Schlagwort: Stadt

Geschichten

Stadt der Zukunft?! Eine Geschichte aus Malmö

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190 Meter schraubt sich der Turning Torso, Malmös Wahrzeichen, in die Höhe – damit ist er der höchste Wolkenkratzer in ganz Skandinavien. Es wundert mich, dass er so alleine dasteht, ohne Anschluss an „Malmhattan“, an die modernen Bürogebäude am Wasser. Und noch mehr wundert es mich, als ich erfahre, dass das einen guten Grund hat: Der Turning Torso ist kein Prestigeprojekt einer großen Bank, sondern ein Wohngebäude, entworfen von Santiago Calatrava, der sonst Brücken, Bahnhöfe und Museen baut, die weltweit Preise gewinnen. In diesem Kunstwerk kann man wohnen – und das sogar zur Miete und mit gutem Gewissen. Weiterlesen

Geschichten

Mein Street Art-Road Trip durch Portugal – Überraschung in Estarreja

centro de portugal street art

Portugal kennt man für Strände, spannende Städte und hübsche Fliesen – klar. Aber das kleine Land am westlichen Rand Europas hat mittlerweile auch eine der spannendsten und lebhaftesten Street Art-Szenen der Welt. Und auch, wenn ich es selbst liebe, in Lissabon und Porto nach Kunstwerken zu suchen, reicht das den Menschen in Portugal längst nicht mehr: Man bemüht sich hier seit einigen Jahren, Street Art gerade auch außerhalb der großen Städte zu fördern. In der Region Centro de Portugal im Norden des Landes hat das zu spannenden Ergebnissen geführt, die sich perfekt in einem kleinen Roadtrip erkunden lassen. Den Anfang macht die Kleinstadt Estarreja, nur eine 40-minütige Autofahrt von Porto entfernt. Weiterlesen

Geschichten

Der Blick in die Wolken: Museumskunst in Lyon

Ein Raumschiff, denke ich. Eins wie aus Star Wars, das hinten eine Klappe aufmacht, in die die Milennium-Falken hineinfliegen und landen können. Eine Sphinx ohne Kopf oder eine stilisierte Schildkröte? Oder doch eine ganz zufällige Konstruktion, inspiriert von zerknülltem Papier wie bei den Simpsons? Ich mag moderne Architektur wirklich, aber das Interpretieren fällt mir meistens schwer. Linien, Flächen, Fenster und Stahl, gut und schön, aber darin Strukturen und Bewegungen erkennen, sinnhafte Motive und sichtbare Ideen? Der dahinterstehende Sinn erschließt sich mir meist erst, wenn ich mit der Nase darauf gestoßen werde. Oder gar nicht – ich stehe und schaue, lege begeistert den Kopf in den Nacken und suche die Glas- und Stahlwände mit den Augen ab, aber es ist wie mit dem Blick in den Himmel: Alles kann man erkennen und nichts.

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Geschichten

Mein Herz schwankt

Ich habe kein Thermometer bei mir, aber ich bin mir sicher, das müssen mehr als 40 Grad sein. Daran, wann mir zuletzt so heiß war, kann ich mich nicht erinnern, Wasser in den Nacken, Hut auf, nichts scheint zu helfen. Die Sonne ist lebensfeindlich, gibt einem das Gefühl, in Flammen aufzugehen. Alles glüht, alles verschwimmt vor Hitze. Laufen, denken, atmen fällt schwer, alles passiert heute so viel langsamer als sonst. Selbst im Schatten tropft mir der Schweiß von der Stirn.

