Schlagwort: Wandern

Geschichten

Der Kampf gegen die Elemente: Wettereskapaden in Irland

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Das irische Wetter hat zwei Eigenschaften: unberechenbar und unbarmherzig.

Kein Wunder, dass es in Irland nicht nur Hunde und Katzen regnet, sondern dass der irische Wind laut den Iren „eine Abkürzung durch dich durch nehmen“ würde, wenn er könnte, und dass die Sonne „die Steine spaltet“.

Dabei haben wir, als wir uns zu den berühmten Klippen von Moher aufmachen, eigentlich bisher eine wettertechnisch sanfte Woche hinter uns. Wenn es regnete, konnten wir uns immer rechtzeitig ins Auto retten – und Steine verätzt die Sonne Anfang März wohl auch noch nicht so ganz. Wir wiegen uns also noch in trügerischer Sicherheit. Weiterlesen

Geschichten

Irgendwann ist immer das erste Mal

Traumpfad Eltzer Burgpanorama

Irgendwann ist immer das erste Mal. Und, auch wenn es mir viele nicht glauben können, bis vor einigen Wochen bin ich noch nie zuvor alleine gewandert. Ich bin bereits mehrmals alleine gereist, doch diese Reisen gingen immer in Städte. Wenn es in die Natur ging, schloss ich mich größeren Gruppen an. Klar, in Deutschland war ich auch häufig alleine spazieren. Aber das waren kurze Strecken, zwei Stunden durch Park und Stadtrand. So richtig für mehrere Stunden mitten in die Natur, ganz ohne jemanden an meiner Seite? Noch nie.

Dass sich das änderte, war letztendlich eher Zufall als fester Beschluss: Ich suchte mir nicht in Cheryl Strayed-Manier einen Weg, der das Land von Nord nach Süd durchquerte, um zu mir selbst zu finden, und ich gelangte auch nicht zu tiefer spiritueller Erkenntnis auf dem Jakobsweg.

Ich bin ins Maifeld gereist und den Traumpfad Eltzer Burgpanorama gewandert. Und danach noch ein bisschen weiter. Und hab dabei tatsächlich so einige Erkenntnisse gewonnen – von denen eine lautet: Alleine wandern ist ziemlich großartig.

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Impressionen

China, deine Tempel

Tempel China

Wer von einer Reise zurückkehrt, sagt gern: Es war wie in einer anderen Welt.

Nie kam mir das so berechtigt vor wie in China. Die für Uneingeweihte völlig unverständliche Schrift, bei der es auch für das Lesen von Ortsnamen nicht damit getan ist, ein paar Buchstaben zu erlernen. Das auf den ersten Blick so homogene Bevölkerungsbild, das sich so deutlich von mir unterscheidet, dass ich nicht einmal die geringste Chance habe, nicht sofort als Ausländerin aufzufallen. Und die völlig anderen kulturellen Codes, Symbole und Philosophien.

Wer als Ausländerin nach China kommt, muss notgedrungen seinen Horizont erweitern und feststellen, dass die vermeintlich selben Begriffe hier ganz andere Dinge meinen. Es gibt eine andere Vorstellung von Dimensionen und Größen, von Nation und Nationalität, von Politik und Demokratie – und eben auch von Religion und Philosophie. Weiterlesen

Geschichten

Regenbogen und Zuckerwatte

Hohe Tatra Wanderung Winter

Winterjacke und Schal blieben daheim, die Vögel sangen in der Dämmerung: Irre ich mich, oder ist zwischenzeitlich über Nacht Frühling geworden? Jetzt schneeregnet es wieder und das Wetter scheint auch in den nächsten Tagen nicht weniger ungemütlich zu werden. Blog-technisch passt mir das ganz gut, denn ich habe immer noch nicht meine Winter-Fotos hier geteilt. Zeit wird’s – zum Winterwunderland bitte einmal weiterlesen! Weiterlesen

Geschichten

So einfach kann es sein: Unterwegs rund um Aberystwyth

Keine Vorstellung, keine Erwartungen. In etwa so bin ich an unsere Zeit in Wales herangegangen. Okay, ich hatte einen Reiseführer durchstöbert, einen Wanderführer gekauft und ein paar Artikel auf Reiseblogs gelesen, aber das war es dann auch. Ich hatte keine Sehenswürdigkeiten im Kopf, die ich besuchen wollte, und keinen konkreten Plan für die Zeit in dem kleinen Land. Vielleicht liegt meine Begeisterung für unsere Reise genau darin – Leben von Tag zu Tag, den Kopf frei von Plänen, sehen, was kommt, ist es nicht das, was wir uns von einer Reise wünschen, besteht die Abwechslung vom Alltag, die wir wollen, nicht genau darin? Weiterlesen

