langsames Reisen

Mein Traum vom langsamen Reisen

Ich träume davon, langsam zu reisen.

Auf Reisen so viel wie möglich sehen? Schon seit einiger Zeit ist das nicht mehr meine Maxime. Stattdessen suche ich mir Ziele, in denen ich an einem Ort bleiben und Tagesausflüge machen kann, und plane lieber doppelt so viel Zeit für jeden Aufenthalt ein. Viel von einem Ort sehen anstatt viele Orte zu sehen, das ist mein Motto für meine selbst geplanten Urlaube. Reisen darf für mich anstrengend sein, es muss es sogar, körperlich wie mental, aber Stress, das Hetzen von A nach B, den Drang, nichts zu verpassen, all das möchte ich so gut wie möglich ausschalten. Leider gelingt mir das nicht immer – Zeitmangel und Planungsstress wirken entspanntem, langsamen Reisen viel zu oft entgegen.

In diesem Artikel will ich von meinen Versuchen erzählen – und verraten, was für langsame Reisen ich dieses Jahr so geplant habe!

Das Thema langsames Reisen find ich spannend, und so ist folgender Text bereits letztes Jahr entstanden – inklusive Aufruf zur Blogparade, um zu hören, was du so vom Thema denkst. Lustigerweise kamen mir nun, was die Parade angeht, die Jungs von 1 Thing to do zuvor. Das Thema scheint wirklich in aller Munde zu sein! Aber so habe ich nun einen extra Grund, den Artikel endlich aus der Versenkung meiner Festplatte zu holen und mache einfach bei ihrer Blogparade „Slow Travel“ mit.

Deine Meinung und deine Erfahrungen zum Thema „langsames Reisen“ interessieren mich aber natürlich trotzdem noch! Vielleicht als Kommentar? Oder du machst einfach bei der Blogparade von 1 Thing to do mit – das geht noch bis zum 31. März!

Langsam reisen – warum eigentlich?

„Langsam reisen“ – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wer sich der Langsamkeit verschrieben sieht, sollte schließlich nicht gerade heiß auf den Ortswechsel sein, den eine Reise zwingend mit sich führt. Und was soll es überhaupt bringen, langsam unterwegs zu sein, lange an einem Ort zu bleiben? Setzt sich der Backpacker mit seinem Rucksack, den er stets spontan über die Schultern schwingen kann, um weiterzuziehen, nicht gerade dadurch von den Pauschalurlaubern ab, die zwei Wochen lang ihr eingezäuntes Urlaubsresort nicht verlassen? Ist die Welt nicht so groß, dass wir möglichst viel in eine Reise stopfen müssen, um alles Spannende in einem Leben sehen zu können?

Und doch – all die Reisen, in denen ich alle zwei bis drei Tage den Ort wechselte, brachten mir zwar Eindrücke und Erfahrungen, aber auch Stress. Als ich in zwei Wochen über Nordperu bis nach Cuenca, Guayaquil und schließlich Montanita in Ecuador und wieder zurück nach Lima reiste, kam ich völlig gerädert wieder an. Ich hatte mir eine dicke Erkältung eingefangen, meine Beine waren übersät von Ausschlag und Mückenstichen, am Knöchel hatte ich mehrere Spinnenbisse. Meine Kamera war gestohlen worden, mein Gepäck hing noch in Chiclayo fest. Gedanklich war ich überall, aber nicht in der Arbeit, die einen Tag später wieder begann. Als ich 2014 in zwei Wochen ganze drei Länder bereiste, kam ich mit dem schalen Gefühl zurück, nur einen winzigen Einblick in jedes davon bekommen zu haben. An jedem Ziel hatte ich das Gefühl, bleiben zu wollen, der vorher gebuchte Zug kam wie der Weckton um sieben Uhr morgens. Und als ich in den einzelnen Städten und Orten war, hatte ich das Gefühl, möglichst viel in einen Tag quetschen zu müssen, weil ich ja bald schon weiterfuhr.

In meinem Alltag versuche ich, Stress zu reduzieren, wo es nur geht. Ich hasse dieses Gefühl, wenn jeder etwas von mir will, und bemühe mich, Auszeiten festzulegen, in denen ich einfach mal alles „Müssen“ und „Sollen“ beiseite schiebe. Ich lerne, mir selbst nicht zu viel vorzunehmen, und schaffe es langsam, nicht unrealistisch viel in einen Tag stopfen zu wollen. Und doch habe ich all dies auf Reisen früher gerne in Kauf genommen. Arbeitszeiten und Abgabetermine wurden ersetzt durch Fahrpläne und Öffnungszeiten, Aufgaben und To-Do-Listen durch Reiseführer und Adressen. Eigentlich verrückt – bei dem, was eigentlich Auszeit sein sollte, stresste ich mich selbst. Und das hielt ich auch noch für völlig normal. Warum sollte man auch länger als drei oder vier Tage an einem Ort bleiben?! Schließlich entging einem dann so viel…

