Schlagwort: Berge

Impressionen

Quer durch die Alpen, Teil 2: Staunen in Berchtesgaden

Berchtesgaden Königssee

Wenn man aus so einem Ort wie Bled in Slowenien wegfährt, dann denkt man, es könne nicht mehr besser werden. Und vor allem: auf keinen Fall noch märchenhafter. Und dann steht man in Berchtesgaden.

Okay, ich gebe es zu, ich wundere mich zunächst mal über die Touristenmassen, die zusammen mit mir in Richtung des Bootsanlegers am Königssee strömen. Es ist ein Tag Anfang Oktober, der sich anfühlt wie mitten im November, kalt und grau, und es ist früh morgens. Reisegruppen und Schulklassen zwängen sich in die Boote, Babys werden aus regenschutzfolienbepackten Kinderwägen gezogen. Ich erinnere mich an die vielen Instagram-Bilder und Reiseblog-Fotos vom Königssee, stets in absoluter Einsamkeit, hübsche blonde Bloggerin vor See und Felswand, und muss grinsen. So viel zum Thema falsche Erwartungen. Weiterlesen

Geschichten

Sag niemals nie: Aufruf zur Blogparade

coto-bikes

Sag niemals nie – alle, die viel reisen, sollten sich diesen Satz wohl hinter die Ohren schreiben. Denn haben wir nicht alle dieses eine Mal in Erinnerung, als wir steif und fest behaupteten: „Niemals mach ich das!“ Nie steig ich da ein, nie schaff ich das, nie trau ich mich das allein, nie im Leben wird das gut gehen – und am Ende ist man eingestiegen, hat es geschafft, sich ganz alleine getraut, und alles ist gut gegangen. Und in den meisten Fällen hatte man sogar noch Spaß dabei.

Ich glaube, beim Reisen hat man besonders viele solcher Momente. Denn zum einen wächst man durch freiwillige und unfreiwillige Abenteuer ständig über sich selbst hinaus. Und zum anderen sind die Fronten derart verhärtet: Eine selbsternannte Backpackerin würde niemals eine Pauschalreise buchen – bis sie sich vom Angebot auf Urlaubshelden verführen lässt. Und im Gegenzug ist vieles, das für den einen zur ganz normalen Reiseplanung gehört, für andere unvorstellbar. Sätze wie „Wie, du reist ganz alleine? Und übernachtest dann auch noch bei fremden Leuten?“ werden gern ergänzt durch ein „Das käme mir ja nie in den Sinn!“ Weiterlesen

Geschichten

Quer durch die Alpen, Teil eins: Berge und Traditionen

Bled Slowenien

Die vergangene Nacht habe ich am Flughafen Tallinn verbracht. Der eignet sich dank offener Bücherschränke, Sofas und Sitzsäcke erstaunlich gut dafür, Zeit totzuschlagen – trotzdem bin ich am nächsten Morgen ordentlich gerädert. Zwischen Flughafentoilette und Bahnsteig versuche ich, mich halbwegs wieder herzustellen, bevor ich schließlich im Abteil vor mich hin vegetiere. Es geht in Richtung Süden, nach Slowenien, in dieses kleine Land zwischen österreichischen, italienischen und slawischen Einflüssen, in dem einen so viel merkwürdig vertraut vorkommt und manches dann plötzlich doch wieder überraschend fremd. Weiterlesen

Geschichten

Die Melancholie des Sommerendes: Radfahren im Allgäu

Pfronten Allgäu

„Heute ist der letzte Tag des Sommers.“ Ich weiß nicht, wie oft ich solche Worte diesen Sommer über gehört habe. Nie haben sie gestimmt – immer wurde es noch einmal warm und sonnig.

Der letzte Tag, das letzte Wochenende des Sommers, so hieß es auch an dem Wochenende, das ich Ende August zusammen mit meinem Freund in Pfronten im Allgäu verbrachte. Diese ganz spezielle „Wenn-nicht-jetzt-wann-dann“-Stimmung des kurzen Sommers in Deutschland und ganz Mittel- und Nordeuropa hatte uns vollkommen ergriffen. Und so schwangen wir uns aufs Fahrrad und erkundeten so viele Orte wie möglich, badeten in jedem See, der sich dafür anbot, legten uns ins frisch gemähte Gras, genossen das Rot des Sonnenuntergangs. Weiterlesen

Geschichten

Gastartikel: Wo das rote Herz Australiens schlägt

Uluru Australien

Australien ist ein Kontinent, der mich immer relativ wenig interessiert hat. Klar, es mag dort spannende Natur geben, aber so spannend, dass es einen Flug einmal quer um den Planeten rechtfertigt? Dazu noch die Dichte an Giftschlangen und Riesenspinnen – muss nicht sein. Dass Australien aber ein ganz eigener Zauber innewohnt, das zeigt mir und euch heute Annemarie von Travel on the Brain, die von ihrem absolutem Lieblingsort erzählt: Dem Uluru.