Geschichten

Zwei Seen und das Meer: Die Cregennan Lakes

Die Straße schlängelt sich zwischen Hügeln hindurch und scheint immer schmaler zu werden. Rechts und links ist sie von niedrigen Mauern aus gestapelten Schieferstücken oder Zäunen begrenzt – würde uns jetzt ein Auto entgegenkommen, wir müssten ein ganzes Stück rückwärts fahren. Doch wie so oft in Wales sind wir die einzigen weit und breit. Weiterlesen

Geschichten

Der nicht ganz so geheime Blue Lake

„Da fahren wir heute hin!“, sagt mein Freund neben mir bestimmt und reißt mich aus meinen Gedanken. Während ich die Nase in unseren Wanderführer gesteckt habe, sitzt er mit dem Tablet in der Hand auf dem Bett und hält mir einen Blogartikel hin, der von einem Ort erzählt, den angeblich nicht einmal die Locals kennen: dem Blue Lake, einen durch Mineralien dunkelblau gefärbten See inmitten einer alten Schiefermine. Weiterlesen

Geschichten

Auf zum Sitz des Riesen: Wandern in Cadair Idris

Kaum verwunderlich, dass sich um viele Gebirge Sagen und Legenden ranken. Spontan auftretende Gewitter, sich ständig verändernde Himmelsfarben, Hausdächer zerstörender Hagel – für solche Naturphänomene suchen Menschen nach Erklärungen, und ungewöhnliche, besonders extreme Wetterlagen treten eben gehäuft in extremen Landschaften auf. Weiterlesen

Impressionen

Elbsandsteingebirge in Bildern

Je öfter ich in Deutschland unterwegs bin, desto mehr beschleicht mich der Gedanke, dass man eigentlich gar nicht weit weg muss, um Schönes zu sehen und Spannendes zu erleben. Na klar, reisen ist großartig und die Neugier auf andere Regionen und Länder wird mich immer antreiben, aber für ein Wochenende abschalten, Natur genießen und Neues sehen braucht es keine drei Flugstunden, all das kann man auch vor der eigenen Haustür finden, oder zumindest nur eine kurze Weile davon entfernt. Das ist jetzt natürlich keine neue Erkenntnis – aber zwischen all den großartigen Reiseblogs, die durchs Netz schwirren und von Fernreisen berichten, tritt die nähere Umgebung für mich immer so ein bisschen in den Hintergrund und ich träume von allem, was weit weg ist.

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Gedanken

Wandern macht glücklich. Die Natur und ich

Spätestens letztes Jahr, auf unserer kleinen Mittel-Südost-Europa-Rundreise, hatten wir es gemerkt: Die Städte waren spannende Orte, es machte Spaß, sie zu erkunden. Die Sonnenuntergänge von oben, von Festungen und Burgen, waren grandios, es gab spannende Museen, beeindruckende Architektur, Märkte voller Leben. Aber nichts, was wir dort taten, konnte uns so viel Zufriedenheit geben wie ein Tag in der Natur.

Städte haben immer eine besondere Rolle in meinem Leben gespielt, und ich könnte mir noch immer nicht vorstellen, auf dem Land zu leben. Stadtkind halt – mein Herz schrie eher nach Berlin als nach dem Bergsteigen, eher nach Sevilla als nach der Sierra Nevada. Ein Auslandsjahr verbinden viele mit der Möglichkeit, auch mal abzuschalten, freuen sich darauf, ein Jahr lang in einem Dorf ohne Strom und fließendes Wasser zu leben. Ich dagegen landete in einer Zehn-Millionen-Metropole und genoss die Zeit zwischen Smog und Schlangestehen. Meine Urlaube plante ich von Stadt zu Stadt, maximal mit Tagestouren ins Grüne, obwohl, hm, dafür müsste ich doch meine Wanderschuhe mitnehmen und die sind im Rucksack so schwer… Doch letztes Jahr merkte ich nach und nach, dass das alles irgendwie nicht mehr so richtig aufging. Amsterdam gefiel mir wirklich sehr, aber die mehreren Tage dort sind mir weniger in Erinnerung geblieben als der eine Nachmittag am Strand am Ende des Urlaubs, mit Picknick zwischen den Dünen und ganz ohne Auf-die-Uhr-sehen. Nach den Tagen in Slowenien im Sommer konnte Budapest nur noch verlieren, ganz plötzlich erschlug mich die Hektik, ich wollte nur noch zurück an den See, ins Grüne.

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