langsames Reisen

Sich einfach treiben lassen

Ob mir etwas entgeht oder nicht, ist mir inzwischen ziemlich egal. Klar, auch ich recherchiere vor einer Reise, was ich gerne sehen würde, und natürlich ist eine bestimmte Sehenswürdigkeit manchmal sogar der Ausgangspunkt, der Grund für eine Reise. Aber darüber hinaus ist es mir wichtiger, eine schöne Zeit zu verbringen, als Dinge besucht und erlebt zu haben. Und selbstverständlich habe auch ich eine „Bucket List“ an Orten, die ich gern einmal sehen würde, die für drei Leben reicht. Doch lieber nehme ich ein Zehntel davon wirklich in mich auf, lasse mich darauf ein, verbringe Zeit dort, als alles zu „schaffen“ und dafür von einem Ort zum anderen hetzen zu müssen. Was bringt es mir, etwas nur gesehen zu haben? Einmal hin, obligatorisches Foto, wieder weg – und? Einen bleibenderen Eindruck hinterlassen bei mir die Orte, an denen ich saß und träumte, an denen ich in langen Wanderungen die Natur entdeckte, über die ich im Vorfeld Bücher las, die ich mit allen Sinnen spürte.

Was langames Reisen für mich heißt

Für mich ist somit „langsames Reisen“ kein Widerspruch, sondern die Auflösung eines Widerspruchs: Anstatt mir selbst auf Reisen noch Stress zu machen, mir keine Zeit zum Erkunden zu lassen, versuche ich, meine Reisen durch mein eigenes Gefühl zu bestimmen. Ich will mir nicht von außen diktieren lassen, was ich alles sehen sollte, sondern mich bei der Reise gut fühlen und hinterher schöne Erinnerungen haben. Ich will nicht nur sehen, sondern zumindest versuchen, zu verstehen. Ich will Geschichten entdecken und Atmosphäre spüren. Und ich will das machen, worauf ich Lust habe.

Möglich ist das natürlich erst einmal über die Wahl der Reiseroute bzw. des Reiseziels. Inzwischen buche ich eine Unterkunft für einen längeren Zeitraum, so dass ich mich etwas einrichten kann und nicht jeden Tag aufs Neue meinen Koffer packen muss. Einmal hin, einmal zurück, das reicht mir eigentlich an Strecke, auch, wenn ich dann nie weiß, was ich auf „Ach, du gehst backpacken? Oder machst du eine Rundreise?“ antworten soll. Wenn ich mehrere Orte sehen möchte, versuche ich, eine sinnvolle Route zu wählen und viel Zeit für die einzelnen Ziele einzuplanen.

Langsam zu reisen heißt auch, das Kleine schätzen zu lernen. Ein Wochenende im Elbsandsteingebirge, keine drei Stunden von mir entfernt, kann so viel schöner und (ent)spannender sein als ein Wochenende in Barcelona. Das Gute liegt meist sowohl nah als auch fern, und wer wenig Zeit hat, sollte Ersteres nutzen.

langsames Reisen

Zeit für die kleinen Dinge am Wegesrand

Auch die Wahl des Verkehrsmittels kann zum langsamen Reisen beitragen: Während Flugreisen einen abrupten Ortswechsel mit sich bringen, kann man sich im Zug langsam daran gewöhnen, wie sich Landschaft und Menschen verändern. Und vielleicht sollte man sich überhaupt einmal vom Gedanken eines „Ziels“ lösen und stattdessen die Reise im Kopf mit dem ersten Schritt aus der Haustür beginnen lassen? Eine Busreise für all ihre chaotischen, nervigen Kleinigkeiten schätzen, die Zugfahrt nutzen, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen?

Für mich hat langsames Reisen auch noch eine mentale, psychische Bedeutung: Das zu tun, was einem gut tut, sei es bis Mittags ausschlafen oder den halben Tag im Park sitzen und lesen. Den Planungsstress minimieren, sich einfach treiben lassen. Auch mal selbst kochen oder zumindest im Restaurant gesundes, gutes Essen bestellen, um dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Kleine Rituale beibehalten und abends die neue Folge der Lieblingsserie auf Netflix genießen. Natur und wandern Städten und Museen vorziehen. Sich auf das Reiseziel einlassen und Unstimmigkeiten und Probleme geduldig hinnehmen.

Langsames Reisen ist Ansichtssache

Langsam reisen, sich Zeit zu nehmen, das heißt auch, lange zu reisen. Und wer nicht viel Zeit hat, muss mit Zielen Vorlieb nehmen, die in der Nähe liegen. Genauso alle, die nicht viel Geld zur Verfügung haben – klar, langsam zu reisen spart, auf die Woche heruntergerechnet, so einiges, da man länger an einem Ort bleibt und auf günstigere Verkehrsmittel und Freizeitaktivitäten zurückgreift. Doch ob man sechs Wochen lang Übernachtungen zahlen muss oder nur zwei, das macht schon einen gewaltigen Unterschied.

Außerdem muss man sich, wenn man langsamer reisen möchte, erst einmal gedanklich umstellen. Ein großer Teil dieser Art zu reisen spielt sich im Kopf ab: So, wie wir uns einen großen Teil von unserem Stress selbst machen, können wir diesen auch wieder verhindern. Ich kämpfe ja immer noch damit, lange Zugreisen als Bereicherung und nicht als Belastung zu empfinden, doch die Romantik einer achtstündigen Fahrt hat sich mir, ehrlich gesagt, noch nicht so ganz erschlossen…

Letztlich ist langsames Reisen selbstverständlich auch immer Definitionssache. Wie gesagt, das tun, was einem gut tut – für mich bedeutet das, auf lange Fahrten möglichst zu verzichten und immer wieder Zwischenstopps einzulegen, für andere mag es bedeuten, zwischen Moskau und Wladiwostok nicht einmal aus der Transsibirischen Eisenbahn auszusteigen.

langsames Reisen

Ich bin mir insgesamt noch etwas unschlüssig. Was ist eigentlich mein Reise-Traum? Ich möchte mir Zeit nehmen und vor allem die Möglichkeit haben, so lange an jedem Ort zu bleiben, wie ich Lust habe. Trotzdem möchte ich für Unterkünfte und Fortbewegung so wenig wie möglich bezahlen müssen – vor allem bei Unterkünften bin ich gewissermaßen abgehärtet und habe nicht viele Ansprüche.

