran, dass die Themensuche immer das Schlimmste – und Wichtigste – ist

Nagut, vielleicht ist das falsch formuliert. Ein Thema hast du wahrscheinlich schnell im Kopf, eben der Teil des Seminars, der dich am meisten interessiert hat, oder vielleicht dein Referatsthema. Aber darin eine geeignete Fragestellung zu suchen, kann ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen und zum Haareraufen sein. So sehr, dass viele einfach mit einem ganz groben Plan in eine Hausarbeit starten und drauflosschreiben, weil sie eigentlich gar nicht wissen, was ihre Fragestellung ist. Ganz großer Fehler, damit kann man eigentlich nur scheitern. Vor der eigentlichen Recherche und natürlich dem Schreiben solltest du einen möglichst genauen Fahrplan darüber haben, was du in der Hausarbeit machen willst. Einige Punkte kannst du selbstverständlich immer noch anpassen. Es ist ganz normal, dass sich das Thema im Schreibprozess nochmal leicht ändert oder sich Gliederungspunkte verschieben. Aber das ist keine Ausrede, das Allerwichtigste an einer Hausarbeit ist trotzdem, dass du vor dem eigentlichen Beginn deiner Arbeit eine konkrete Fragestellung und eine Gliederung hast, dass du weißt, wie du methodisch vorgehen wirst, und dass du die wichtigsten Werke, aus denen du zitieren wirst, kennst.

Um diese drei Punkte zu erfüllen, braucht es natürlich schon eine anfängliche Literaturrecherche. Dafür musst du selbstverständlich keine Bücher lesen, schau einfach mal rein, lese Texte, die dir interessant vorkommen, gucke, wer vielleicht oft von anderen zitiert wird, und so weiter. Alles, was vor der eigentlichen Arbeit geschieht, solltest du nicht unterschätzen, und daher früh genug mit der Auswahl einer Fragestellung anfangen. Recherchieren und schreiben kannst du immer noch unter Zeitdruck zwei Tage vor dem Abgabetermin, aber ein möglichst genauer Fahrplan sollte idealerweise schon ein paar Wochen vorher stehen, damit du ihn noch mit deiner Dozentin besprechen und gegebenenfalls modifizieren kannst.

Auch ganz wichtig: Wenn du einmal einen Fahrplan hast, bleib dabei. Klar, wie gesagt, kleine Modifizierungen sind ganz normal. Aber ändere nicht noch einmal dein Thema, weil dir ein anderes spannender erscheint.

Behalte immer die Literaturangaben im Auge

Ganz ehrlich: Es ist das Allerschlimmste, drei Stunden vor dem Abgabetermin noch verzweifelt in der Bibliothek zu sitzen und herumzusuchen, woher du nun dieses oder jenes Zitat hast oder in welchem Jahr der eine Aufsatz zitiert wurde. Und das korrekte Zitieren ist einer der Aspekte deiner Arbeit, auf den dein Dozent am meisten Wert legen wird. Achte deshalb vom allerersten Moment, in dem du irgendeine Zeitschrift oder ein Buch zu deinem Thema in der Hand hast, auf das Notieren deiner Literaturangaben. Sei dabei so konkret wie möglich. Wenn du während dem Lesen und Recherchieren handschriftliche Notizen machst, halte die Randspalte frei, um die Seitenzahlen zu notieren. Wenn du am Laptop arbeitest, schreib dir hinter jeden einzelnen Stichpunkt bereits Autor, Jahreszahl und Seitenzahl. Es mag dir am Anfang nach Mehrarbeit erscheinen, aber letztendlich wirst du es dir danken!

Ein wirklich guter Tipp ist übrigens das Nutzen von Literaturverwaltungssoftware. Klar, bei einer Hausarbeit mit vielleicht zwanzig oder dreißig Quellen ist das nicht zwingend überlebensnotwendig. Aber es erleichtert einem die Arbeit einfach ungemein. Kostenlose Lizenzen für Citavi oder EndNote erhältst du als Studentin normalerweise problemlos über deine Uni. In solche Programme kannst du die Daten jedes Textes, den du benutzt, eintippen, und es wird dir automatisch ein perfektes Literaturverzeichnis erstellt. Mit einem Klick hast du also am Ende deine gesamte Literaturliste und musst diese nur noch einfügen und gegebenenfalls ein bisschen modifizieren. Besonders begeistert bin ich immer davon, dass man auch ISBN-Nummern eingeben oder Zeitschriftenartikel als PDF hochladen kann und sich Citavi ganz automatisch die entsprechenden Daten aus dem Internet saugt. Das Eintippen dauert dann keine zehn Sekunden. Citavi, EndNote & Co. können auch noch viel mehr, aber schon diese Basis-Funktionen sind eine große Erleichterung.

