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Geschichten aus kleinen Ländern

„Die Welt ist klein!“ – Wie oft sagen wir das, wenn wir auf einer Party in Berlin jemand aus dem Nachbardorf in Hessen treffen – oder eine Bekannte aus der Uni plötzlich am anderen Ende des Landes neben uns im Bus sitzt? Gerade im großen Deutschland überrascht es uns, wenn man sich schließlich doch immer zweimal sieht. Doch wie ist das, wenn man in einem Land lebt, das nur ein paar Millionen – oder gar nur ein paar Hunderttausend Einwohner hat? Wenn man das Problem hat, dass die eigene Sprache nur von einer ziemlich niedrigen Zahl an Menschen gesprochen wird? Wenn die Hauptstadt des eigenen Landes so klein ist wie deutsche Provinzstädte? Wenn man auf einer Insel lebt, die vielleicht zu einem größeren Land gehört, aber dennoch komplett von dieser getrennt und nur bei Flut zu erreichen ist? Fühlen sich die Einwohner solcher kleinen Länder und Regionen isoliert – oder sind sie im Gegenteil darauf bedacht, sich möglichst stark nach außen hin zu öffnen?

Zum ersten Mal kam ich in Lettland mit dieser Frage in Kontakt – und das Land hat immerhin fast zwei Millionen Einwohner. „Bei uns sollte man seine Freundin eher nicht betrügen“, meinte damals der Guide unserer Free Walking Tour durch Riga. Irgendwie kenne am Ende doch jeder jeden, zumindest über zwei oder drei Ecken. Ob da nicht irgendwann auch mal so was wie Lagerkoller einsetzt? Irgendwie wurde ich diese Frage nicht mehr los. So habe ich, kurz nach meiner Reise nach Andorra, über die es bald auch Artikel hier auf dem Blog geben wird, Geschichten aus kleinen Ländern und Regionen gesammelt – von verschiedenen Reisebloggerinnen und Reisebloggern. Ich selbst bin mit einem kurzen Text zu Andorra ebenfalls vertreten. Viel Spaß beim Lesen und Erkunden!

Andorra 78.014 Einwohner, 468 km²

Lagerkoller? Erst recht frage ich mich das, als ich Ende Mai nach Andorra reise: Das elftkleinste Land der Erde hat weniger als 80.000 Einwohner, auf einer Fläche nur knapp größer als das Land Bremen – und liegt noch dazu mitten in den Pyrenäen. Egal, wohin man blickt, weit kommt man nicht, immer sind bis zu 3.000 Meter hohe Berge dazwischen. Fühlt man sich da nicht komplett isoliert vom Rest der Welt?

Nach meinem Kurzbesuch kann ich sagen: Auf keinen Fall! Andorra ist zum einen ein demographisch unglaublich vielseitiges Land. Um 1900 lebten hier noch gerade einmal 5.000 Menschen – der enorme Zuwachs ist vor allem hohen Einwanderungsraten geschuldet. Nur ein Drittel der Bewohner Andorras haben die andorranische Staatsbürgerschaft, und auch von diesen sind nur etwa 9.000 familiengeschichtliche Andorraner, erklärt uns ein Ladenbesitzer in der Hauptstadt Andorra La Vella. Der Rest hat Eltern, die zum Beispiel aus Spanien, Portugal oder Frankreich eingewandert sind. Und zum anderen ist Andorra auch darüber hinaus ein bemüht weltoffenes Fleckchen Erde: Vieles im Land fühlt sich an wie eine Kombination aus dem Besten, was man in Frankreich und Spanien findet. Die Berge ziehen jedes Jahr über zehn Millionen Touristen an. Und für die jungen Leute ist es relativ selbstverständlich, zum Studieren nach Barcelona oder Toulouse zu ziehen.

Einen Fehler darf man allerdings auf keinen Fall machen: Auch, wenn in Andorra wenig Menschen leben und noch weniger davon gebürtige Andorraner sind, will das Land auf keinen Fall ein bloßes Anhängsel sein. Obwohl sie die selbe Landessprache teilen, sehen sich die Andorraner explizit nicht als Katalanen – sondern eben als stolze und unabhängige Andorraner. Auch, wenns nicht viele von ihnen gibt.