Da stelle ich schon einmal Widersprüche auf: Wer kurzfristig reist, muss mit höheren Preisen und erhöhtem Planungsstress reisen. Entspannter und billiger ist es, alle Unterkünfte und Strecken im Vorfeld zu buchen. Dann entfällt jedoch die Spontaneität, auf die ich Wert lege. Noch dazu möchte ich einen tiefen Einblick in ein Land oder eine Region bekommen, doch monatelang aus dem Koffer oder Rucksack zu leben, könnte ich mir auch nicht vorstellen.

Mein Reise-Kompromiss

Mein Kompromiss? Ich finde es irrsinnig spannend, für einige Zeit irgendwo zu leben, für ein paar Wochen oder Monate ein festes Zuhause in einem anderen Teil der Welt zu haben. So stellt sich Routine ein und ich muss nicht ständig meinen Rucksack ein- und auspacken. Ich habe die Möglichkeit, Einheimische zu treffen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Freundschaften können sich entwickeln und bleiben nicht so oberflächlich wie Hostel-Bekanntschaften. Ich kann meine Lieblingsorte für Fotos identifizieren und weiß, welche Gegenden ich bei einem tollen Sonnenuntergang ansteuern muss. Ich habe einen Schreibtisch, an dem ich meine Fotos bearbeiten kann, und muss meinen Laptop nicht im Bus auspacken. Ich spare Geld, weil ich in dieser Zeit arbeiten kann und statt Hostelübernachtungen nur monatlich meine Miete bezahle. Und last but not least: Ich habe die Chance, Einblicke zu bekommen, die Touristen meist verborgen bleiben. Und ein bisschen was von dem zu verstehen, was das Land oder die Region ausmacht, wie die Menschen so ticken, was sie antreibt und bewegt.

Die Wochenenden lassen sich für Erkundungen nutzen und ein bisschen Urlaub ist natürlich auch immer drin. Wobei ich sagen muss, dass es mich damals in Lima nicht gestört hat, dass ich relativ wenig Urlaub hatte – die Stadt war einfach spannend genug!

Dieses Jahr geht es für mich wieder für eine längere Zeit ins Ausland: Nachdem ich das ja bereits über Facebook und meinen Newsletter angeteasert habe, möchte ich an dieser Stelle verraten, wo es mich hinverschlägt: Ab April werde ich für mehrere Monate in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, leben und ein Praktikum machen.

Die Arbeit und das Leben in der Andenmetropole werden den Hauptteil meines Aufenthaltes ausmachen, aber meinen Rückflug habe ich so gewählt, dass noch etwas Zeit dafür bleibt, Ecuadors Nachbarländer zu erkunden. Und natürlich werde ich auch einen längeren Abstecher in mein geliebtes Lima machen – ich schreibe schon an einer Liste mit all den Dingen, die ich dort tun (und vor allem: essen) möchte! Ich freu mich schon riesig und unter anderem auch darauf, euch hier endlich mal wieder aktuelle Lateinamerika-Geschichten und -Fotos präsentieren zu können, anstatt immer die alten Kamellen neu aufwärmen zu müssen…

Natürlich habe ich in meinem Kopf auch Traum-Reiserouten, aber wenn ich momentan an meine perfekte Reise denke, sehe ich mich nicht mit Rucksack von Ort zu Ort ziehen, sondern für mehrere Wochen oder gar Monate irgendwo an einem Ort verweilen. Egal ob Praktikum, Arbeit, Auslandssemester, Freelance-Job oder Work and Travel… Natürlich nicht für immer und ständig woanders, ein Zuhause in Deutschland und Kontakt zu meinen Lieben ist mir wichtig. Aber doch immer mal wieder Alltag in Deutschland gegen Alltag woanders eintauschen, das ist für mich die spannendste Vorstellung.

Klar, bei einem solchen Auslandsaufenthalt sieht man quantitativ weniger. Dafür bekommt man einen sehr viel tieferen Einblick. Würde ich heute verstehen, warum es in Lima so schlimme Wasserknappheit gibt, wenn ich nur drei Tage dort gewesen wäre anstatt ein ganzes Jahr? Könnte ich mich genauso reflektiert über Rassismus in Peru äußern, wenn ich dort sechs Wochen backpacken gewesen wäre? Hätte ich ebenso viele sympathische Geschichten und kuriose Kleinigkeiten erlebt? Wüsste ich die peruanischen Slang-Ausdrücke, die damals Eingang in mein Spanisch gefunden haben? Wohl eher nicht.

