Schlagwort: Handwerk

Geschichten

So klingt Leidenschaft: Musikinstrumentenbau im Vogtland

musikwinkel-musikinstrumentenbau-vogtland

Musikinstrumente sind eine Wissenschaft für sich – wenn etwas Klang erzeugt, dann kann jeder Millimeter Holz oder Metall einen Unterschied machen. Die Musikinstrumentenbauer im sächsischen Vogtland vereinen seit Jahrhunderten handwerkliches Können und das perfekte Gehör, um in Handarbeit Instrumente herzustellen, die von Hobby- und Profi-Musikern auf der ganzen Welt genutzt werden. Die Geschichte eines Besuchs bei ganz besonderen Künstlern. Weiterlesen

Geschichten

Berge, Freiheit und Feinmechanik: Die „Mächler“ in Pfronten

Mächler Pfronten

Handwerk fasziniert mich. Das mag ganz grundsätzlich daran liegen, dass ich zwei linke Hände habe und durch meine Berufswahl immer hinter dem Schreibtisch sitzen werde – und ich es daher doppelt faszinierend finde, wie Menschen aus ganz einfachen Materialien die spannendsten Dinge erschaffen. So richtig präsent wurde mir das Thema jedoch erst, als ich meine Bachelorarbeit über indigenes, das heißt traditionelles und in bestimmten Bevölkerungsgruppen überliefertes, Wissen schrieb. Dabei ist der Begriff „traditionell“ eigentlich irreführend – es wird nicht nur heute noch angewendet, sondern ist in vielen Elementen, zum Beispiel, was Umweltschutz und Nachhaltigkeit betrifft, modern und zeitgemäß. Traditionell ist eher der Umgang mit dem Wissen, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Weiterlesen

Geschichten

Quer durch die Alpen, Teil eins: Berge und Traditionen

Bled Slowenien

Die vergangene Nacht habe ich am Flughafen Tallinn verbracht. Der eignet sich dank offener Bücherschränke, Sofas und Sitzsäcke erstaunlich gut dafür, Zeit totzuschlagen – trotzdem bin ich am nächsten Morgen ordentlich gerädert. Zwischen Flughafentoilette und Bahnsteig versuche ich, mich halbwegs wieder herzustellen, bevor ich schließlich im Abteil vor mich hin vegetiere. Es geht in Richtung Süden, nach Slowenien, in dieses kleine Land zwischen österreichischen, italienischen und slawischen Einflüssen, in dem einen so viel merkwürdig vertraut vorkommt und manches dann plötzlich doch wieder überraschend fremd. Weiterlesen

Geschichten

Die Geheimnisse der Spielzeugmacher

Spielzeug Erzgebirge

Als ich den Laden betrete, werde ich aus Hunderten von Knopfaugen angestarrt. Teddys, so weit das Auge reicht. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass ich nicht einer einheitlichen Bärenarmee gegenüberstehe, sondern jeder einen ganz eigenen Charakter hat. Es gibt große Teddys und sehr kleine, es gibt sie in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, und manche haben sogar noch Bilder und Zeichnungen auf dem Bauch. Bei der Teddymanufaktur Martin gehört das sozusagen zur Geschäftsstrategie: Jeder soll hier „seinen“ Bären finden. Das geht sogar so weit, dass man sich den eigenen Bär individuell aus alten Hemden oder Jeans nähen lassen kann. Weiterlesen

Geschichten

Indigener Stolz und die Mitte der Welt: Der Markt von Otavalo

Otavalo Markt

„Sie betrachten ein Werk von 1613, an dem hunderte versklavte indigene Männer, Frauen und Kinder arbeiteten.“ Mit diesen Worten wird man am Wasserfall Peguche in Otavalo im Norden von Ecuador empfangen, wo eine Art Aquädukt den Eingang markiert. Na und, mag man denken, ist doch normal, dass den Indigenen hin und wieder ein Denkmal gesetzt wird, schließlich haben sie genug durchlebt. Doch mit ein bisschen Lateinamerika-Erfahrung kommt man nicht umhin, sich zu wundern. All die kolonialen Prunkbauten, die riesigen goldgeschmückten Kirchen, die kolossalen Denkmäler in lateinamerikanischen Städten – sie wurden alle von Indigenen gebaut, und das weder freiwillig noch im Mindesten zu fairen Arbeitsbedingungen. Einen Hinweis, ein Schild, eine kleine Plakette sucht man dennoch vergeblich. In Kirchenführungen wird möglicherweise erwähnt, dass es Indigenen früher verboten war, die Messen zu besuchen. Dass sie die Kirchen trotzdem bauen mussten – darüber spricht man nicht.

In Otavalo dagegen spricht man nicht nur darüber, man schreibt es in goldenen Lettern auf ein großes Holzschild und stellt es mitten vor eine der wichtigsten Attraktionen des Ortes, so dass niemandem entgehen kann: Hier ist etwas anders. Weiterlesen

Geschichten

Von Geheimfächern und Schokolade: Handwerk in La Ronda, Quito

La Ronda Quito

In der kleinen Werkstatt riecht es leicht nach Gas, das braucht man, um das Metall zu erwärmen. Die Wände sind behängt mit filigran verzierten Kunstwerken aus Gold, Silber und anderen Materialien, das meiste sind kirchliche Motive, die vielen Kirchen in Quitos Altstadt brauchen ihn, den Restaurateur. Werkzeuge liegen herum, scheinbar chaotisch, und trotzdem findet er mit einem Handgriff die richtige Zange, den Meißel mit der richtigen Spitze. Er rückt die Brille auf der Nase zurecht und beginnt zu klopfen, in einer Geschwindigkeit, die mich erstaunen lässt. Der Hammer saust herunter, schnell und präzise wie eine Maschine. Er nimmt die Geräte beiseite und zeigt mir das filigrane Blumenmuster, das entstanden ist, symmetrisch und genau. „Ich habe das hier von meinem Vater gelernt“, erzählt er, „und das kannte es von seinem Vater.“ Ob er hier ganz allein arbeitet, will ich wissen, und er zuckt mit den Schultern. „Wenn es sehr viel Arbeit gibt, helfen mir meine Frau und meine Söhne. Es ist ein Familienbetrieb.“ Weiterlesen