Bücher schleppen

Wenn es nicht mehr geht, dann geh

Solange du dir deine Zeit halbwegs klug einteilst und nicht erst in der Nacht vor der Abgabe anfängst, solltest du die Möglichkeit haben, auch einfach mal für einen Nachmittag nichts zu machen. Und das ist voll okay. Wenn du in der Bibliothek sitzt und merkst, dass einfach nichts mehr geht, dass du dich nicht konzentrieren kannst und du absolut keine Lust mehr hast, dann geh. Oder wenn du ein bestimmtes Problem lösen musst, auf das du gestoßen bist, und deine Gedanken kreisen, die Sorgen anfangen und du einfach keine Antwort findest – geh. Versuch, an etwas ganz anderes zu denken und dich abzulenken. Mir persönlich geht es oft so, dass ich in der Bib sitze und über eine Stunde lang nach einem Problem grüble, ohne eine Lösung zu finden. Und sobald ich aufstehe und nach Hause gehe, habe ich kaum die erste Straße überquert, da habe ich eine Idee. Wer nur herumsitzt und immer wieder an das Gleiche denkt, kann keine innovativen Lösungen finden. Dafür braucht es neuen Input, manchmal ist das nur ein bisschen frische Luft, manchmal auch ein Gespräch mit Kommilitonen über einem Stück Kuchen in der Bibliothekscafeteria oder der freie Nachmittag, an dem man in einem Roman liest oder seine Lieblingsserie schaut.

Nutze unproduktive Stunden produktiv

Wenn man kreativ sein muss, gibt es einfach Phasen, in denen alles läuft, und Phasen, in denen man das Gefühl hat, nichts zu Stande zu bringen und keine Ideen zu haben. Kreativsein ist eben etwas, das nicht auf Knopfdruck funktioniert, und auch für das Schreiben einer Hausarbeit benötigt man Kreativität, auch wenn es aufgrund der vielen Formalia nicht so wirkt. Wer gefühlt endlos vor dem leeren Word-Dokument sitzt und es nicht schafft, auch nur einen sinnvollen Satz zu formulieren, sollte sich vielleicht eine Alternativaufgabe überlegen. Eine Hausarbeit bringt ja noch viele andere Dinge mit sich, die weniger kreativ, sondern eher stupide sind. Wenn du gerade nicht schreiben möchtest oder kannst, nutze die Zeit doch einfach dafür, fehlende Texte und Bücher in Citavi zu tippen, deine Arbeit auf die Formalia (à la Seitenrand, Zeilenabstand etc.) hin anzupassen, dein Inhaltsverzeichnis zu erstellen, das Deckblatt zu basteln… All das sind Dinge, die dir am Ende noch viel Zeit rauben können. Du wirst irgendwann noch froh sein, sie schon erledigt zu haben.

Im Gegenzug solltest du aber produktive Phasen auch nutzen. Wenn du an deiner Arbeit sitzt und merkst, dass du gerade eine Seite nach der anderen schreibst, also im absoluten „Flow“ bist, dann sag das verabredete Abendessen ab oder geh nur kurz und kehre so schnell wie möglich an den Schreibtisch zurück. Ich habe normalerweise am Ende meiner Arbeit, wenn ich nicht mehr am Recherchieren, sondern nur noch am Tippen bin, eine solche Phase. Ich arbeite meistens so, dass ich erst einmal lange Zeit nur lese und recherchiere und mir dabei Stichpunkte mache. Erst, wenn ich das Gefühl habe, alles zu wissen, was ich wissen muss, fange ich an zu schreiben. Dabei muss ich praktischerweise nur noch meine Stichpunkte ausformulieren. Ich glaube, dass diese Arbeitsweise den Flow befördert. Einerseits habe ich irgendwann einfach das Gefühl, schon unglaublich viel zu wissen, und einfach totale Lust, endlich mein Wissen ausformuliert zu Papier zu bringen. Andererseits ist es für mich relativ simpel, Stichpunkte auszuformulieren. Es macht mir Spaß und ich habe das Gefühl, dass wirklich etwas voran geht, dass ich ein Licht am Ende des Tunnels sehe. So dauert der tatsächliche Schreibprozess bei mir normalerweise nur ein bis zwei Tage. Aber diesen Flow kann man eben nicht wirklich erzwingen, man muss ihn nur nutzen, wenn er kommt.