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht behaupten, dass man nach ein paar Monaten in einem Land alles darüber weiß, ganz im Gegenteil. Und natürlich gibt es auch Leute, die drei Jahre in einem Land leben und sich kaum dafür interessieren. Doch man bekommt eher eine Chance dazu, ein Land und seine Einwohner wirklich kennen zu lernen und zu verstehen, wenn man für einen gewissen Zeitraum dort lebt, als wenn man durchreist. Als Tourist hat man, egal wie viel Zeit man mit Einheimischen verbringt, immer einen anderen Status, besucht andere Orte, hat einen anderen Rhythmus.

Eine solche Zeit im Ausland wird auch für mich immer eine Ausnahme bleiben, die Regel sind kürzere (Urlaubs-)Reisen. Doch ich weiß jetzt schon, dass mir das Leben an einem anderen Ort viel mehr in Erinnerung bleiben und mich viel mehr prägen wird als jede Reise.

Darf man nun meine Vorstellungen von einem Auslandsaufenthalt, meinen Kompromiss zu einer langsamen Reise, überhaupt noch „reisen“ nennen? Langsam bin ich auf jeden Fall, zumindest, wenn ich einmal dort bin – aber gehört zum Reisen nicht auch die stete Fortbewegung, wenn auch langsam? Na ja – ich hab es ja ohnehin nicht so mit Definitionen und Schubladen. Ich sehe schon kommen, dass ich auch bei meinen zukünftigen Auslandsaufenthalten und Reisen nicht einfach mit einem Wort zusammenfassen kann, was ich dort tue. Und dass ich Fragen wie „Gehst du dort backpacken?“ auch in Zukunft eher schlecht als recht werde beantworten können… „Na ja, einen Rucksack habe ich auch dabei! Aber…“

Was denkst du zum Thema „langsames Reisen“? Was sind deine Erfahrungen? Hast du auch so einen Traum wie ich oder bist du noch unentschlossen?

Ich würd mich riesig freuen, in den Kommentaren von deinen Geschichten und Gedanken zu lesen!

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46 Gedanken zu “Mein Traum vom langsamen Reisen”

  1. Ich finde deine Gedanken zum Thema langsames Reisen sehr spannend, und gleichzeitig ein bisschen irritierend, weil du gerade erst für ein paar Tage mal eben nach China (!) geflogen bist? Wie lässt sich also der eigene Egoismus mit dem eigenen Individualismus vereinbaren? Na gut, das ist wohl eine relative Frage, auf die jede*r eine eigene Antwort finden muss.

    1. Hallo Elisa,
      vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Ich weiß nicht, ob du mitbekommen hast, dass ich nicht aus Spaß nach China geflogen bin (auch wenn es natürlich Spaß gemacht hat)? Ich habe dort gearbeitet, als Fotografin für einen deutschen Reiseveranstalter. Selbst hätte ich die Reise niemals so geplant – jeden Tag woanders, nur zehn Tage für jeweils etwa 12 Stunden Flug. Gerade China ist ein Land, das zum Verstehen viel Zeit braucht, und auch hier hatte ich nach der Reise das im Artikel beschriebene schale Gefühl, nur einen kleinen Einblick bekommen zu haben. Aber wenn eine Reise nicht für einen selbst geplant ist sondern für einen Auftraggeber, kann man sich das eben nicht immer aussuchen. Die Reise war zwar spannend, aber für mich auch eher Arbeit als Reise – ich saß jeden Abend nach acht bis zehn Stunden Programm noch mindestens 2-3 Stunden am Laptop und habe Fotos bearbeitet.

      Ich hatte vorher noch überlegt, vielleicht die Reise auszudehnen und selbst dort zu bleiben. Das ging allerdings zeitlich nicht, weil ich meine Bachelorarbeit bereits angemeldet hatte und sonst einfach zu viel Zeit verloren hätte… Ich habe mich dann schließlich selbst im Vorfeld lange damit auseinandergesetzt, ob ich das wirklich machen möchte (nicht nur aufgrund meiner persönlichen, sondern auch aufgrund der ökologischen Bedenken) und mich letztendlich dafür entschieden. Warum? Weil ich mich als Reisebloggerin und -fotografin ein bisschen mehr etablieren möchte und China dafür eine tolle Chance war. Ich konnte mich als Fotografin beweisen und eine großartige Referenz sammeln, mit der ich an zukünftige Arbeitgeber herantreten kann. In Zukunft will ich natürlich mehr Reisen machen, die auch meiner Idee von Reisen entsprechen. So entstehen auch die besten Artikel für den Blog – wenn ich eben nicht jeden Tag von einem Ort zum anderen hetzen kann. Aber als kleine Reisebloggerin kann man leider noch nicht allzu große Forderungen stellen – und muss als Arbeit eben auch mal Dinge tun, die man für sich selbst nicht tun würde.

      Der Artikel hier ist übrigens auch in Gedanken an meine Erfahrungen aus China entstanden bzw. weiterentwickelt worden. Jede Reise, auch wenn sie vielleicht nicht dem eigenen Ideal entspricht, ist eine Erfahrung – am Ende weiß man vielleicht auch einfach, was man nicht will 🙂

  2. Sehr coole Blogparade und interessanter Text 🙂 wenn ich Zeit finde, werde ich eventuell selbst daran teilnehmen, find langsam reisen einfach viel entspannter und hab das unbewusst eigentlich schon seit meiner Thailandreise 2013 gemacht, auch wenn die Orte fest geplant waren, hatte ich doch genug Zeit überall und hab mich nicht gestresst gefühlt.

