Schlagwort: Abenteuer

Geschichten

Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen: Chaosgeschichten aus aller Welt

Ich habe eine beinahe beunruhigende Tendenz dazu, egal, wo ich gerade bin, Dinge zu erleben, die mir, wenn ich sie zu Hause erzähle, erst mal niemand glaubt. Und das nicht im positiven Sinne.

Nein, auf meinen Reisen scheint häufig Murphy’s Law zu greifen: Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und eine davon in einer Katastrophe endet, dann wird es jemand genau so machen. Der „jemand“ bin in den meisten Fällen ich. Und normalerweise auch die Notleidende der Katastrophe.

Ich habe bei vielen dieser Geschichten überlegt, ob sie es wert sind, auf dem Blog verewigt zu werden – meistens sind sie jedoch relativ fix erzählt und keinen eigenen Artikel wert. Andererseits weiß ich spätestens dank Marieke, dass sehr viele Menschen gerne Geschichten rund um Leid, Drama und Chaos lesen. Darum habe ich beschlossen, eine kleine Compilation anzulegen: Meine besten Chaosgeschichten aus sechs Jahren Reisen. Viel Spaß! 🙂

Wer Lust hat, kann mir übrigens sehr gerne seine krassesten Geschichten in den Kommentaren verraten – ich möchte schließlich auch ein bisschen lachen!

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Geschichten

Warum Kreta für mich Abenteuer bedeutet

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Vielleicht geht es nur mir so, aber Inseln haben für mich oft direkt etwas Besonderes an sich. Sei es der besondere Menschenschlag, der sich auf ein entbehrungsreiches Leben mit dem Meer einlässt, sei es die Abgeschiedenheit, das allgegenwärtige Wasser, der allgegenwärtige Seewind, das allgegenwärtige Salz in der Luft. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass viele Inseln sich auf kleiner Fläche erstaunlich hoch auffalten – und man von Berggipfeln direkt den Blick auf den endlos blauen Horizont hat.

Kreta ist so ein Beispiel dafür. Durch Plattentektonik erschaffen, durch Karst geformt, viele verschiedene Landschaften auf engstem Raum, dazu noch hin und wieder ein kleines Erdbeben – ein Traum für jede Geographin. Weiterlesen

Gedanken

Umarme das Unbekannte

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Ich werde alt, sage ich in letzter Zeit häufiger, und bekomme dann mindestens fünf böse Blicke aus meinem Umkreis. Alt, mit 22, von wegen, kriege ich zu hören. Das stimmt ja auch – aber in letzter Zeit hat sich bei mir ein diffuses Gefühl eingeschlichen aus Langeweile, Ernst-des-Lebens und Melancholie, das ich einfach nicht anders bezeichnen kann.

Wenn ich „Ich werde alt“ sage, dann meine ich, dass mein Leben in den letzten Jahren immer weniger spektakulär geworden ist. Vor vier Jahren noch lebte ich in Peru, ein ganzes Jahr lang, hatte ständig spannende Erlebnisse, musste kleine Alltagskatastrophen bewältigen und mich alleine durchschlagen. Vor drei Jahren fing ich mit dem Studium an, lernte gefühlte hundert Leute auf einmal kennen, schloss Freundschaften und zog durch Bars. Vor zwei Jahren ging bei mir alles drunter und drüber, durchfeierte Nächte knüpften an einsame Tage an. Dann, frisch verliebt, zogen die Tage im Schnelldurchlauf an mir vorbei. Und schließlich, heute, bin ich angekommen, habe ein geregeltes Leben, arbeite aufs Studiumsende hin, und all das ist wirklich schön, und vor allem sehr befriedigend. Aber irgendwo unter der Oberfläche regt sich etwas in mir, das sagt: Das Beste ist nun also schon vorbei. Die Geschichten, die du später mal erzählen wirst, die Abenteuer, an die du noch in Jahrzehnten denkst – alles schon erlebt. Was jetzt kommt, ist also irgendwie nur noch der Gang durch die Mitte, der Weg geringen Widerstands, ohne Höhen und Tiefen, schließlich bin ich inzwischen älter, vernünftiger, ruhiger. Ich will nicht sagen, dass mein Leben langweilig ist, denn davon ist es weit entfernt, es ist nur eine gewisse Grundstimmung. Das Gefühl, Dinge auf einmal zu müssen, Entscheidungen zu treffen, die Unvernunft nur noch in kleinen, vernünftigen Dosen herauszulassen… Das Gefühl, nichts Neues mehr zu tun, alles bereits zu kennen, jeden Tag viel zu ähnliche Dinge zu tun. Weiterlesen

Geschichten

„Das ist dann eine Sache zwischen dir, der Spinne und dem Karma!“

Julia von Bezirzt erzählt auf ihrem Blog oft Geschichten, bei denen mir der Atem stockt, so spannend und nervenaufreibend sind sie. In ihren Berichten erzählt sie auch offen von ihren Ängsten und Sorgen und geht damit, wie ich finde, sehr reflektiert um. Als sie eine Blogparade zum Thema „Wenn Reisen Angst macht“ ins Leben rief, wollte ich daher unbedingt teilnehmen.