Luxemburg 576.000 Einwohner, 2.586,4 km²

Von Corinna – Aussteigen Bitte.

Luxemburg ist eines der flächenmäßig kleinsten Länder der Welt und kann doch einiges. Wusstest Du zum Beispiel, dass in Luxemburg-Stadt der Verwaltungssitz der EU sitzt? Und das, obwohl sie nur 576.000 Einwohner haben. Das ist etwa so viel wie Dortmund (586.000) oder Essen (582.000) haben. Echt wenig.

Ich will Dich aber gar nicht mit Fakten langweilen. Luxemburg hat echt mehr zu bieten, als eines der kleinsten Länder überhaupt zu sein. Das Chocolat House zum Beispiel. Da bekommst Du einen Löffel Schokolade nach Wahl, dazu eine heiße Tasse Milch und ein Schälchen Sahne (oder auch nicht) und dann bastelst Du Dir Deinen eigenen Kakao zusammen. So lecker.

Im Winter solltest Du allerdings festes Schuhwerk einpacken. Ich glaube beim Bebauen der Stadt haben die Verantwortlichen mehr „Ohhhh…. Schöööön!“ als „Ohhhh… Praktisch!“ gedacht. Der Boden vor dem wunderschönen Hauptbahnhof sieht nämlich toll aus, aber sobald er nass wird, kann man darauf Schlittschuh laufen – ohne Schlittschuhe. Jetzt stell Dir mich vor, wie ich darauf rumeiere, während es kurz vorher geschneit hat und der Boden noch zusätzlich rutschig ist. Leider hatte ich diese Schlitterpartie recht häufig. Festes Schuhwerk ist also ein Muss.

Weil es an der Grenze zu Deutschland liegt, ist Deutsch, neben Französisch und natürlich Luxemburgisch (Ja, das gibt es echt!), Amtssprache. Du solltest also keine Probleme haben, dich zu verständigen.

Ich habe es bisher „nur“ in die wunderschöne Hauptstadt geschafft. Mehr darüber, was Du in Luxemburg alles erleben kannst, erfährst Du auf meinem Blog. Bald will ich auch noch das Umland entdecken. Kommst Du mit mir auf die Reise?

Island 332.529 Einwohner, 102.775 km²

Von Melli – Mosaiksteine.

Island ist flächenmäßig kein besonders großes Land, es hat gerade mal ca. 330.000 Einwohner und die meisten davon leben in und um Reykjavik, also kann es unterwegs schon mal einsam werden. Dafür hat die Vulkaninsel hinter jeder Kurve ein neues landschaftliches Highlight zu bieten.

Im September bin ich zwei Wochen lang durch Island gereist und habe die Insel dabei einmal umrundet. Große Städte gibt es in Island nur wenige. Ein Ort, der auf der Straßenkarte noch groß markiert ist, kann schon mal aus fünf Häusern bestehen. Statt Hausnummern haben Höfe ihren eigenen Namen und es ist auch kein Problem, diese zu finden, wenn es nur drei andere Häuser im Umkreis von mehreren Kilometern gibt.

Nach Island reist man aber natürlich nicht wegen der tollen Städte (außer vielleicht Reykjavik), sondern wegen der tollen Natur. Und da ist es echt erstaunlich, was für eine Vielfalt es auf dieser kleinen Insel gibt. Ich habe wirklich noch nie so viel atemberaubende Natur auf einmal gesehen. Da wären die unzähligen tollen Wasserfälle, einer spektakulärer als der andere. Wunderschöne Fjord-Landschaften, in denen man mit etwas Glück Wale beobachten kann. Lava-Landschaften, in denen es aus dem Boden dampft und in denen man sich vorkommt wie auf einem anderen Planeten. Und die Gletscherlagune Jökulsárlón, wo zwischen den Eisbergen und Eisschollen Seehunde herumschwimmen und im Hintergrund die Berge und ein riesiger Gletscher zu sehen sind. Zwischen September und März gibt es außerdem die Chance, Nordlichter zu sehen. Ihr merkt schon, ich bin ein großer Island-Fan und in diesem doch recht kleinen Land reicht ein Besuch lange nicht aus, denn es gibt so viel Schönes zu entdecken.