Tafel Nachdenken

Trau dich, nach Aufschub zu fragen

Dozentinnen und Dozenten sind (normalerweise) keine Unmenschen und die wenigsten wollen ihren Studenten etwas Böses. Spielraum bei der Deadline gibt es fast immer. Wenn du also merkst, du kommst nicht zum Ende, oder du brauchst einfach noch ein paar Tage, um die Arbeit richtig gut zu machen, dann schau wenn möglich persönlich bei deinem Dozenten vorbei, schildere ihm die Situation und frag nett. Manchmal kommt ja auch einfach etwas dazwischen. Wenn du eine Woche vor der Abgabe krank geworden bist, musst du dir keinen Ast abbrechen, um noch irgendetwas abzugeben. In so einer Situation wird dir wohl jeder ein paar Tage mehr gönnen. Natürlich solltest du das nicht ausreizen und nur als Backup-Plan in der Hinterhand behalten. Ich schreibe es hier nur, weil ich mich im ersten Semester wohl niemals getraut hätte, zu fragen, ob ich eine Hausarbeit auch zwei Tage später abgeben kann. So ein Quatsch – fragen kostet schließlich nichts!

Der erste Eindruck bleibt bekanntlich haften, und auch Leute, die an der Uni Seminare geben, sind nur Menschen. So solltest du (natürlich nicht nur aus diesem Grund, sondern generell!) bereits während des Semesters auf einen höflichen Umgang und wenigstens ein bisschen Engagement deinerseits achten. Jemand, der fast immer im Seminar war, sich interessiert gab, Fragen stellte und mitarbeitete, bleibt einem Dozenten besser im Gedächtnis als jemand, der im ganzen Semester nur dreimal aufgekreuzt ist oder jedes Mal nur stumm in der Ecke saß und auf sein Handy getippt hat. Wer verantwortungsbewusst, nett und zuverlässig erscheint, dem wird natürlich eher ein Aufschub gewährt als jemand, der sich schon einen Ruf als Totalchaot gemacht hat. Auch, wenn du bereits mehrmals in der Sprechstunde warst, um dein Hausarbeitsthema vorzustellen und dein weiteres Vorgehen zu besprechen, ist das nicht nur hilfreich für dich, sondern zeugt auch von deinem Interesse und deinem Engagement.

Ach ja, hier noch eine kleine Anmerkung: Wenn du eine Person bist, die beim Schreiben einer Hausarbeit viel Hilfe braucht und gerne mit dem Dozenten in Kontakt steht, um Zweifel aus dem Weg zu räumen, dann achte bereits bei der Belegung darauf, dass du ein Seminar wählst, das jemand gibt, der fest an der Uni angestellt ist. Seminare werden oft auch von externen Mitarbeitern gegeben, die dann teils nur einen Tag in der Woche in der Stadt sind und mit denen Kontakt nur per Mail möglich ist, das kann ganz schön nervenaufreibend sein.

Sei – wenn irgendwie möglich – zwei Tage vor der Abgabe fertig

Ich weiß, das klingt unglaublich streberhaft. Aber glaub mir, es hilft ungemein. Warum zwei Tage? Weil du einen Tag frei machen kannst, um den Kopf frei zu bekommen. Und am letzten Tag kannst du deine Arbeit nochmal, ein letztes Mal, überarbeiten. Wenn du tage- oder sogar wochenlang intensiv an deiner Hausarbeit getüftelt, geschrieben und formatiert hast, kannst du sie wahrscheinlich irgendwann einfach nicht mehr sehen – mir zumindest geht es jedes Mal so. Die Arbeit direkt nach dem Schreiben Korrektur zu lesen, bringt herzlich wenig. Du hast das Gefühl, du kennst ja eh jeden Absatz, überfliegst die Wörter also nur noch und achtest gar nicht so wirklich darauf, was du schreibst. Außerdem hast du eigentlich sowieso keine Lust und willst dir zur Feier dessen, dass du fertig bist, ein Eis gönnen. Mit einem Tag Abstand kannst du das, was du in die Welt gesetzt hast, objektiver betrachten. Das Korrekturlesen am letzten Tag wird Wunder bewirken und dir werden Fehler auffallen, bei denen du dich fragst, wie du sie jemals hast machen können. Falls du Freunde hast, die deine Arbeit auch noch Korrektur lesen, ist es natürlich sinnvoll, noch früher fertig zu werden, um ihnen ein bisschen Zeit zum Lesen zu geben. Aber zwei Tage sind für mich das absolute Minimum, und ich plane mir das so auch in den Kalender ein. Rechne am besten, wenn du dir auch vornimmst, früher fertig zu werden, direkt immer mit deiner eigenen Deadline und verbanne den eigentlichen Abgabetermin erst einmal in den Hinterkopf. So kommst du gar nicht in Versuchung, doch noch Arbeit aufzuschieben.