Annemarie ist tatsächlich mit ihrem englischsprachigen Blog bekannt geworden – und mit ihren wunderschönen Instagram-Bildern. Inzwischen bloggt sie auch auf deutsch und hat passend dazu ein deutsches Buch über ihre Abenteuer in Australien und Neuseeland verfasst, das sie euch unter dem Artikel auch vorstellt. Aber jetzt genug der Vorrede – lasst euch von Annemarie nach Australien mitnehmen! Weiterlesen

Geschichten

Ferien auf dem Bauernhof – für Große

Papagayo Norte

„Nein, du kannst kein normales Taxi nehmen, das muss ein Pick-up sein!“ Skeptisch blicke ich auf das Hotel, das über der kleinen Stadt Cayambe auf einem Hügel thront. Weit sieht der Weg nicht aus, aber ja, ich muss zugeben, dass es ordentlich hoch liegt, ein gutes Stück über dem Ort. Ich zucke mit den Schultern und steige ein. Kurz geht es durch die Stadt, doch schließlich verstehe auch ich, warum das mit dem Taxi schwierig geworden wäre: Auf und ab rattern wir über Feldwege, das Auto ist für lateinamerikanische Verhältnisse top in Schuss und scheint mir dennoch um die Ohren zu fliegen. Hunde versperren den Weg, schließlich ein paar Schafe, die sich nach einem Hupen jedoch flink von der Fahrbahn wegbewegen. Dann sind wir da, in der Hostería Papagayo Norte, nordöstlich der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Weiterlesen

Geschichten

Ein ABC der Berge: Die Gipfel Ecuadors

Ecuador Reiseberichte

Natürlich wusste ich: Ich ziehe nicht nur in ein Land, in dem es hohe Berge gibt – ich ziehe mitten in die hohen Berge. Doch 2.800 Meter, die Höhe, auf der Quito liegt, das hört sich als Zahl verdammt abstrakt an. Zweitausendachthundert, das ist fast so hoch wie die Zugspitze, doch dank des Tropenklimas in Ecuador weder ganzjährig voller Schnee noch lebensunfreundlich, ganz im Gegenteil. Aufgrund eines kleinen politisch-geographischen Tricks (La Paz ist in Bolivien nämlich nicht Hauptstadt, sondern nur Regierungssitz) ist Quito damit die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt.

Wie ist es, in der höchstgelegenen Hauptstadt der Welt zu leben? Viele haben bei der Ankunft erst einmal Probleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche. Ich muss zum Glück nur aufpassen, dass ich nicht zu schnell laufe, weil mir sonst die Luft wegbleibt. War das damals auch so, als ich als Kind auf der Zugspitze stand? Ich kann mich nicht erinnern. Dafür staune ich über die Wolken, die jeden Tag so plastisch, so greifbar, so nah aussehen, und über die Gewitter, die plötzlich über Quito hereinbrechen und bei denen man sich selbst von zu Hause aus auf unheimliche Weise mitten im Geschehen fühlt. Ich lerne die Aussicht über das Tal nebenan zu lieben, wenn dort tief die Wolken hängen und im Hintergrund die Gipfel auftauchen, und kann nach und nach die Namen der einzelnen schneebedeckten Spitzen aufzählen. Alle sind sie Vulkane, die meisten davon aktiv, manche davon sind erst in den letzten Jahren ausgebrochen, hier geht es um Risikomanagement und Evakuierungspläne. In den Bergen zu leben, in Ecuador heißt das, mit den Bergen zu leben. Weiterlesen

Geschichten

Auf zum Sitz des Riesen: Wandern in Cadair Idris

Kaum verwunderlich, dass sich um viele Gebirge Sagen und Legenden ranken. Spontan auftretende Gewitter, sich ständig verändernde Himmelsfarben, Hausdächer zerstörender Hagel – für solche Naturphänomene suchen Menschen nach Erklärungen, und ungewöhnliche, besonders extreme Wetterlagen treten eben gehäuft in extremen Landschaften auf. Weiterlesen

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