Blogparade „Vom Heimkommen“: Eure Beiträge

Im Juni ging ganz souverän mein Artikel zum Heimkommen samt Aufruf zur Blogparade online. Was meine Leserinnen und Leser daran nicht sahen: Du glaubst nicht, wie sehr meine Hände vor dem Klick auf „Veröffentlichen“ gezittert haben… Schon Wochen vorher hatte ich das Thema im Kopf und habe mit mir gehadert und gehadert. Sollte ich mit meinen paar Seitenaufrufen im Monat wirklich eine Blogparade starten? Was, wenn ich den Aufruf schreibe und veröffentliche – und dann einfach gar nichts mehr passiert, sich niemand meldet, kein einziger Artikel dazu entsteht?! Irgendwie hatte das in meinem Kopf so etwas vom traurigen Kind mit der dicken Brille, das die gesamte Jahrgangsstufe zu seinem Geburtstag einlädt und dann die ganze Torte alleine futtert, weil niemand auftaucht… Doch ich hatte nicht bedacht, dass mein Blog zwar nicht zu den Großen zählt, ich aber ganz einfach die besten Leserinnen und Leser habe! Der Paraden-Aufruf wurde fleißig auf Facebook geteilt und auf Twitter re-tweetet, und innerhalb von weniger als einer Woche war der erste Beitrag dazu online. Dann ging es Schlag auf Schlag, und es waren zwanzig.Und letzte Woche, nachdem ich in einer mehrtägigen Bibliotheks-Session dem Internet-Fasten tatsächlich nahe kam, konnte ich meinen Augen kaum glauben: Weitere zehn Beiträge hatten nach und nach ihren Weg zu mir gefunden – insgesamt darf ich mich also über ganze 30 Heimkommen-Artikel freuen! Damit hätte ich vorher niemals gerechnet und ich bin einfach überglücklich. Es freut mich, dass ich so viele Menschen zu einem Text inspirieren konnte! Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben, und natürlich auch an alle, die die Idee von der Heimkommen-Parade geteilt und weiter verbreitet haben.

Wie in meinem eigenen Text zum Thema Heimkommen angeklungen, hatte ich eigentlich Langzeitreisen und Auslandsaufenthalte im Sinn. Denn nach sechs Monaten oder gar einem oder mehreren Jahren ist das Heimkommen natürlich intensiver als nach zwei Wochen in der Ferne. Aber es freut mich, dass auch viele über die letzten Tage einer kurzen Reise und die ersten Tage zu Hause geschrieben haben. Denn auch hier gibt es natürlich viele spannende Emotionen, die einen beschäftigen können. Viele der AutorInnen haben sich außerdem mit einer sehr essentiellen Frage beschäftigt: Wo bin ich eigentlich zu Hause? Im Studienort, im Haus der Eltern, da, wo der Lieblingsmensch gerade ist, unabhängig vom Ort?! In einigen Artikeln fanden sich auch praktische Tipps zum Umgang mit dem umgekehrten Kulturschock oder dem „Post-Travel-Blues“, die ich dir sehr ans Herz legen möchte.

Ich stelle jetzt die einzelnen Artikel noch einmal kurz vor, grob nach Thema sortiert, und wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen!

Erst ganz weit weg. Und jetzt?

Lisa teilt in ihrem Blog Auszüge aus ihrem Reisetagebuch. Zu Hause, das heißt, der Realität gegenüber treten zu müssen. Nun versucht sie, ihr neues Ich in die alte Stadt mitzunehmen, und stellt fest: Das ist gar nicht so einfach.

Reiselustig hat zwei Jahre in Paris gelebt und beschreibt die Heimreise und das Ankommen in Deutschland – Tränen, Abschied, die Freude, wieder daheim zu sein und die Lieben in die Arme zu schließen…

Nach einer Woche Fotos gucken und Geschichten erzählen kommt der Alltag zurück, mit einem großen Knall, schreibt Kathrin. Und stellt fest, dass wir zwar Fernweh sagen, aber eigentlich darüber trauern, nicht mehr da ankommen zu können, wo wir mal hingehört haben.

Sabrina kennt wie ich das Gefühl, in den letzten Momenten der Abreise wie auf Autopilot zu laufen. Sie musste nach zehn Monaten Australien dem Stillstand ins Gesicht sehen – und freut sich ganz einfach auf die nächste Reise.

Der Abschied von Freunden im Ausland ist komisch, weil man nicht weiß, wann und ob man sich wiedersieht – eine Erkenntnis, die ich auch so machen musste. Wie ihre Rückkehr aus Spanien nach einem Au-Pair-Aufenthalt sonst noch so ablief, darüber schreibt Iza.