Helgoland 1.400 Einwohner, 4,2 km²

Von John und Marc – 1 Thing to do.

Schweißgebadet sind wir nicht gerade, als wir auf dem 61 Meter hohen Pinneberg ankommen. Da nützt es auch nichts, dass die höchste Erhebung Helgolands selbst alle Hügel in Schleswig-Holstein überragt. Von hier oben wird uns dennoch die einzigartige Lage der deutschen Nordseeinsel bewusst: Wir überblicken nicht nur die gesamte Insel, sondern auch die Schwesterinsel Düne. Rundherum? Nichts als blaue Nordsee!

Gerade einmal 1.400 Einwohner zählt Helgoland. Und die Düne? Keinen einzigen! Immerhin schlagen die beiden zusammen damit den Vatikan – übrigens auch was die Fläche betrifft – bei weitem. Die Winzigkeit der Insel verführt dabei viele Reisende, sich nur einen halben Tag lang für einen Besuch Zeit zu nehmen. Und dass obwohl die Insel klein genug ist, dass man sich hier in nur zwei Tagen fast schon heimisch fühlt.

Die Tagestouristen verpassen damit so banale Dinge wie einen ungestörten Sonnenuntergang über der weiten Nordsee. Sie verpassen das Gefühl, dem weiten Meer gewissermaßen ausgeliefert zu sein. Und vor allem verpassen sie die Feste, die gerade im Sommer regelmäßig in der Unterstadt oder auf den Landungsbrücken stattfinden.

Als während unseres Besuchs die Ruderregatta mit den Helgoländer Börtebooten zu Ende war, luden Imbissstände, Zapfhähne und eine Bühne mit Livemusik zum Feiern auf der Insel. Wir merkten schnell: Hier kennt jeder jeden. Wie sollte es auch anders sein! Die Ferne zum Festland haben sie alle gemeinsam. Das schweißt zusammen.

Kurz waren wir ein bisschen neidisch auf diese Gemeinschaft. In Berlin kennt schließlich keiner keinen. Aber das soll ja auch seine Vorteile haben.

Mehr von unserem Inselerlebnis in der Deutschen Bucht liest du in unserem Helgoland Reisebericht.

Malta 433.300 Einwohner, 316 km²

Von Sabine – Ferngeweht.

Mein Gott, wo passen nur all die Leute hin? Fast eine halbe Million (genauer gesagt gut 430.000) Menschen leben im Zwergenstaat Malta auf gerade einmal 316 Quadratkilometern. Beim Landeanflug kann ich locker von einem Ende der Insel zur anderen schauen. Außerdem fällt mir beim Blick aus dem Flugzeugfenster auf, wie dicht gedrängt die Häuser vor allem rund um die Hauptstadt Valletta stehen. 90 Prozent der Einwohner Maltas leben in diesem Ballungsgebiet.

Das Land Malta setzt sich aus zwei – nein, eigentlich drei bewohnten Inseln und ein paar felsigen Eilanden zusammen. Der Winzling Comino misst gerade einmal drei Quadratkilometer und besteht im Grunde nur aus einem Hotel und einer kleinen Siedlung von Ferienbungalows. Da hat Gozo schon mehr zu bieten. Wir sind drei Tage lang mit dem Auto über die Insel Gozo gefahren und haben noch nicht alles gesehen. Im Gegensatz zur Mutterinsel Malta läuft das Leben in Gozo ganz gemütlich ab: In die Hauptstadt Victoria Rabat mit seinen 6.800 Einwohnern fährt der Gozianer nur, wenn es unbedingt sein muss … Großstadt? Nein, danke!

Anders ist es auf Malta selbst. Hier gibt man sich gern weltmännischer, vor allem in der Hauptstadt. In Valletta lohnt sich der Besuch mehrerer Museen und Kirchen, oder du genießt einfach den Blick auf die Häfen rund um die Stadt. Wer auf Malta Ruhe haben will, muss ein bisschen suchen. An den Küsten gibt es den einen oder anderen hübschen Ort, aber auch diese sind, vor allem im Sommer, beliebte Ausflugsziele der Touristen. Marsaxlokk mit seinen bunten Booten, die blaue Grotte oder auch die Klippen von Dingli lohnen einen Abstecher. Vier Tage lang waren wir auf Malta unterwegs – auch hier wären ein paar Tage mehr angemessen gewesen.