    Liebe Grüße und herzlichen Glückwunsch zum Praktikum!
    Bin gespannt was du davon und von Ecuador berichten wirst :)<3

  3. Noch einmal vielen Dank für deine Teilnahme an der Blogparade! Das ist bisher wirklich einer der besten Artikel. Du triffst den Nagel auf den Kopf und siehst, wir übrigens auch wir, dass das Prinzip Slow Travel gar nicht so einfach umzusetzen ist, wie es scheint…

    Danke und liebe Grüße!
    John & Marc

  4. Wow, erstmal Glückwunsch zum Praktikum in Ecuador! Das wird bestimmt eine wunderbare Zeit.
    Zum Thema langsam reisen bin ich zwiegespalten. Ich will immer so viel wie möglich sehen, wenn ich unterwegs bin. Aber gleichzeitig natürlich auch tiefer eintauchen als nur die 08/15-Tourigeschichten. In Taiwan bin ich beispielsweise um die ganze Insel gefahren – mit dem Zug! Bei einem Teilstück saß ich 6 Stunden in der Bimmelbahn. Das war wundervoll. Wirklich! Ich habe einfach aus dem Fenster geschaut und mir die wechselnde Landschaft angesehen. Manche fanden, ich hätte damit einen halben Tag verschwendet. Für mich ist das ganz im Gegenteil etwas, was mir besonders (positiv!) in Erinnerung geblieben ist.

    1. Vielen Dank 🙂 In Taiwan lässt sich „viel sehen“ und „langsam reisen“ wahrscheinlich sogar noch ganz gut verbinden, das Land ist ja doch nicht so groß. Irgendwie muss man für sich selbst einfach den passenden Mittelweg finden 🙂 Das mit der Bahnfahrt klingt toll!

  5. Interessant! Und tolle Idee dieses Praktikum! Ich habe mir meinen Traum vom langsam und gründlich reisen schon vor langer Zeit erfüllt. Seit meiner großen Asienreise vor 25 Jahren hatte ich zwar nicht mehr so viel Zeit am Stück. Aber wenn ich jetzt reise, bleibe ich gerne an einem Ort, schaue mir eher weniger an. Auch wenn ich morgen für 3 Tage nach Paris düse, so habe ich doch das Gefühl langsam zu reisen. Ich kenne die Stadt schon und kann so in aller Ruhe mir die drei Museen angucken, die ich sehen will. Und wenn noch Zeit ist, die mich irgendwo entlangtreibt, dann gucke ich und mach so noch das eine oder andere – oder auch nicht.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    1. Danke! 🙂 Ja, ich freue mich auch sehr über die Möglichkeit, das Praktikum zu machen. Das mit deiner Parisreise klingt toll – jeder versteht eben unter langsamen Reisen etwas anderes, und ich finde, auch ein kurzer Urlaub kann entschleunigen, wenn man sich nicht zu viel vornimmt.

    1. Toll! Da hoffe ich, dass ich dir ein bisschen Vorfreude vermitteln kann. Wohin genau verschlägt es dich denn? 🙂

  6. Ich freue mich schon sehr auf die neuen Artikel aus Südamerika 🙂
    Ich finde, dass der Erholungswert einer Reise beim langsamen Reisen deutlich höher ist, als wenn ich immer nur von A nach B hetze. Das habe ich besonders 2014 in England gemerkt. Der einprägenste Moment war, als ich einige Stunden an der Küste Cornwalls verbrachte. Ich war nur in einem recht kleinen Abschnitt, kletterte dort über Klippen, machte Fotos und genoss einfach die Sonne. Von diesem Moment habe ich noch Wochenlang gezehrt, während meine fünfwöchige Rucksackreise durch Deutschland eher wenig Erholung und Kraft für die darauffolgende Zeit gebracht hat, weil die Reise selbst auch einfach anstrengend war. Da hätte ich Urlaub nach dem Urlaub gebraucht. Inzwischen versuche ich es auch langsamer angehen zu lassen, aber so richtig raus habe ich es noch nicht 😀 Ich erwische mich immer wieder, wie ich dem nächsten Fotospot hinterher jage, aber sich dessen bewusst zu sein, ist vermutlich der erste Schritt in die richtige Richtung 😉

    1. Ja, das mit dem Urlaub nach dem Urlaub kenne ich gut, und auf dieses Gefühl will ich so gut wie möglich verzichten 😀
      Zum Thema Fotografieren, weil du es ansprichst: Viele Vertreter des langsamen Reisens sagen ja, man soll die Kamera zu Hause lassen. Für mich ist die Fotografie aber oft Entschleunigung an sich 🙂

  7. Schöner Beitrag zum Thema Slow Travelling (an der Blogparade will ich auch noch teilnehmen, und so einige Gedanken hast Du mir schon vorweggenommen … ) Ich wünsche Dir schon mal viel Spaß in Quito und bin gespannt, wie langsam Du Dich dort fortbewegen wirst! 😉

    1. Danke! Dann bin ich mal sehr gespannt auf deinen Beitrag zum Thema 🙂 In Quito werd ich mich ja einfach mal 3 Monate am selben Ort befinden, das kann man, denke ich, ja schon mal als langsam bezeichnen 😉

  8. Ich mag deine Art, zu schreiben 🙂
    Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen, und ich versuche auch immer, länger an einem Ort zu bleiben. Wenn ich dann doch hibbelig werde, mache ich Tagesausflüge. hat in Kuba super geklappt und in Kanada auch. Deswegen liebe ich es, mit dem Camper unterwegs zu sein, da kann man hinfahren, wo man will und wann man will und auch einfach mal nirgendwo hinfahren, sondern bleiben.