Nach elf Monaten in den USA hat Franzi für zwei Wochen Familie und Freunde in Deutschland besucht. So ein Gefühlschaos! Entstanden ist ein bewegender Blogartikel – mit dem Fazit: „Now I know why I came back!“

Einer meiner liebsten Artikel zur Parade stammt von Oliver. Er hat ganze sechs Jahre in China gelebt und ist mittlerweile zurück in der Schweiz. Für „Vom Heimkommen“ hat er zehn Dinge aufgeschrieben, an denen er merkt, wie sehr er sich in China verändert hat. Besonders schön fand ich, dass er mittlerweile viele Dinge besser versteht, die AusländerInnen in seinem Heimatland frustriert oder stört – eine wertvolle Erkenntnis!

Sehr lustig fand ich auch den Artikel auf wandernd: Die Autorin lebte sechs Jahre in Österreich und ist inzwischen zurück in Deutschland? Kaum ein Unterschied, kaum ein Kulturschock? Mag sein, aber die kleinen Dinge fallen einem doch auf, wenn man wieder zurück ist. Und gerade durch diese lernt man über sein Heimatland.

Wie ist es, nach vier Wochen anzukommen? Und nach einem Jahr? Janine schreibt über ihre Heimkehr-Erfahrungen aus verschiedenen Ländern. Schönes Zitat: „Und so freue ich mich auch weiterhin auf das Reisen und das Heimkommen. Denn wer reist, kommt immer irgendwo an. Und bringt immer irgendwas mit.“

5 Wochen in Japan reichten, damit sich Alex nicht mehr wie eine Touristin fühlte. Und fünf Wochen reichten, um sie nach der Heimkehr in eine existenzielle Krise zu stürzen. Doch mit Abstand kam die Reflexion und das Gefühl des „natsukashii – die warme Nostalgie, die man empfindet, wenn man sich sehnsüchtig an etwas Schönes erinnert“.

Romy fühlte sich nach ihrer Ankunft vom „Was würde ich jetzt in Hangzhou machen?“-Gedanken verfolgt. Wieder zu Hause, ging es ihr nicht nur seelisch, sondern sogar auch körperlich schlecht. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Artikel verarbeitet.

Nach der Reise ist vor der Reise? Johanna stellte fest, dass man zuerst einmal in Deutschland ankommen muss. Eine Reise durchs eigene Land half ihr dabei. Zu ihrer Geschichte gibt sie noch ein paar Ankomm-Tipps.

So viel Aufregendes und Neues, und dann auf einmal Alltag?!

Der Post-Travel-Blues fühlt sich wie Liebeskummer an, stellt Lynn fest, aber letztendlich geht auch der irgendwann vorbei. Sie zählt am Ende jeder Reise die Tage und fängt zwanghaft an, alles Mögliche zu fotografieren, selbst Toiletten und Gepäckablagen.

Jasmin war in Thailand unterwegs und beantwortet ein paar Fragen über das Heimkommen und Verarbeiten. Meine Fragen hat auch Alexander zur Grundlage genommen, der über die Heimkehr aus der Schweiz schreibt.

Auch Maria hat sich meinen Fragen angenommen und schreibt, dass es ihr nach dem Heimkommen noch nie richtig schlecht ging – nur, wenn sie zu lange nicht mehr auf Reisen war, stellt sich Missmut ein. Sabrina hingegen fiel das Heimkommen aus dem Urlaub ganz schön schwer. Für Nicole bringen die letzten Tage des Urlaubs immer gemischte Gefühle mit sich. Zu Hause ist es zwar am schönsten, aber auch die Fremde ist aufregend. Auch Täbby empfindet gemischte Gefühle. Doch es bringt nichts, dem Urlaub hinterher zu trauern, und andauernd Urlaub wäre auch nicht schön, stellt sie letztendlich fest.

Martin hingegen beschwert sich darüber, dass All-Inclusive-Urlauber auch noch Heimkehrschmerz empfinden. Besser wäre es, das Leben dort, wo man ist, zu genießen.

Nach dem Reisen kommt der Blues, schreibt Paleica. Sie sagt, es kommt dabei nicht darauf an, wie lange man weg war, sondern wie sehr man sich auf das Reiseziel eingelassen hat.

Zuhause, wo ist das eigentlich?

Wiebke schreibt vom Sommer in stickigen Dachzimmern und bei frischem Wind in einem Dorf an der Nordseeküste. So richtig verwurzelt ist sie nirgends, aber es zog sie nach der Schule zurück ans Meer.

Maribel hat ihr Herz an Irland verloren – doch auch das Ankommen ist ein schönes Gefühl für sie. Und außerdem weiß sie, dass sie immer zurück kommen kann, wenn sie möchte.

Auch ein Gedicht hat seinen Weg zur Blogparade gefunden: Die Versaetzerin schreibt über die Seele, die nachreist.

„Solange Heimat da ist, spürt man sie kaum.“ So wahr! Und so schön! Zypresse hat einen wunderbaren Artikel geschrieben über Momente, Gegebenheiten, Gefühle, bei denen sie sich zu Hause fühlt.

