Schlagwort: nach der Reise

Gedanken

Wir Ländersammler. Eine offene Entschuldigung

Schultafel Globus

Dieser Artikel enthält Werbung! Genauere Infos dazu findest du am Ende des Textes.

Ich muss mich hiermit kurz outen. Einmal vorweg: Ich reise, weil ich wissen möchte, wie es woanders aussieht, weil ich spannende Natur erleben möchte, weil ich Spaß und Abwechslung suche, weil ich Freunde in anderen Ländern habe oder weil es sich einfach so ergibt. Ich reise vergleichsweise langsam und interessiere mich wenig für Sehenswürdigkeiten. Ich bemühe mich, die jeweiligen Länder und Orte zu verstehen, interessiere mich für Kultur, Geschichte, Politik und Architektur. Und doch besitze ich eine Rubbelkarte, auf der ich besuchte Länder freilegen kann. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein Zug- oder Flugticket in ein Land buche, das ich noch nie zuvor betreten habe. Und ich halte regelmäßig inne, um nachzuzählen, wie viele Länder ich bisher bereist habe. Es ist keine Zahl, mit der es sich anzugeben lohnt, aber ich freue mich trotzdem, wenn sie wächst. (Spoiler: Es sind mittlerweile so viele Länder, wie ich Jahre alt bin!) Ich erzähle gern von meinen Reisen und von meiner Zeit in Südamerika und mir ist schon mehr als einmal aufgefallen, dass ich damit ziemlich altklug und arrogant klingen kann. Ich kaufe Avocados und Mangos im Supermarkt, auch wenn mein Geldbeutel darüber weint, und bestelle mir ab und an peruanische Chilipasten oder Süßigkeiten im Internet. Mein WG-Zimmer ist voller Souvenirs aus Peru und China und Reiseführern zu Südamerika oder Portugal. Weiterlesen

Gedanken

Wales, ich bin sprachlos

If you have chemistry, you only need one other thing: timing. But timing is a bitch.

Was How I Met Your Mother schon über die Liebe wusste, gilt auch fürs Reisen. Wir verbinden uns mit Orten, wir lernen einige zu lieben und andere zu hassen. Dabei denken wir, die Entscheidung darüber, ob uns ein Ort gefällt oder nicht, wäre bewusst und direkt getroffen, ein für alle Mal, tief in unseren Herzen. Wir denken, es gibt eben Orte, die zu uns passen, und solche, die es nicht tun. Doch in Wirklichkeit ist es viel komplizierter. Jedes Mal trifft das Ich, das wir in diesem Moment sind, auf den Ort, wie er in diesem Moment ist, und manchmal passt das, was an einem anderen Tag perfekt sein könnte, nicht mehr zusammen. Manchmal ist man übers Wochenende in einer spannenden Millionenstadt voller Leben – und fühlt sich zwischen den ganzen Menschen doch nur fürchterlich einsam. Oder man hat sich in die schönste Natur zurückgezogen – und fühlt sich auf einmal ruhelos, weil man abends etwas unternehmen möchte. Der eine oder andere Ort hätte vielleicht vor zehn oder hundert Jahren gut zu dir gepasst, aber du bist heute da – und fühlst dich nicht wohl. Und die Stadt, die noch vor einem Jahr deine Lieblingsstadt hätte sein können, gefällt dir nicht, weil dein Herz noch woanders festhängt. Weiterlesen