Such dir Gleichgesinnte

Das Schönste und Lustigste am Hausarbeiten schreiben? Für mich sind das meine Freunde, mit denen ich zusammen in der Bibliothek sitze und Quatsch mache, die bei Problemen für mich da sind und die meine momentane Situation verstehen – weil sie in der gleichen sind. Ich glaube, die lustigsten Geschichten in meinem Freundeskreis stammen fast alle aus der Prüfungs- und Hausarbeits-Stresszeit, denn in solchen Momenten brennen gefühlt bei allen die Sicherungen durch, die bescheuertsten Insider-Witze finden Anwendung und alle tendieren leicht zum Wahnsinn. Klar, du willst eine gute Hausarbeit schreiben, aber lass dir auch Zeit dafür, um mit der besten Freundin „nur mal eben eine Pause zu machen“ und sich stundenlang zu verquatschen, oder um mit Freunden an den See zu gehen, um „natürlich noch ein bisschen zu lernen“, und selbstverständlich nur herumzualbern… Ohne Sozialkontakte würde ich in so stressigen Phasen wohl durchdrehen. Kurze Pausen auf den Tag verteilt sind wichtig, und niemand kann den ganzen Tag durch schreiben, irgendwann ist auch einfach Ende und man kann sich auf ein Feierabendbier treffen.

Besonders angenehm finde ich immer die Gruppenarbeitsräume bei uns in der Bibliothek. Die kann man mieten, es passen vielleicht so vier oder fünf Leute hinein. Dort muss man nicht ruhig sein, man kann sich zwischendurch mal unterhalten, in einer Pause ein bisschen quatschen, man kann Süßigkeiten oder frisches Obst versteckt hineinschmuggeln und großzügig mit den Freunden teilen… Es ist einfach angenehmer, nicht immer im stillen Kämmerlein zu sitzen und sich austauschen zu können. Auch stressige Phasen müssen nicht nur stressig sein, sondern dürfen zwischendurch mal Spaß machen! Mit guten Freunden kann man einfach alles durchstehen, und sie helfen dir im Zweifelsfall auch, am Ende deine Arbeit zu formatieren oder Korrektur zu lesen!

Tafel Fragezeichen

So, das wars! Beim Schreiben sind mir nicht nur Erinnerungen hochgekommen, sondern ich hab fast Lust bekommen, mich direkt an die nächste Arbeit zu setzen 😉 Weitere Tipps gibt es übrigens bei Katos ultimativem Hausarbeiten-Guide.

Wie ist das bei dir – hast du andere Tipps und Erfahrungen?

11 Gedanken zu “Hausarbeiten überleben {Blogparade Studentenleben}”

  1. Ich konnte mich in so vielen Punkten wiederfinden….und fühle mich in den Hintern getreten, weil ich WIRKLICH mal langsam mit meinen Hausarbeiten anfangen müsste…ich verabrede mich gleich mal mit meiner Freundin für nächste Woche in der Bib! Apropos Bib, ergänzend zu deinem Punkt wollte ich erwähnen, dass man gerade an einer kleinen Uni oder Hochschule mit einer kleinen Bibliothek am besten schon früh am Tag hingeht, um einen Arbeitsraum zu bekommen – meine Erfahrungen hier sagen, dass ab so elf Uhr die wenigen Räume, die es gibt, schon belegt sind. Für Leute wie mich, die sowieso morgens am besten arbeiten können, ist das gut….für alle Morgenmuffel leider nicht….

    1. Haha, das freut mich 😀 Ja, Verabredungen sind gut, oder jeden Morgen zum Frühstück, um sich zu motivieren 😉 Und da hast du auf jeden Fall Recht, das ist bei uns zumindest in den Prüfungs-/Hausarbeits-Phasen ähnlich, am Semesteranfang geht es meistens noch ganz gut. Bei uns kann man solche Räume allerdings auch im Voraus buchen, das ist ganz praktisch.

  2. Super Beitrag und für mich im Moment, während meiner BA-Arbeit, auch sehr hilfreich. Ich kann dir voll und ganz zustimmen, dass die Themensuche das Schwierigste ist. Ganz besonders bei der Abschlussarbeit, an die erinnert man sich immerhin ein Leben lang zurück. Ich musste schmunzeln, dass es dir auch so geht: Wenn ich einen Tag in der Bib war, bin ich richtig motiviert und mache mir gar keine Sorgen mehr um die Deadline oder die Endnote. Dann hat man wieder einen Durchhänger und würde am liebsten alle 20 Seiten verwerfen und neu beginnen, am besten mit neuem Thema.