Heimkommen – München oder Indien?, fragt Alexandra, die insgesamt bereits 27 Wochen in Indien verbracht hat. Auch in der Vergangenheit hat sie der reverse Kulturschock bereits mit voller Wucht getroffen. Doch mittlerweile ist sie dabei, in sich anzukommen – und dabei ist der Ort unerheblich.

Steffi führt ein Doppelleben: Das eine auf dem Segelboot, das andere auf festem Grund, zu Hause. In beiden gibt es Dinge, die sie glücklich machen, und sie ist selbst erstaunt darüber, wie leicht sie vom einen zum anderen wechselt.

Viele werden dieses Gefühl kennen: Wo ist das Zuhause? Bei den Eltern, an dem Ort, an dem man aufgewachsen ist? Oder am momentanen Wohnort? Anna schreibt darüber und über das Ankommen nach einer Reise.

Der Umgang mit den Gefühlen: Ein paar Tipps

Homesick to a place that officially is not your home – Kia beschreibt den Kulturschock beim Ankommen zu Hause sehr gut. Und sie gibt ein paar Tipps, was man tun kann, um ihn zu lindern. Weinend mit Eiscreme im Bett zu liegen und sich tonnenweise alter Bilder anzusehen, ist nämlich einfach keine Lösung.

Reisekater, so beschreibt Lina das Heimkomm-Gefühl. Sie hat sieben Tipps veröffentlicht, wie man den gut überwinden kann – und, wie man blöden Gefühlen bei der Ankunft bei der nächsten Reise vorbeugen kann.Ganze neun Wege, den Heimkehr-Blues zu überwinden, hat Claudia zusammengestellt. Nach einem Jahr Work and Travel in Australien ging es ihr gut, doch seit ihrer Weltreise will sie die Freiheit des Reisens auch zu Hause haben.

Welcher Artikel gefällt dir am besten? Wo findest du dich selbst wieder?

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19 Gedanken zu “Blogparade „Vom Heimkommen“: Eure Beiträge”

  1. Es war ein schönes Thema zu dem wir alle viele Gedanken hatten – mir hat es Spaß gemacht dabei zu sein – und vor allem: die ganzen tollen Beiträge zu lesen.

    Danke für diese Blogparade und die Arbeit, die Du Dir damit gemacht hast, liebe Ariane.

  2. Toll, dass deine Blogparade so ein Erfolg geworden ist! Die Angst vor den ausbleibenden Antworten kenne ich – das war bei mir genau so und schwupps trudelten auch schon die ersten Artikel ein 🙂

    Tolle Posts hast du da gesammelt!

  3. Du bist lustig 😀 Hast Panik vor dem Starten einer Blogparade, dabei war mir vorher schon klar daß Du supertolle LeserInnen hast, die da weiterhelfen und ordentlich mitmischen 😉 Ich meine, schau doch mal alle Kommentare an, die Du unter jedem Eintrag bekommst 😉
    Ich freue mich für Dich daß es so ein Erfolg wurde!!

    Ich konnte leider nicht mitmachen, aber ich hätte wohl auch etwas über Liebeskummer geschrieben. Leider geht der gar nicht mal vorbei, denn auch jetzt, nach zwei Jahren, fühle ich den Heimkehrschmerz und würde gerne noch mal die Zeit zurückdrehen als ich mit meinem Partner in 2013 für 2 bis 3 Wochen in die Bretagne abtauchte. Wir waren nur mit Zelt und einem klapprigen Auto unterwegs, aber für mich war es die schönste Zeit in meinem ganzen Leben. Noch nicht mal die zweite Reise in die Bretagne und Ardennen letztes Jahr konnte das toppen, obwohl ich dort ein einsames Flußufer als Badezimmer hatte und zum ersten Mal in meinem Leben eine Kajaktour mitgemacht habe.
    Hach *seufz*
    Liebe Grüße,
    Sandra von Entsitz

    1. Hehe, ja… Ich sollte mehr Vertrauen in die Follower-Power haben 😉

      Du darfst das mit dem Mitmachen gerne noch nachholen, ich trage deinen Beitrag dann hier nach, wenn du das möchtest. Das mit dem Heimkehrschmerz ist oft so eine Sache – man trauert ja auch nicht unbedingt dem Ort hinterher, sondern der Zeit, den Umständen, der Art Mensch, die man damals war… Wenn ich an Peru denke, ist es nicht nur Fernweh, sondern vielleicht auch ein bisschen der Wunsch nach so viel Freiheit und Ungebundenheit, wie ich sie damals hatte.

  4. Wow, was für eine große Ressonance!!! Es ist beeindruckend wie unterschiedlich die Artikel geworden sind. Ich werde wohl noch ein paar Tage brauchen, um sie mir alle durchlesen.
    Danke Ariane.

  5. Oh iwie.. hab ich das mit der Blogparade gar nicht mitbekommen.. 😮 🙁 Wenn ich jetzt noch Zeit finden würde etwas dazu zu schreiben.. könnte ich das noch tun? Ich glub mir würde etwas dazu einfallen.. 🙂

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