    Dein Praktikum in Quito klingt übrigens super, ich freue mich schon auf die Berichte und Fotos -früher wollte ich auch unbedingt mal in den deutschen Botschaften arbeiten, alle paar Jahre woanders. Aber dafür studiere ich wohl das Falsche 😀

    Liebe Grüße! 🙂

    1. Vielen Dank! 🙂 Ja, das ist so eine schöne Art zu reisen. Mit dem Camper, das klingt auch einfach toll – damit ist man so wunderbar unabhängig und kann überall genau so lange bleiben, wie man möchte.
      Haha, ich glaube, alle paar Jahre woanders arbeiten, das wäre nichts für mich. Aber drei Monate im Ausland, das passt ganz gut 😉

  9. Liebe Ariane,

    ein schöner Artikel zum langsamen Reisen. 🙂 Ich hatte ihn mir schon nach Veröffentlichung durchgelesen und oft zustimmend genickt..nun habe ich aber endlich die Zeit zum kommentieren. 🙂
    Das Gefühl, dass du auf deiner Südamerika Reise hattest: Gerade wenn du den Ort lieb gewonnen hattest, musstes du weiter reisen, ist voll schade. Ich kenne es teilweise. In Vietnam und Costa Rica war unsere Reise komplett vorgeplant. Dort gab es zumindest einmal die Situation, dass wir uns so wohl fühlten und gern noch länger geblieben wären.
    In Vietnam haben wir in den ersten 2 Wochen so viel erlebt, dass wir froh waren, als wir endlich auf unserer Schnorchelinsel zu übernachten. Hier hatten wir 2,5 Tage nichts tun geplant. Und das ist sooo wichtig. Zeit dafür haben Eindrücke zu verarbeiten. Energie auftanken (denn ja..auch Reisen kann extrem stressen).
    Was mir besonders gut gefallen hat, waren unsere Bahnfahrten durch Vietnam. Anstatt in den Flieger zu springen, machten wir es uns in Schlafwagen gemütlich und waren Teilweise bis zu 20 Stunden im Zug unterwegs. Ich liebe das! Zum einen ist man so dicht dran an der Kultur des Landes und zum anderen ist man gewzungen sich auszuruhen..sich die Landschaft anzuschauen, die Liebelingsmusik zu hören, schöne Bücher zu lesen.
    Wir haben deswegen auch dieses Jahr eine Bahnreise von Johannesburg nach Kapstadt geplant. 26 Stunden. Wenn wir Pech haben noch länger..der Zug soll sich meist verspäten. Aber ich freue mich so..wir haben 4 Wochen in Afrika und müssen uns nicht stressen. Anstatt in 2 Stunden zu fliegen, saugen wir so viel und so langsam wie möglich dieses Land auf. Wenn wir ankommen sind wir noch 1 Woche in Kapstadt. Zeit genug nur das zu tun worauf wir gerade Lust haben. Keine vorgeplante Tour. 🙂
    Im Januar waren wir auf Mallorca. Wir sind jeden Tag erst gegen 11 oder 12 aus dem Haus gekommen. Ganz kurz habe ich mich geärgert, die Zeit so zu vergeuden….aber Urlaub ist dafür da nach seinen persönlichen Wohlfühlrythmus zu leben. Es ging uns halt dieses Mal so am Besten: Ausschlafen, gemütlich Frühstücken und dann Wandern. Zeit ist so kostbar! 🙂
    Ich freue mich sehr über deine Auslandszeit! 🙂 So gut lässt es sich doch sonst kaum in Land und Leben eintauchen. 🙂 Ich wünsche dir viele nette Kontakte vor Ort, die dir ihr Land mit ihren Augen zeigen. 🙂

    Ganz liebe Grüße Janine

    1. Vielen Dank! Ja, das Nichtstun ist auch wichtig 🙂 Ohne kann man all das, was man aufnimmt, einfach nicht verarbeiten… Das mit eurer Bahnfahrt klingt richtig klasse 🙂 Ich wünsch euch viel Spaß in Südafrika!

  10. Ein großartiger Artikel, der mein eigenes Dilemma gut widerspiegelt. Nachdem ich in „jüngeren“ Jahre geradezu durch Länder geflogen bin (wie z.B. 10 Länder in 16 Tagen bei meinem Balkan Road Trip oder in 3 Wochen beide Inseln Neuseelands) habe ich heute das Bedürfnis, etwas länger an einem Ort zu verbleiben, diesen mit meinen Füßen zu bewandern, die lokalen Produkte ausgiebig zu schmecken und die Einheimischen ein wenig kennenzulernen. Anfang 20 habe ich durch Praktika und ein Work & Travel Visum bedingt viel Zeit in Schweden, Lappland, Griechenland und Australien verbracht und dadurch das Gefühl, das echte Leben und die Menschen dort kennengelernt zu haben. Deine Entscheidung, nach Ecuador zu gehen, kann ich daher nur vollen Herzens unterstützen. Mach es, genieß es und koste jede Minute aus.