Für einen Kurztrip lohnt sich Malta aus meiner Sicht allemal. Wer im Sommer an einem der Strände baden gehen will, kann sich sicherlich auch mehr als eine Woche problemlos vergnügen.

Vatikanstadt 1.000 Einwohner, 0,44 km²

Von Jessica – Yummy Travel.

800 Einwohner und manchmal genau so viele Touristen in nur einem Raum? In welchen Land kann das nur gehen? Ganz einfach. In einem Land, welches viele gar nicht als ein solches ansehen: dem Vatikan. Eingebettet in eine wundervolle römische Kulisse befindet sich dieses kleine Prachtstück. Bekannt vor allem wegen einer einzigen Person, dem Papst.

Der Vatikan ist sagenumwoben und geheimnisvoll. Es ranken sich Geschichten um das Land. So soll der Geldautomat als einziger auf der Welt eine lateinische Anzeige haben und eine so hohe Kriminalitätsrate wie in keinem anderen Land herrschen. Und, wie sollte es auch anders sein, im kleinsten Land der Welt sind 100 Prozent der Einwohner katholisch. Einzigartig.

Das Staatsgebiet des Vatikans deckt sich zu 100 Prozent mit der Stadtmauer. Der Ort, an dem die ganzen Touristen auf den Einlass in die Vatikanischen Museen warten. Die sind neben dem Petersplatz und Petersdom auch (fast) die einzigen Plätze, die man im Vatikan als Normalsterblicher besuchen kann.

Übrigens: Mit den 9 Millionen Bildern, die sich in den Vatikanischen Museen befinden, könnte man die komplette Stadtmauer verkleiden. Das würde das stundenlange Warten auf den Einlass wenigstens etwas erträglicher machen.

Wenn du auf der Suche nach einem ganz besonderem und einzigartigem Ort im Vatikan bist, allerdings nicht einfach erreichbar, dann frage die Schweizer Garde nach dem Campo Santo Teutonico, dem deutschen Friedhof. Den erreichst du von der Wache Largo Paolo VI. Allerdings musst du die Wache auf Deutsch ansprechen und am Vormittag kommen.

Aruba 106.795 Einwohner, 178,91 km²

Von Katrin und Christian – Before We Die.

Aruba ist eine kleine Insel in der südlichen Karibik, die geographisch bereits zu Südamerika gehört – Venezuela ist nur 25km entfernt. Aruba ist an der breitesten Stelle 9km breit, maximal 30km lang und wird insgesamt von etwa 100.000 Menschen bewohnt. Sie gehört zusammen mit den beiden anderen ABC-Inseln Bonaire und Curacao zu den ehemaligen niederländischen Antillen und dementsprechend abenteuerlich ist der Mix an Kulturen, den man auf Aruba vorfindet: Von Karibik über Südamerika bis hin zu Europa spürt man hier alle Einflüsse deutlich. Und im Gegensatz zu anderen Karibikinseln hat Aruba nicht mit Armut zu kämpfen. Die Arubaner sprechen sogar eine eigene kreolische Sprache, Papiamentu, obwohl die offizielle Amtssprache Niederländisch ist (aber keine Angst, durch die Fokussierung auf amerikanische Touristen kommt man mit Englisch gut zurecht).

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf Aruba aufmerksam wurde, ich glaube, es war durch den berühmten Flamingo Beach, an dem man mit Flamingos im karibisch blauen Meer baden kann. Aruba besteht auf der kompletten Südwestseite der Insel aus kilometerlangen weißen Stränden mit butterweichem Sand. Einer von ihnen, der Eagle Beach, wurde bereits mehrfach zu einem der schönsten Strände der Welt gekürt. Die komplette Unterwasserwelt Arubas und der umliegenden Inseln steht unter Naturschutz und gilt als eines der schönsten Tauchgebiete weltweit, bei dem wohl sogar erfahrenen Tauchern die Spucke wegbleibt.