Ich war bisher auf Reisen, vor allem in Peru und Ecuador, aber auch in Deutschland, wie beispielsweise bei meiner Tramp-Erfahrung von Jena nach Berlin, öfter mal in Situationen, in denen ich Angst hatte. Oder in denen ich vielleicht auch keine hatte, obwohl ich welche hätte haben sollen. Und immer ist alles gut ausgegangen – oft sogar ein bisschen zu gut bei ein bisschen zu viel Leichtsinn, so als wollte mir jemand ein Zeichen geben, dass ich einen Schutzengel besitze. Weiterlesen

Geschichten

Allerheiligen auf dem zweitgrößten Friedhof der Welt. Oder auch: Warum sich in Peru Himmel und Erde ganz besonders nah sind.

13. August 2011.
Langsam schiebt sich der riesige Reisebus durch die schlecht befestigten, dreckigen Straßen. Uns allen ist es sichtlich unangenehm, hier zu sitzen, in diesem Fremdkörper, der durch seinen makellosen Zustand und die grellweiße Farbe noch mehr aufzufallen scheint zwischen den niedrigen Ziegelbauten mit Wellblechdächern und dem für die peruanische Küstenwüste so charakteristischen Graubraun. Die Straße ein schmaler grau betonierter Streifen, auch der Blick in die Ferne zeigt grau, der dichte Nebel hat sich wieder wie eine Decke über die Stadt gelegt und scheint die Bewohner nach und nach ersticken zu wollen. Endlose Reihen an dicht in die Hügel gedrückten Häusern so weit das Auge reicht, dann verliert sich alles im dichten Grau. Je weiter man fährt, desto mehr Häuser kommen einem entgegen, es nimmt kein Ende, es kommt immer noch ein Hügel mit Häusern, die nach oben hin immer mehr zu schmalen Hütten werden, mit diesen typischen gelben Treppen, auf denen die Bewohner jeden Tag hunderte von Stufen nach oben steigen müssen. Am Rande von Lima kommt einem die Stadt wirklich endlos vor, auch, weil kaum ein Platz verschont wurde, jeder Quadratmeter ist dicht an dicht bebaut, überall Häuser, alle unterschiedlich und doch aus der Ferne heraus so gleich. Die Hügel scheinen die Stadtgrenze zu beschreiben und doch geht es dahinter noch weiter, gibt es noch mehr Häuser auf noch mehr Hügeln. Chaos scheint vorzuherrschen, und das trotz des Schachbrettmusters, in dem hier wie in ganz Lateinamerika die Straßen angelegt sind. Die düstere Stimmung lässt die Szenerie noch trister erscheinen, auch die teils bunt angestrichenen Fronten der Häuser oder die grellen Ladenschilder können daran nichts ändern. Die wenigen Pflanzen, die es gibt, Kakteen und niedrige Bäume, haben sich farblich der grauen Umgebung angepasst. Weiterlesen

Geschichten

Unterwegs im Kleinen Kaukasus: Das Felsenkloster Vardzia und andere Absurditäten

Ich muss sagen, eine Fahrt durch den Kaukasus hatte ich mir irgendwie ruckeliger vorgestellt. Doch in Borjomi hatte uns weder eine Pferdekutsche noch ein Pick-up mit offener Ladefläche abgeholt, sondern ein geräumiges schwarzes Gefährt einer englischen Automarke, inklusive Ledersitzen, Kamera zum rückwärts Einparken und dezent mafiöser Ausstrahlung. Die Festung Rabati haben wir hinter uns gelassen und nähern uns der türkischen Grenze. Rechts und links Bergpanorama, über uns strahlend blauer Himmel und gleißende Sonne. Die Umgebung ist vor allem karg, nur vereinzelt stehen Gruppen von Bäumen in der grünlich-grauen Felswelt. In den schattigen Hängen hält sich hartnäckig der Schnee. Manchmal kann man ganz oben auf den Gipfeln einzelne Häuser erkennen, ganz alleine und ohne eine Straße, Seilbahn oder auch nur einen Strommast, der hinaufführt. Wer dort wohl leben mag? Weiterlesen

Geschichten

Unterwegs im Kleinen Kaukasus: Die Festung Rabati

Da waren wir also angekommen in Borjomi und hatten ganz schön Glück. Denn niemand verstand uns und wir verstanden niemanden – und nur durch Artur von der Touristeninformation und sein flüssiges Englisch war es uns möglich, überhaupt unser Ziel, das Felsenkloster Vardzia, anzusteuern. Ich glaube, hätten wir ihn nicht gehabt, wir wären wohl endlos durch die Stadt gerannt, auf der Suche nach jemandem, der zumindest etwas Englisch oder Deutsch sprach, um einem Taxifahrer zu vermitteln, wo wir denn hinwollen und zu welchem Preis. Das wäre nicht schön gewesen, ich finde, so wie ich es hier schreibe, klingt es ein bisschen wie der Inhalt eines Albtraums. Doch als wir in der Touristeninfo standen, war bereits alles für uns vorbereitet – Tour mit Fahrer, da- und dorthin, zu jenem Preis, noch günstiger, falls sich noch mehr Touristen finden, morgen früh um neun. Wir mussten eigentlich nur noch ja sagen, und darüber war ich ganz schön erleichtert. Als wir das kleine Häuschen der Touristen-Info verlassen, kommen gerade drei junge Männer aus Litauen an. Ganz schön viel los hier, denke ich mir, und muss am nächsten Morgen lachen, als die drei Touristen, die neben uns an der Tour teilnehmen wollen, sich als die drei Litauer herausstellen. Ich werde die Vermutung nicht los, dass wir fünf zu diesem Zeitpunkt tatsächlich die einzigen Touristen in Borjomi waren. Weiterlesen