    Dank Vollzeitjob habe ich inzwischen eine gute Alternative für mich gefunden. Eine Fernreise pro Jahr, in der ich bewusst langsam reise und mehrere lange Wochenenden, in denen ich schnell reise. 4 Tage ist ein guter Zeitraum um zu reisen, ohne das Gefühl zu haben danach erschöpft zu sein.

    Liebe Grüße und viel Spaß und Glück in Ecuador,
    Kerstin

    1. 10 Länder in 16 Tagen? Wow, wie hast du das gemacht?! 😀
      Vielen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment 🙂 Das mit einer langen und vielen kurzen Reisen im Jahr klingt übrigens nach einem super Kompromiss!

  11. Liebe Ariane,
    du sprichst mir aus der Seele! Wenn ich Reise habe ich das dringende Bedürfnis wirklich alles von dem Ort zu sehen, an dem ich mich befinde. Ich möchte Menschen kennenlernen, die Stimmung einfangen und ankommen. Das fehlt mir beim schnellen abklappern von Orten. Vor lauter Stress wird mir dabei überhaupt nicht bewusst wo ich gerade bin. Der größte Luxus auf Reisen ist für mich Zeit zu haben. Zeit um einfach mal drei Stunden im Park zu liegen und nichts zu tun, außer die Einheimischen zu beobachten. Das große Glück des Reisens liegt für mich in den kleinen Feinheiten des Ortes, das mag ein leckerer Kaffee in einem heruntergekommenem Schuppen sein, ein tolles Gespräch mit einem Straßenkehrer oder versteckte Street Art. All die Menschen die streng nach Zeitplan von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzten tun mit unglaublich Leid, verpassen sie doch meist das Mesentliche.

    Liebe Grüße
    Laura

    1. Danke! 🙂 Das stimmt, das große Glück liegt in den kleinen Dingen – und die finden sich eben nicht, wenn man zu schnell von einem Ort zum anderen hetzt.

  12. Hi Ariane
    Sehr Spannender Artikel über ein spannendes Thema. Slow Travel. Das passt so wirklich gut in den Bereich in dem ich meinen Blog führe, die Philippinen. Nachdem ich deinen Artikel so durchgelesen haben ist mir bewusst geworden, dass langsames Reisen in den Philippinen eigentlich „Normal“ ist. Um dort einen Ortswechsel vorzunehmen musst du viel Zeit einplanen. Und zwischen dem Start und dem Ziel hast du immer Viel Zeit alles langsam in dich aufzunehmen. Sei es mit einem Boot übers Wasser zu Flitzen von Insel zu Insel. Oder sei es mit dem Bus durch die Serpentinen der Philippinischen Berge zu Fahren. Selbst in der Grossstadt ist Slow Travel angesagt beim ewigen Verkehrsstau. Einfach den Blick umherschweifen lassen, die Umgebung in sich aufnehmen. Das sind die Philippinen. Hektik kennt dort keiner. Und das ist gut so. Ich denke auch in Quinto, wo du dein Praktikum Startest, wird das so ähnlich sein?
    VG, Urs
    PS: Manno, bin ich hier der einzige männliche Kommentator?

    1. Danke! 🙂 Stimmt, das mit dem langsamen Reisen geht in vielen Teilen der Welt irgendwie natürlicher vonstatten. Woanders ist die Infrastruktur oft nicht so gut gegeben, man muss im Prinzip langsam reisen. Ist in Peru und Ecuador ähnlich – auch, wenn es dort auch die Möglichkeit von Inlandsflügen gibt 🙂

  13. Wieder ein Artikel von dir, den ich wahnsinnig gerne gelesen habe. Kein Wunder, dass du es immer wieder in meinen Storyteling-Monatsrückblick schaffst. Schöne Art zu schreiben, tolle Gadanken, schöner Blog 🙂
    Liebe Grüße und viel Spaß in Ecuador!

  14. Sehr schöner Artikel, Ariane.
    Nach jeder großen Reise denke ich immer wieder, daß man eigentlich viel langsamer hätte reisen müssen. Aber da ich den Hang zur extremen Planung habe, wird das bei der nächsten Reise dann doch wieder nichts. Bei Städtetrips gelingt mir das langsame Reisen doch sehr gut. Natürlich habe ich da auch einige Dinge, die ich unbedingt sehen möchte. Aber da kann ich mich auch sehr gut treiben lassen, stundenlang in einem Cafe sitzen und die anderen Menschen beobachten oder im Park picknicken. Und oft bin ich am Ende weggefahren und habe einige Dinge meiner Liste nicht gemacht. Das muß dann auf den nächsten Besuch warten.
    Mein großer Traum ist es allerdings, einmal so viel Zeit an einem Ort zu verbringen, daß man richtig in die Kultur und Lebensweise eintauchen kann.

    1. Ja, bisher ging mir das auch jedes Mal wieder so 🙂 Aber dieses Jahr gehe ich das mit dem langsamen Reisen an! Deinen Blick auf Städtereisen find ich spannend – ich hab eher das Gefühl, dass mich gerade die Natur entspannt und entschleunigt und die langsamen Reisen, die ich gemacht habe, die waren, in denen ich einen Großteil der Zeit in der Natur verbracht habe. Ich drück dir die Daumen, dass das mit dem länger im Ausland sein mal klappt!