Was viele Menschen nicht wissen: Aruba hat zwei Gesichter. Die Nordostseite der Insel ist mit ihren bizarren Felsformationen, dem wüstenartigen Arikok Nationalpark und dem wilden Ozean ist ein absoluter Kontrast zu den zahmen Sandstränden der gegenüberliegenden Seite (unbedingt den Natural Pool besuchen!).

Was mich besonders überrascht hat: Obwohl Aruba so winzig ist, gibt es unglaublich viel zu sehen! Ich hatte nach einer Woche nicht ansatzweise das Gefühl, „fertig“ zu sein. Die meisten Menschen geben Aruba im Rahmen einer Kreuzfahrt gerade mal einen Tag – eine Schande.

Neuseeland 4,2 Mio. Einwohner, 269.652 km², mindestens 1.530 km entfernt von Australien

Von Jenny – Weltwunderer.

Neuseeland ist nicht nur klein, es ist auch noch extrem abgeschieden – am Arsch der Welt, möchte man sagen, wenn man die mehr als 24-stündige Anreise überlebt hat. Auf knapp vier Millionen Einwohner (das sind weniger, als Berlin hat!) kommen 30 Millionen Schafe und fast ebenso viele blöde Witze über das Verhältnis der „Kiwis“ zu ihren Haustieren.

„Blaubeeren-Ernte fällt gut aus“ oder „Flüchtiger Dieb von Schafherde aufgehalten“, das sind die Schlagzeilen in den großen neuseeländischen Gazetten. Als wir von Januar bis März 2011 durch Neuseeland reisten, verpassten wir die Revolution in Ägypten komplett – den Zeitungen am anderen Ende der Welt war der Arabische Frühling keine Titelstory wert gewesen.

Dass sich hier Fuchs und Hase gute Nacht sagen, finden viele Besucher allerdings richtig gut. Neuseeland gilt als unberührtes Paradies, hier wähnt man sich sicher vor den Kriegen und politischen Tumulten dieser Welt. Immer mehr Auswanderer klopfen an Neuseelands Türen, aber immer weniger werden hineingelassen. Allein schon mit Touristen ist das Land inzwischen mehr als gut versorgt, und viele Neuseeländer erkennen ihr eigenes Land nicht wieder.

Ob die gastfreundlichen Kiwis auch in Zukunft jeden Fremden wie ein Familienmitglied begrüßen werden? Ob sie in zehn Jahren noch ihre Türen offen stehen lassen und sich gegenseitig mit „mate“ (Kumpel) anreden, den Premierminister inklusive? Ich hoffe sehr, dass mein Lieblingsland noch eine Weile klein und abgeschieden bleiben kann.

San Marino 32.789 Einwohner, 61,19 km²

Von Cori und Flo – Travel Pins.

Bis vor kurzem war San Marino für uns selbst noch ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte. Wir wussten zwar grob, dass es irgendwo in der Nähe von Bologna auf einem Hügel liegt, aber wenn wir ehrlich sind, war es das auch schon. An einem Wochenende Mitte März beschließen wir spontan, drei Freunde mit ins Auto zu packen und nach 7 Stunden Fahrt diese Wissenslücke zu schließen. Oder vielmehr: Uns einfach mal überraschen zu lassen, was uns denn in der kleinsten und zugleich ältesten Republik der Welt erwarten würde. Rund 33.000 Einwohner leben auf knapp 61 Quadratkilometern, also einer recht „überschaubaren“ Fläche. Im wahrsten Sinne des Wortes! Denn von der Altstadt am Monte Titano liegt einem (fast) die gesamte Republik zu Füßen. Der Blick reicht von den noch schneebedeckten Gipfeln des Apennins bis zur Adriaküste bei Rimini.