    Der einzige Tipp den ich habe ist der, von Anfang an konsequent sauber zu schreiben. Keine Konzeptsätze, Rechtschreib- und Tippfehler immer sofort korrigieren. Geschriebene Absätze gleich korrekturlesen, Fußnoten sauber setzen usw. Das Formelle habe ich oft vernachlässigt, zum Schluss der Arbeit brach dann groß Stress aus, beim Überarbeiten. Das kann man sich sparen indem man von Anfang an konsequent ist und die Arbeit auch formell sauber aufbaut. Hätte ich viel früher so machen sollen 🙂

    Liebe Grüße
    Bonny

    1. Danke, freut mich, wenn ich helfen konnte! 🙂 Für meine Abschlussarbeit habe ich auch immer noch kein Thema gefunden, es ist furchtbar… Gut zu hören, dass es anderen da auch so geht 😉 So eine Hausarbeit ist für mich immer eine richtige psychische Achterbahnfahrt.

      Das ist ein guter Tipp, vor allem bei einer Abschlussarbeit kommt am Ende ja auch so viel zusammen, da hat man bestimmt keinen Nerv mehr dazu, noch alles zu überarbeiten. Ich muss allerdings zugeben, dass ich da auch oft eher schlampig arbeite. Manchmal fällt mir zum Beispiel einfach keine passende Formulierung ein, dann schreibe ich irgendetwas und markiere es einfach rot, um es später nochmal zu überarbeiten 😉 Mir ist es da wichtiger, dass nichts den Schreib-Flow stört!

  3. Der Beitrag könnte gar nicht passender kommen, Ariane! Ich muss bald meine ersten beiden Hausarbeiten schreiben und weiß noch so gaaar nicht, wie das geht 😛 Deine Tipps klingen auf der einen Seite super beängstigend und auf der anderen nach einem guten Plan! Ich hoffe, dass das bei mir alles klappt.
    Liebe Grüße, Fredi

    1. Hehe, das freut mich 🙂 Ach, am Anfang kommt einem das immer wie eine rieeeesen Sache vor, und irgendwann ist man total routiniert 😉 Ich drück dir die Daumen, du bekommst das bestimmt super hin!

  4. Super hilfreich! 🙂 Vielen Dank für den tollen Beitrag 🙂 ich schreibe bald meine erste Hausarbeit in der Uni und bin schon furchtbar aufgeregt weil ich eigentlich keine Ahnung hab wie genau man das macht 😀 Du hast mir definitiv ein wenig die Angst genommen 🙂

    Liebe Grüße von Franziska von Little Things

    1. Haha, die hat man am Anfang nie, aber irgendwann schüttelt man Hausarbeiten dann ganz routiniert aus dem Ärmel und fragt sich, warum man sich jemals so einen Stress gemacht hat 😉 Ich drück dir die Daumen!

  5. Hallo Ariane,
    da sitzen wir vielleicht ein Stück weit im selben Boot. Ich muss im nächsten Semester meine Bachelorarbeit schreiben, aber so wirklich habe ich noch kein Thema finden können, von dem ich so wirklich begeistert bin… es ist so schwer was zu finden wo man wirklich Lust drauf hat!
    Hast du dich schon für ein Thema entscheiden können?

    Liebste Grüße

    Jacqueline

    1. Ich hab eher das Problem, dass ich einfach soooo viele Themen im Kopf hätte, die mich interessieren und es nicht schaffe, mich auf eines festzulegen. Irgendwie suche ich noch das Thema, das mich alle anderen vergessen lässt, sozusagen 😉 Mal sehen! Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, du findest bestimmt noch ein gutes Thema. Mal abwarten, über den Sommer hinweg, im Urlaub, dann wenn du es gar nicht erwartest, fällt dir was ein 🙂

  6. Oh ja, ich müsste mich auch mal ernsthaft an meine Hausarbeit setzen… habe zwar noch ewig Zeit, will aber möglichst schnell fertig werden und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie viel Mühe und Anstrengung mich die Bachelor Arbeit gekostet hat. Irgendwann war ich so froh, sie endlich abgegeben und später noch viel glücklicher, sie bestanden zu haben. Und obwohl ich die BA gestemmt habe, geht es mir bei jeder Hausarbeit wieder genau so, wie du es beschrieben hast. Ich glaube das gehört so… 😉

    Herzlich,
    Anna

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