Der Sonnenuntergang taucht Lissabon in ein rosegoldenes Licht, das einem das Herz aufgehen lässt, entscheidet sich aber nicht dafür, die Temperaturen merklich zu reduzieren. Im Vergleich zu draußen ist es sogar in der U-Bahn angenehmer. „Wie schafft ihr das, hier zu leben?“ Noch kein Portugiese konnte mir diese Frage beantworten, vielleicht muss ich sie noch einmal stellen, wenn das Wetter freies Philosophieren wieder zulässt. Ich erinnere mich an meine letzte Reise nach Portugal, als mir die sanfte Fast-schon-am-Meer-Brise Lissabons nach Sevilla wie ein Kopfsprung ins kalte Wasser vorgekommen war. Ich bin wohl auch einfach nichts mehr gewohnt. Weiterlesen

Geschichten

Enger Blick, weiter Horizont

„Im Prinzip ist das eine große Straße mit Geschäften rechts und links, wo die Spanier günstige Zigaretten kaufen.“ Was ich im Vorfeld meiner Reise über Andorra höre, klingt nicht unbedingt verlockend. Zum Glück hat mich so etwas noch nie abgeschreckt – im Gegenteil, gerade über die Reiseziele, die ich eher anti-empfohlen bekomme, möchte ich mir mein eigenes Urteil bilden. Andorra mag zwar ein sehr kleiner weißer Fleck auf der Landkarte sein, aber – Vorsicht, Spoiler! – ihn zu erkunden, lohnt sich trotzdem sehr!

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Erfahrungen

Kulinarisch durch die Regensburger Altstadt

Stadtführungen haftet ja gerne mal ein etwas altbackenes, langweiliges Image an. Wer erinnert sich nicht an Klassenausflüge, auf denen man bei vierzig Grad im Schatten durch kleine Gassen und mittelalterliche Plätze gescheucht wurde und in Gedanken eigentlich schon längst im Freibad war?

Und gerade, wer selbst in touristisch beliebten Städten wohnt, kann sie irgendwann einfach nicht mehr ertragen, die Horden an gut gelaunten Männern und Frauen fünfundsechzig plus, in medizinisch korrekten Freizeitschuhen und beigen Wanderwesten, die einer jungen Frau mit Regenschirm oder anderem Erkennungsmerkmal in der Hand hinterherdackeln. In Regensburg weiß man im Sommer bereits, welche Teile der Innenstadt man besser meiden sollte – schon allein, weil Touristengruppen immer und grundsätzlich die Wege versperren, die man als Einheimische nutzen möchte, um von A nach B zu kommen. Weiterlesen

Impressionen

Über den Dächern von Lima

– Dieser Artikel enthält Werbung. Einen Hinweis dazu kannst du am Ende dieses Artikels lesen. – 

Eines der ersten Dinge, das den meisten Menschen bei einer Peru-Reise auffällt: Beinahe alle Wohnhäuser in Lima gleichen sich perfekt in der Bauart. Gut, in Miraflores und Barranco gibt es zudem schicke, moderne Appartment-Gebäude, doch Einfamilienhäuser sehen auch hier nicht anders aus als in den ärmeren Stadtteilen im Norden oder Süden.

Ein kleiner Vorgarten mit Blumen oder Kakteen trennt das Haus von der Straße und wird nach außen hin von einem Zaun oder einer hohen Mauer umschlossen. Dahinter mehrere Stockwerke, relativ schnörkellos aufeinandergebaut. Verputzt und bunt gestrichen ist nur die Wand, die zur Straße zeigt, rechts, links und hinten wird typisch pragmatisch auf jeglichen Schmuck verzichtet. Außerdem könnte es ja noch sein, dass die Nachbarn von rechts oder links aufstocken – und die sinnloserweise verputzte Mauer nun gar nicht mehr zu sehen wäre!

Und ganz oben? Da erstreckt sich ein Flachdach, auf fast jedem Haus in Lima. Weiterlesen

Erfahrungen

Die spannendsten und skurrilsten Märkte in Lima

Wenn ich die peruanische Hauptstadt in drei Worten beschreiben müsste, würde ich wohl „vielseitig“, „groß“ und „chaotisch“ wählen. Wer alle drei Eigenschaften zur gleichen Zeit erleben möchte, muss nur einen der vielen Märkte in Lima besuchen. Ob man etwas braucht oder nicht, ist dabei zweitrangig, denn die meisten Märkte sind für sich schon ein richtiges Erlebnis. Besonders Freitagabend und am Wochenende treten sich die Menschen fast gegenseitig auf die Füße, alles um einen herum wuselt und alle paar Meter läuft unterschiedliche Musik. Reizüberflutung total – und an jeder Ecke neue Skurrilitäten. Weiterlesen