Schlagwort: Persönliches

Geschichten

Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen: Chaosgeschichten aus aller Welt

Ich habe eine beinahe beunruhigende Tendenz dazu, egal, wo ich gerade bin, Dinge zu erleben, die mir, wenn ich sie zu Hause erzähle, erst mal niemand glaubt. Und das nicht im positiven Sinne.

Nein, auf meinen Reisen scheint häufig Murphy’s Law zu greifen: Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und eine davon in einer Katastrophe endet, dann wird es jemand genau so machen. Der „jemand“ bin in den meisten Fällen ich. Und normalerweise auch die Notleidende der Katastrophe.

Ich habe bei vielen dieser Geschichten überlegt, ob sie es wert sind, auf dem Blog verewigt zu werden – meistens sind sie jedoch relativ fix erzählt und keinen eigenen Artikel wert. Andererseits weiß ich spätestens dank Marieke, dass sehr viele Menschen gerne Geschichten rund um Leid, Drama und Chaos lesen. Darum habe ich beschlossen, eine kleine Compilation anzulegen: Meine besten Chaosgeschichten aus sechs Jahren Reisen. Viel Spaß! 🙂

Wer Lust hat, kann mir übrigens sehr gerne seine krassesten Geschichten in den Kommentaren verraten – ich möchte schließlich auch ein bisschen lachen!

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Gedanken

Reiserückblick, Reisepläne, Reiseträume – Worte zum Jahresende

jahresrückblick reiseblog

Ich bin 2016 so viel gereist wie noch nie zuvor in meinem Leben. Zähle ich Deutschland mit, habe ich das Jahr in 12 verschiedenen Ländern verbracht und drei verschiedene Kontinente gesehen. Ich bin dem Polarkreis nahe gekommen und habe mehrfach den Äquator überquert. Sechs der Länder habe ich dabei zum allerersten Mal besucht. Dazu kamen mindestens sieben Reisen innerhalb von Deutschland – die gingen von Ost nach West und von der Mitte Deutschlands bis ganz in den Süden. Ganz ehrlich, wenn ich das so schwarz auf weiß geschrieben sehe, fällt mir auf, was für ein Wahnsinn das ist.  Weiterlesen

Geschichten

Wie ich auszog, um in Polen das Fürchten zu lernen

Krakau bei Nacht

Ich gebe es zu: Ich bin ein Schisser. Nervosität ist gerne mein Begleiter, die eine oder andere Neurose reist immer im Rucksack mit. Auf Adrenalinkicks kann ich gerne verzichten, bei Horrorfilmen muss das Licht unbedingt an bleiben und vor dem Schlafengehen gucke ich dann noch dreimal in den Schrank, nur um sicher zu gehen. Die Angst ist einer der Gründe, warum ich als Reisebloggerin wohl ziemlich ungeeignet bin – und zugleich einer, der mich immer wieder losziehen lässt. Denn das Gefühl, etwas geschafft zu haben, sich seinen Ängsten gestellt zu haben – das ist einfach unbezahlbar. In den paar Tagen, die ich über Silvester in Polen und der Slowakei unterwegs war, schwebte ich ständig zwischen Panik, Adrenalin und Glücksgefühlen – ganz ungeplanterweise wurde die kurze Reise zur Therapiestunde für mich. Weiterlesen

Gedanken

Mein Wort 2016: Jetzt

Guoliang Anyang

„Nie wieder werde ich…“ – Wird so ein Satz in einer Sitcom ausgesprochen, weiß jeder Zuseher, was als nächstes passiert. Nie wieder so viel Alkohol trinken, nie wieder um zwei Uhr nachts eine ganze Pizza verdrücken, nie wieder am Tag vor der Deadline anfangen – und schon ist es doch wieder passiert. Solche Vorsätze beschließen wir aus dem schlechten Gewissen heraus und haben sie drei Wochen später vergessen. Zu endgültig sind sie gefasst, zu unflexibel sind sie für unser Leben, das sich ständig ändert. Egal, wie gut oder wie gut gemeint ein Vorsatz ist, der am 31.12. gefasst wird, das Leben funkt dazwischen und im Verlauf der nächsten 365 Tage kann viel passieren. Gerade an Neujahr beschließen wir außerdem so viel, von dem wir in dem Moment schon wissen, dass wir es niemals halten werden – der besonderen, nostalgischen Stimmung nach Weihnachten sei’s gedankt. Kein Wunder, dass Vorsätze einen schlechten Ruf haben. Weiterlesen

Geschichten

Warum Kreta für mich Abenteuer bedeutet

– Dieser Artikel enthält Werbung. Einen ausführlicheren Hinweis dazu kannst du am Ende der Seite lesen. – 

Vielleicht geht es nur mir so, aber Inseln haben für mich oft direkt etwas Besonderes an sich. Sei es der besondere Menschenschlag, der sich auf ein entbehrungsreiches Leben mit dem Meer einlässt, sei es die Abgeschiedenheit, das allgegenwärtige Wasser, der allgegenwärtige Seewind, das allgegenwärtige Salz in der Luft. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass viele Inseln sich auf kleiner Fläche erstaunlich hoch auffalten – und man von Berggipfeln direkt den Blick auf den endlos blauen Horizont hat.