  15. Ein wirklich toller Artikel und auch ein großartiges Thema! Nach der ganzen Hektik und möglichst viel Multitasking überall ist jetzt ja allgemein das Thema Slow wieder angesagter – völlig zu Recht wie ich finde. Denn wenn man nur durch die Gegend hetzt, bekommt man davon wirklich viel zu wenig mit. Bei mir ist es zwar so, dass ich in meinem begrenzten Urlaub schon gerne viel sehen möchte – gerade wenn ich einen langen Flug hinter mir habe und nicht weiß, ob ich das Land jemals wieder bereisen werde. Ich habe mir aber seit einiger Zeit fest vorgenommen, mir trotzdem keinen Stress zu machen. Ich reise im Ausland viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, weil man dabei den Einheimischen einfach viel näher kommt. Anstatt wie früher dann aber auch mal schnell in Panik zu verfallen, weil der Bus viel zu spät oder gar nicht kommt, gehe ich das Ganze heute viel gelassener an. Ich schaue einfach, wie weit ich komme. Und wenn es an diesem Tag nicht bis zum eigentlich geplanten Ziel ist, dann werde ich bestimmt woanders schönes landen. Das ist aktuell meine Art des Slow Travel. Aber ich denke, dass ich mich in Zukunft auch noch mehr drauf einlassen werde. Gerade wandernd zu Fuß kann man wie ich finde z.B. sehr schön und intensiv neue Gegenden erkunden.
    LG Wibke

    1. Danke! Deine Art des Slow Travel finde ich schön – wie gesagt, jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn langsames Reisen bedeutet, oft ist es ein Kompromiss aus viel Entspannung und viel sehen 🙂

  16. Oh wie toll, Glückwunsch zum Praktikum und schon einmal ganz ganz viel Spaß! 🙂 Auch wenn ich bisher keine so straffe Durchreise gemacht habe, habe ich auch festgestellt, dass zwei-drei Monate an einem neuen Ort die perfekte Länge sind, um richtig in der Kultur und im Alltag anzukommen. Bisher war das bei mir ja nur Brasilien 🙂 Interessant finde ich auch, dass du alle Reisearten ausprobiert hast, und jetzt zu der Erkenntnis gekommen bist. Ich denke mir nämlich oft, dass wir zu viel „abstempeln“. Pauschaul wäre langweilig, und Backpacking was einzig Wahre.
    Und mal eine Bemerkung am Rande, die Schriftart und Größe auf deinem Blog sind perfekt, es gibt wenig Sachen und Artikel online, denen zu folgen mir am Bildschirm so leicht fällt 🙂
    Viele Grüße aus Wien,
    Natalia

    P.S. Und vielen Dank für diese tolle Aktion, ich komme so wenig zum Bloglesen in letzter Zeit und jetzt auf der Zugfahrt ist das die perfekte Beschäftigung 🙂 So viele tolle neue Blogs!

    1. Danke! 🙂 Ja, ich finde auch, jede Reise-Art hat ihre Berechtigung, und ich würde auch für mich wohl keine pauschal ablehnen. Wer weiß, ob ich nicht in ein paar Jahrzehnten mit einer organisierten Reisegruppe durch die Welt ziehe? In jeder Reise-Sparte gibt es nette und anstrengende Menschen, viele Backpacker nerven mich mehr als es Pauschalurlauber je könnten 😉

      Und danke für das Kompliment mit der Schrift – ich habe mir da, ehrlich gesagt, gar nicht so viele Gedanken gemacht 😀 Zur Aktion – da brauchst du mir nicht zu danken, ich hab das total gern gemacht!

  17. Interessanter Artikel über die Art des Reisens, die wir selbst bevorzugen. Slow Travel heißt für uns, dass wir uns Zeit lassen für unser Reiseziel und die Menschen dort. Sicher stehen auch immer irgendwelche Highlights auf dem Reiseplan, aber die sind nicht das Ausschlaggebende auf unseren Reisen. Und wenn eines davon mal nicht klappt, was soll’s. Das gibt uns dann mehr Gelegenheit, uns mit dem Land selbst und seinen Bewohnern auseinanderzusetzen in welchen Situationen auch immer. Wir reisen mit Gelassenheit und sind immer wieder neugierig auf das, was wir unterwegs erleben. Für uns bedeutet Slow Travel auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, um verstehen zu lernen, wie man an unseren Reisezielen lebt und was den Alltag dort ausmacht. So kommen wir von jeder unserer Reisen mit dem Gefühl zurück, wieder ein Stückchen mehr von der Welt zu verstehen. Das ist uns viel wichtiger als von Punkt A nach Punkt B zu hetzen.

  18. Liebe Ariane,
    langsames Reisen ist auch das was wir machen.
    Wir haben jährlich die Möglichkiet von Ende September -mitte April zu Reisen.
    Klingt erstmal, viel ist es auch! Und doch bevorzugen wir anstatt 30 Reisezielen wenige ausgewählte.
    So haben wir zum Beispiel gerade 6 Wochen auf Fuerteventura verbracht.
    Hat den Vorteil, dass man wirklich ankommt, runterkommt und sich irgendwann auch fast ein bisschen einheimisch fühlt und das Liebe ich!
    Ausserdem spart man mit dieser Form des Reisens unglaublich viel Geld!:-)

    Alles Liebe wünscht Jenni
    http://www.surfdaplanet.de

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