Gedanken

Was bleibt

Wer meine Wohnung betritt, bemerkt nicht direkt, dass ich gern verreise und dass ich mich für andere Kulturen interessiere. Gut, da steht ein kleiner Globus auf der Kommode, daneben ein Bild von einem komischen überfüllten Strand, im Wohnzimmer hängt eine alte Retro-Postkarte neben einer Zeichnung von einem Lama, und darunter Che Guevara, der ein Sandwich isst. Darunter eines dieser typischen Poster aus Sevilla, ein altes Plakat von der Feria 1973, tausendmal neu gedruckt und zuhauf an Touristen verkauft. Wer einen Blick ins Arbeitszimmer wirft, kann meine Scratch-Map entdecken, ein Geschenk zu meinem neunzehnten Geburtstag, und ein paar aufgehängte Postkarten und Prospekte. In der Küche steht ein Gewürzdöschen und eine Packung Kamillentee mit georgischer Schrift, und am liebsten würze ich alles mit dem Paprikapulver, das ich aus Ungarn mitgebracht habe. Das war es dann aber auch – bei mir liegen keine Teppiche mit bunten Motiven aus aller Welt, auf herumstehende Deko reagiere ich eher allergisch und unsere Möbel sind fast allesamt von Ikea, zum Großteil in langweiligem schwarz, weiß oder grau gehalten. Weiterlesen

Geschichten

Blogparade „Vom Heimkommen“: Eure Beiträge

Im Juni ging ganz souverän mein Artikel zum Heimkommen samt Aufruf zur Blogparade online. Was meine Leserinnen und Leser daran nicht sahen: Du glaubst nicht, wie sehr meine Hände vor dem Klick auf „Veröffentlichen“ gezittert haben… Schon Wochen vorher hatte ich das Thema im Kopf und habe mit mir gehadert und gehadert. Sollte ich mit meinen paar Seitenaufrufen im Monat wirklich eine Blogparade starten? Was, wenn ich den Aufruf schreibe und veröffentliche – und dann einfach gar nichts mehr passiert, sich niemand meldet, kein einziger Artikel dazu entsteht?! Irgendwie hatte das in meinem Kopf so etwas vom traurigen Kind mit der dicken Brille, das die gesamte Jahrgangsstufe zu seinem Geburtstag einlädt und dann die ganze Torte alleine futtert, weil niemand auftaucht… Doch ich hatte nicht bedacht, dass mein Blog zwar nicht zu den Großen zählt, ich aber ganz einfach die besten Leserinnen und Leser habe! Der Paraden-Aufruf wurde fleißig auf Facebook geteilt und auf Twitter re-tweetet, und innerhalb von weniger als einer Woche war der erste Beitrag dazu online. Dann ging es Schlag auf Schlag, und es waren zwanzig. Weiterlesen

Gedanken

Vom Heimkommen – Aufruf zur Blogparade!

Als ich 2012 aus Peru wieder zurückkam, fiel ich erst einmal in ein ziemliches Loch – und musste feststellen: Das Heimkommen von einer längeren Zeit im Ausland ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken sollte. Wie ich mich vom Post-Reise-Blues wieder erholt habe, möchte ich dir in diesem Artikel erzählen. Gleichzeitig rufe ich zu einer Blogparade auf: Wie ist das Heimkommen nach einer Reise für dich? Weiterlesen

Erfahrungen

Urlaubserinnerungen

Hachja, immer mal wieder denke ich an meinen Sommerurlaub zurück – und freue mich meist nicht nur an den Erinnerungen, sondern auch an meiner Entscheidung, dort nur meine Analogkamera mitzunehmen. Es sind wirklich wunderbare Fotos entstanden, die mir selbst sehr gut gefallen, und anstatt auf der Festplatte habe ich sie in den Händen, auf mattem Papier, das sich schön anfühlt und das ich immer wieder aufs Neue bewundern kann…

Doch irgendwo mussten die Bilder natürlich auch unterkommen – und mit dazu noch ein paar schöne Postkarten, Flyer und (natürlich) Stadt- und Landkarten zur Erinnerung. Ein Fotoalbum musste also her, und ich hatte dabei meiner Meinung nach recht simple Vorstellungen: schwarzer schlichter Karton ohne alles, auf den ich Fotoecken kleben kann, und ein Cover aus qualitativ hochwertigem, ebenso schlichtem Papier. Ich ging also auf die Suche, durch verschiedene Foto- und Schreibwarenläden, und fand – nichts. Die meisten Fotoalben hatten kitschige Covermotive, keinen bloßen Karton, sondern irgendwelche Plastiklaschen, um Fotos einzustecken, und waren dazu noch erschreckend teuer. Weiterlesen