Beim Schlendern durch die Altstadt fallen einem unweigerlich die vielen Waffen auf. Sind es zunächst noch harmlose Holzschwerter an Souvenirständen, kommen wir später an einem Waffen- und Foltermuseum, mehreren spezialisierten Waffengeschäften und einem Platz im Zentrum vorbei, an dem man zu bestimmten Veranstaltungen mit einer Armbrust schießen kann. Von Maurizio, dem Besitzer unseres Hostels, erfahren wir, dass die San Marinesen sehr freiheitsliebend sind. „Wir lieben Waffen!“, meint er, als sei das schon Erklärung genug. Wir haken nach und lernen, dass San Marino seine Freiheit seit Bestehen der Republik 301 n. Chr. immer wieder mit Waffengewalt verteidigen musste. Vor allem gegen das umliegende Italien. Da nahmen die wehrhaften San Marinesen sogar die mehrfache Exkommunikation durch den Papst in Kauf. Trotzdem muss man kein Waffennarr sein, um sich vom kleinen San Marino begeistern zu lassen und vor allem die herrliche Aussicht vom Festungsberg zu genießen. Wir können es dir nur empfehlen.

Mazedonien 2 Mio. Einwohner, 25.713 km²

Von Oliver – Weltreiseforum.

Als ich in der Nähe von Prilep ein abgelegenes Kloster besuchte, stach mir auf der Infotafel ein Satz ins Auge. An den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht, er lautete aber ungefähr so: „Das Schutzgebiet rund um das Kloster Treskavec umfasst 0,3 Prozent des Staatsterritoriums.“

Der Autor wollte wohl unterstreichen, wie groß und wie wichtig das Schutzgebiet rund um das Kloster ist – und das will ich ihm auch gar nicht nehmen. Aber der Satz zeigt, wie relativ Größe letztlich ist. Beeindruckt hat mich die Zahl nämlich nicht. Mein erster Gedanke war eher: Was, nur 300 solche Kloster und das Land ist voll?

Größe scheint für Mazedonien ohnehin ein wichtiges Thema sein. Dabei besinnt das Land, dessen Fläche gerade mal halb so groß ist wie die Schweiz, am liebsten auf die historische Größe. In Skopje landet man auf dem Flughafen Alexander der Große, fährt auf der gleichnamigen Autobahn ins Stadtzentrum, wo unzählige Statuen von Philipp II und anderen historischen Schwergewichten rumstehen.

Dumm nur, dass die heutigen Mazedonier womöglich gar keine Nachfahren der antiken Makedonier sind. Das sagt zumindest Griechenland, das einen Alleinverwaltungsanspruch auf das historische Erbe von Alexander und Co. hat und von der Einvernahme fremder Geschichte mehr als nur brüskiert ist.

Und so bleibt nach meinem einwöchigen Roadtrip durch Mazedonien trotz all der spannenden Begegnungen und der schönen Ecken ein fahler Nachgeschmack von einem Land, das gerne etwas grösser wäre als es ist.

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5 Gedanken zu “Geschichten aus kleinen Ländern”

  1. Ha! Erster! Toller Artikel und sehr spannend zu lesen. Mir war gar nicht bewusst, dass einige der Länder tatsächlich so winzig sind…wobei die persönliche Einschätzung wohl auch einfach davon abhängt, wie präsent bzw. selbstverständlich ein Land für einen selbst ist.
    Danke, dass wir mit Aruba dabei sein können 🙂

    Viele Grüße, Katrin

  2. Sehr coole Zusammenstellung von kleinen Ländern! Wobei Helgoland doch zu Deutschland gehört, oder nicht? Ist das nicht Deutschlands einzige Hochseeinsel?
    Deine Bilder aus Andorra habe ich schon auf Instagram bewundert – ich freue mich auf den Post dazu!!
    Viele Grüße,
    Malika

  3. Das mit Neuseeland kann ich so unterschreiben! Wir waren dort während die ganze Flüchtlingskrise in Deutschland überhand nahm und wir haben einfach nichts mitbekommen von allem, erst als wir nach Hause kamen begriffen wir wie ernst das doch hier allen war. Aber gerade das fand ich schön, mal nicht diese großen politischen Sorgen, sondern seine ganz eigenen kleinen Sorgen zu haben und mal eine Auszeit zu haben. Und dass die Kiwis weiterhin Gastfreundlichkeit haben, bezweifle ich auf keinen Fall, sie sind einfach so lieb und lieben Touris. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

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