Schlagwort: China

Erfahrungen

Elfmal Kurioses aus China

Kurioses China

Wenn einer eine Reise tut in ein Land wie China, dann ist das Erste, das alle Daheimgebliebenen hinterher fragen: „Hast du was Absurdes erlebt?“

(Wenn du hier schon eine Weile mitliest, dann hast du dich das bestimmt auch schon gefragt, oder?)

Das Doofe: Ich weiß gar nicht genau, was ich erzählen soll. Es gab nicht das eine total verrückte Erlebnis, von dem ich hinterher als allererstes berichten musste. Stattdessen waren es die kleinen Dinge, die mich überrascht haben und die ich hin und wieder etwas kurios fand. An vielen Stellen war China so gar nicht wie die Vorstellung davon, die ich im Kopf hatte.

Was also berichten? Noch dazu – will ich den Ideen und Klischees der Leute entsprechen und vom Kuriosen berichten? Oder sollte ich, um Exotisierung und Sensationslust zu vermeiden, einfach mal erzählen, dass vieles nicht so anders war als woanders auf der Welt? Andererseits – was wäre das Reisen ohne die kleinen Überraschungen, die das Bild, was man im Kopf hatte, um 180 Grad drehen?

Ich hab mich deshalb entschlossen, eine kleine Liste zusammenzustellen mit den Überraschungen, die China für mich bereit hielt. Elfmal Kurioses aus dem Reich der Mitte – viel Spaß damit! 🙂 Weiterlesen

Impressionen

China, deine Tempel

Tempel China

Wer von einer Reise zurückkehrt, sagt gern: Es war wie in einer anderen Welt.

Nie kam mir das so berechtigt vor wie in China. Die für Uneingeweihte völlig unverständliche Schrift, bei der es auch für das Lesen von Ortsnamen nicht damit getan ist, ein paar Buchstaben zu erlernen. Das auf den ersten Blick so homogene Bevölkerungsbild, das sich so deutlich von mir unterscheidet, dass ich nicht einmal die geringste Chance habe, nicht sofort als Ausländerin aufzufallen. Und die völlig anderen kulturellen Codes, Symbole und Philosophien.

Wer als Ausländerin nach China kommt, muss notgedrungen seinen Horizont erweitern und feststellen, dass die vermeintlich selben Begriffe hier ganz andere Dinge meinen. Es gibt eine andere Vorstellung von Dimensionen und Größen, von Nation und Nationalität, von Politik und Demokratie – und eben auch von Religion und Philosophie. Weiterlesen

Impressionen

170° China und ein Loblied auf die Lomographie

Lomography China

Ich liebe es, analog zu fotografieren, auch und gerade auf Reisen. Oft werde ich dafür merkwürdig angeschaut. Analog fotografieren, schön und gut, aber unterwegs? Von seinen Reisen möchte man doch tolle Fotos mitbringen, die sich auf Instagram & Co. teilen lassen, und keine Experimente, bei denen man erst hinterher weiß, was auf dem Film zu sehen ist?! Noch dazu muss man bei analogen Kameras ständig Filme mitschleppen – und hat keine Möglichkeit, spontan auf sich verändernde Lichtsituationen zu reagieren. Ist der Film mit 200er ISO einmal eingelegt, lässt sich halt nicht mehr so wirklich nachts fotografieren, und bei einem Schwarzweiß-Film werden die nächsten 36 Bilder, egal, was man tut, keine Farben enthalten.

Doch ich liebe es einfach, analog zu fotografieren, und vor allem auf Reisen kommt eine meiner analogen Kameras fast immer mit in den Rucksack. Gerade die Plastik-Kameras von Lomography sind für mich ideale Reisebegleiter – und ich möchte in diesem Artikel gern erklären, warum. Weiterlesen

Geschichten

Geschichten aus China

beijing-lampion

Ich sitze gerade in meinem Hotelzimmer in Luoyang. Vor meinem Fenster tanzen die Lichter der Leuchtreklamen. Mal wieder eine Stadt, von der ich vor meiner Reise noch nichts gehört hatte, mal wieder über 6 Millionen Einwohner. „Eine kleine Stadt“, sagt unser Reiseleiter immer, wenn ich darüber staune, dass am Horizont noch kein Ende in Sicht ist. Selbst die Hochhäuser sind hier höher, 30 und mehr Stockwerke sind keine Seltenheit. Wie aus dem Nichts erheben sie sich an den Stadträndern, wirken mitten im Smog so irreal.

Ich denke an die Fahrt übers Land heute Nachmittag, an staubige Straßen mitten durchs Nirgendwo, an streunende Hunde zwischen Straßenverkäufern, und an das Shaolin-Kloster, das wir heute besichtigt haben. Räucherstäbchen zwischen neu gebauten, doch auf alt getrimmten Tempeldächern, Kung Fu-Schüler mit enormer Körperbeherrschung, junge Soldaten, die für ein Foto mit Frühlingsfest-Deko posierten, der Ansturm an chinesischen Touristen zwischen Souvenirläden und Busstationen. Je mehr ich denke, desto weniger verstehe ich, wie das alles zusammenpassen kann.

Ein Land. 6 verschiedene Klimazonen. Über 1,3 Milliarden Einwohner. Fast 500 Millionen Mobiltelefone. 56 Nationen. Eine 5.000 Jahre alte Kultur. 15 Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Unzählige Widersprüche, Extreme und Rekorde.

Was soll man von einer Reise in dieses Land anderes mitbringen als Sprachlosigkeit? Weiterlesen