Kreta ist so ein Beispiel dafür. Durch Plattentektonik erschaffen, durch Karst geformt, viele verschiedene Landschaften auf engstem Raum, dazu noch hin und wieder ein kleines Erdbeben – ein Traum für jede Geographin. Weiterlesen

Geschichten

Warum Paris meine Welt erschüttert

Ich bin 1993 geboren. Die Medien und auch manche Soziologen würden mich damit der „Generation Y“ zurechnen. Schaut man auf Wikipedia nach, ist der erste Punkt, der mich und meine Altersgenossen charakterisiert, unsere Krisenerprobtheit. Wir haben in jungen Jahren den 11. September vor unseren Bildschirmen erlebt und bekamen ständig Nachrichten von Krieg und Terror direkt in unsere Wohnzimmer. Die Wirtschaftskrise hat uns dann noch gezeigt, dass Lebensplanung oft sinnlos ist und wir uns auf nichts wirklich verlassen können.

Nun, ich habe mich noch nie sehr krisenerprobt gefühlt. Weiterlesen

Gedanken

Warum ich als Reisebloggerin eigentlich völlig ungeeignet bin

Hast du dich auf einer Reise auch schon mal gefragt: „Warum tu ich mir das eigentlich an?“

Wer individuell verreist, so mit Rucksack und Eigenplanung (oder auch ganz ohne Planung…), der kommt ab und an in Momente, in denen man am liebsten den Rucksack auf den Boden werfen und seinen Kopf gegen die nächste Wand hämmern würde. Zumindest geht es mir so – und das gar nicht so selten. Weiterlesen

Gedanken

All the Young Dudes

Das erste Mal überkam mich die Erkenntnis vor über einem Jahr in meinem Portugiesischkurs. Ich hatte recht spät damit angefangen, im fünften Semester, fast alle anderen waren Erstsemester. Klar, jemand, der seit einer Woche an einer Uni ist hat andere Gesprächsthemen als jemand, der bald seinen Abschluss dort macht, aber sonderlich anders als der Rest des Kurses fühlte ich mich nicht. Bis wir Zahlen und Altersangaben durchnahmen und uns in kleinen Gruppen gegenseitig nach unserem Alter fragen sollten. „Veintiuno“, einundzwanzig, antwortete ich und sah, wie die Augen meines Gegenübers immer größer wurden. Weiterlesen

Gedanken

Warum ich immer ein Zuhause brauchen werde

Lange habe ich mich ein bisschen davor gescheut, meinen Blog als „Reiseblog“ zu bezeichnen. Eigentlich passt vom Wort her wenig besser darauf, aber die verschiedenen (sich auch so benennenden) Reiseblogs, die ich damals kannte, stießen mich ab. Sie erzählten keine Geschichten vom Reisen, sondern gaben Tipps, was man wie und wo gesehen haben „muss“. Sie schrieben zwar einen Blog, sprachen aber ständig von einem „Business“. Und alle schienen pausenlos unterwegs zu sein, und das nicht nur von Stadt zu Stadt, sondern von Kontinent zu Kontinent. Ich las zum ersten Mal den Begriff „Digitaler Nomade“ und fühlte mich nochmal falscher. Schließlich hänge ich durchs Studium sozusagen in Deutschland fest und bin weit entfernt davon, reisend und ohne deutsche Adresse mein Geld online zu verdienen. Und das stört mich nicht einmal…

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Gedanken

Umarme das Unbekannte

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Ich werde alt, sage ich in letzter Zeit häufiger, und bekomme dann mindestens fünf böse Blicke aus meinem Umkreis. Alt, mit 22, von wegen, kriege ich zu hören. Das stimmt ja auch – aber in letzter Zeit hat sich bei mir ein diffuses Gefühl eingeschlichen aus Langeweile, Ernst-des-Lebens und Melancholie, das ich einfach nicht anders bezeichnen kann.

Wenn ich „Ich werde alt“ sage, dann meine ich, dass mein Leben in den letzten Jahren immer weniger spektakulär geworden ist. Vor vier Jahren noch lebte ich in Peru, ein ganzes Jahr lang, hatte ständig spannende Erlebnisse, musste kleine Alltagskatastrophen bewältigen und mich alleine durchschlagen. Vor drei Jahren fing ich mit dem Studium an, lernte gefühlte hundert Leute auf einmal kennen, schloss Freundschaften und zog durch Bars. Vor zwei Jahren ging bei mir alles drunter und drüber, durchfeierte Nächte knüpften an einsame Tage an. Dann, frisch verliebt, zogen die Tage im Schnelldurchlauf an mir vorbei. Und schließlich, heute, bin ich angekommen, habe ein geregeltes Leben, arbeite aufs Studiumsende hin, und all das ist wirklich schön, und vor allem sehr befriedigend. Aber irgendwo unter der Oberfläche regt sich etwas in mir, das sagt: Das Beste ist nun also schon vorbei. Die Geschichten, die du später mal erzählen wirst, die Abenteuer, an die du noch in Jahrzehnten denkst – alles schon erlebt. Was jetzt kommt, ist also irgendwie nur noch der Gang durch die Mitte, der Weg geringen Widerstands, ohne Höhen und Tiefen, schließlich bin ich inzwischen älter, vernünftiger, ruhiger. Ich will nicht sagen, dass mein Leben langweilig ist, denn davon ist es weit entfernt, es ist nur eine gewisse Grundstimmung. Das Gefühl, Dinge auf einmal zu müssen, Entscheidungen zu treffen, die Unvernunft nur noch in kleinen, vernünftigen Dosen herauszulassen… Das Gefühl, nichts Neues mehr zu tun, alles bereits zu kennen, jeden Tag viel zu ähnliche Dinge zu tun. Weiterlesen